Lawinengefahr in den Alpen: DSV-Experte: "Urlaub nicht gefährdet"
VON STEPHAN SEEGER - zuletzt aktualisiert: 27.02.2009 - 10:27Düsseldorf (RPO). Die Schneefälle in den Alpen hören nicht auf. Auch in den vergangenen Nächten sind die Berge erneut vom Neuschnee überfallen worden, überall herrscht große Lawinengefahr. Dennoch ist der Skiurlaub nach Angaben des Deutschen Ski-Verbandes nicht gefährdet.
"Ich würde im Moment auf jeden Fall auch in Urlaub fahren", erklärt Andreas König, Sicherheitsexperte des DSV, im Gespräch mit unserer Redaktion. "Überall da, wo die Pisten offen sind, herrscht keine Gefahr", so König weiter. Potenzielle Urlauber, denen die Lawinengefahr zu groß ist, sollten sich im Vorfeld vor Ort informieren.
König: "Jedes Skigebiet hat einen Lawinenwarndienst. Ein kurzer Anruf genügt, dann weiß man, ob die Pisten offen sind oder nicht. Die Leute vor Ort wissen am besten, wie sich die Lage entwickelt. Sind die Lifte offen, besteht keine Gefahr, auch wenn man das nie wirklich hundertprozentig ausschließen kann."
Skifahrer sollten es aber tunlichst vermeiden, die Pisten zu verlassen und den Adrenalin-Kick im Tiefschnee zu suchen. "Abseits der Piste haben Skifahrer im Moment nichts verloren. Wir haben eine erhebliche Lawinengefahr, die zweithöchste Stufe überhaupt", erklärt König und gibt den Skiurlaubern einen Tipp: "Sei vernünftig, bleib auf der Piste. Dann kann nichts passieren. Es gibt Gefahren, aber wenn ich mich richtig verhalte, kann ich beruhigt Urlaub machen."
Auch erfahrene Skifahrer sollten den Tiefschnee meiden. "Da kann auch gut ausgebildeten Fahrern etwas passieren. Mir ist so etwas auch schon widerfahren. Zum Glück ist nichts passiert", gibt König zu. Das Problem sieht der Sicherheitsexperte vor allem in der Einstellung mancher Skifahrer. "Diejenigen, die abseits der Pisten fahren, sind viel zu naiv, nehmen die Gefahren gar nicht ernst", sagt er.
Selbst spezielle Lawinenausrüstung bieten nach Angaben Königs im Gelände keine Sicherheit, sind aber ein Muss für jeden, der die Warnungen in den Wind bläst und sein Leben aufs Spiel setzt.
Die Lage wird sich nach Meinung Königs in den kommenden Tagen noch verschlimmern. "Wenn die Temperaturen ansteigen, wird es noch extremer", so der DSV-Experte. Schmilzen die Schneemassen, müssen sich die Skigebiete auf noch mehr Lawinen einstellen. "Zu viel Neuschnee ist immer gefährlich", so König.


