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panorama dubai skyline 2010
  Foto: RP, C. Kuhs
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Wo Rekorde ganz normal sind: Dubai – Stadt der Superlative

VON CORINNA KUHS - zuletzt aktualisiert: 03.01.2011 - 14:36

Düsseldorf (RP). Größer, schneller, schöner: In Dubai gehört die Rekordjagd zum Alltag. Der Besuch im Wüsten-Emirat wird mit dem Ausblick vom – natürlich – höchsten Turm der Welt zum Erlebnis.

In Dubai gerät die Welt ins Wanken. Wer auf der Aussichtsplattform des Burj Khalifa steht und die Augen schließt, der spürt die Bewegung des Turms. Acht Meter kann das mit 828 Metern höchste Bauwerk der Welt schwanken, Besucher mit Höhenangst sollten lieber nicht darüber nachdenken.

Der Burj Khalifa, vor einem knappen Jahr eröffnet, ist ein Symbol für Dubai. Jener Stadt der Superlative im gleichnamigen Wüsten-Emirat, in der die Endung „-ste“ die am meisten bemühte ist: höchste, schnellste, größte, modernste, schönste, beste. Dubai will das alles sein. Bescheidenheit hat ein anderes Zuhause.

Knapp einen halben Kilometer über dem Boden – die Aussichtsterrasse des Burj Khalifa befindet sich im 124. Stock auf 450 Metern und ist mit dem Fahrstuhl in einer Minute zu erreichen – ist der durchgestylte Größenwahn des Emirats hervorragend einsehbar: Wolkenkratzer, die aus dieser Perspektive bestenfalls wie ein durchschnittlich hohes Mehrfamilienhaus einer deutschen Großstadt wirken, sind zu bestaunen.

Überall glitzert und blinkt es in der Sonne: Was die silberfarbenen Gehry-Bauten am Düsseldorfer Hafen können, versetzt in Dubai keinen mehr in Aufregung: Goldglänzende Hochhäuser, in sich gedreht scheinbar die Statik aushebelnd, oder vollverspiegelte Paläste mit Stockwerkzahlen im oberen zweistelligen Bereich sind überall zu sehen und schreien den staunenden Reisenden förmlich zu: Geld spielt hier keine Rolle. Und so kostet der Besuch der Aussichtsplattform mit Anmeldung im Internet (www.burjkhalifa.ae) auch mal eben 20 Euro pro Person. Wer sich nicht anmeldet, zahlt sogar 80 Euro.

Touristen shoppen tütenweise

Dubai, die künstlich erschaffene Millionenmetropole, deren Einwohner zu mehr als 80 Prozent aus dem Ausland stammen, ist eine Welt für sich. In den Einkaufszentren, direkt neben dem Burj Khalifa steht das – natürlich – größte der Welt, reihen sich die Luxusläden aneinander. Scheichs lassen sich an der Seite von vollverschleierten Frauen in den Geschäften beraten, Touristen bestaunen Auslagen und Preise und schleppen tütenweise ihre Beute in die Hotels. Dabei ist Dubai nicht mehr auffallend günstig: Die Preise für Kleidung und Accessoires bewegen sich auf europäischem Niveau.

Im Burj Khalifa befindet sich seit April dieses Jahres das erste Armani-Hotel der Welt. Zehn Häuser dieser Art sollen in den nächsten fünf Jahren entstehen, erklärt Dorothee Heil, stellvertretende Verkaufsdirektorin. Vom Espressolöffel bis zum ledernen Wandbezug hat Designer Giorgio Armani höchstpersönlich das Interieur ausgesucht. Armani gilt nicht nur bei der Kreation seiner Mode als Perfektionist: „Er segnet alles ab“, sagt die Deutsche Dorothee Heil: Wenn die Köche eine neue Speise entwickeln, richten sie diese an, fotografieren sie und schicken das Bild zu Armani nach Italien. Erst wenn er das Okay gibt, darf das Essen auf die Karte.

Extraservice im Armani-Hotel

750 Mitarbeiter kümmern sich um die Gäste in 160 Suiten und Zimmern. Was früher der Butler war, heißt „Lifestyle-Manager“: 30 davon beschäftigt das Hotel, jeder einzelne hat sechs Assistenten. Rund um die Uhr sind sie für die Gäste erreichbar. Beantwortet einer von ihnen den Anruf eines Gastes nicht innerhalb einer Minute, geht eine Mitteilung an den General Manager des Hauses. Die Gäste sollen sich in ihren nach Feng-Shui-Regeln eingerichteten Zimmern auf schnellen Service verlassen können. Wer zwischen 400 und 8000 Euro pro Nacht und Zimmer zahlt, soll nicht warten. Auch dann nicht, wenn es ihn zu später Stunde nach einem frisch gepressten Granatapfelsaft (sechs Euro) dürstet.

Nichts ist unmöglich in Dubai – selbst Ski fahren nicht. Die Vorstellung, in einer der unzähligen Shopping-Malls in einer Skihalle über die Pisten zu wedeln, dürfte zwar interessant sein, ist aber ökologisch fragwürdig: Da, wo künstlicher Schnee fällt, hat die Natur schließlich Wüste vorgesehen. Kargheit ist im Höher-Schneller-Neuer-Dubai jedoch nur noch am Rande zu erkennen: An den Stadtgrenzen zeigt sich die Wüste, zu sehen aus dem Burj Khalifa oder beim 40-minütigen Rundflug im Wasserflugzeug (www.seawings.ae, ca. 250 Euro).

Dubai wirkt in seiner Dimension irreal, wie eine Fata Morgana. Und obwohl in Dubai angenehm warme Temperaturen herrschen, sollten Reisende mindestens einen dicken Pulli einpacken: Sämtliche Hotels und Einkaufszentren sind auf europäische Herbsttemperaturen herunterklimatisiert.

Vermutlich will Dubai noch einen weiteren Rekord brechen und das kälteste Wüsten-Emirat der Welt sein.

Infos:

Lage Dubai gehört zu den Vereinigten Arabischen Emiraten am Persischen Golf. Rund 1,8 Millionen Menschen leben im Emirat Dubai, davon 85 Prozent in der Stadt Dubai.

Hinkommen Direktflüge gibt es täglich ab Düsseldorf, z.B. mit Emirates, Hin- und Rückflug im Januar kosten um 600 Euro.

Unterkunft Veranstalter bieten Komplettpakete an, zum Beispiel eine Woche Armani-Hotel mit Flug ab 1855 Euro (www.ewtc.de). Pauschalangebote mit Übernachtungen in weniger exklusiven Häusern gibt es bei Reiseveranstaltern ab etwa 650 Euro (vier Nächte im Doppelzimmer, Frühstück, inklusive Flug, pro Person). Ruhig, etwas außerhalb des Zentrums, unterkommen kann man im neuen Mövenpick Ibn Battuta Gate mit Spa (ab 150 Euro pro Doppelzimmer ohne Frühstück, www.moevenpick-hotels.com , das je nach Verkehrslage mit dem Auto vom Flughafen aus in etwa 40 Minuten zu erreichen ist. Reiseveranstalter wie Tui bieten Dubai-Trips auch als ein- bis mehrtägige Stop-over bei Reisen zum Beispiel auf die Malediven an. Zeitverschiebung In Dubai gehen die Uhren im Winter im Vergleich zu Deutschland drei Stunden vor.

Formalitäten Zur Einreise ist für Deutsche ein Reisepass nötig. Urlauber erhalten ein kostenloses Visum, das 30 Tage lang gültig ist. Gut zu wissen Dubai ist ein islamisches Land. Entsprechend sollten Touristen keine freizügige Kleidung tragen.

Quelle: RP

 
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