Alsterschiff mit Brennstoffzellen: Erster Dampfer ohne Abgase
zuletzt aktualisiert: 02.09.2008 - 12:12Hamburg (RPO). Ganz leise und dazu noch besonders umweltschonend ist der neue Dampfer, der seit einigen Tagen im Linienverkehr auf der Hamburger Alster unterwegs ist. Er ist das erste Fahrgastschiff mit Brennstoffzellenantrieb – für den Dampfer wurde extra eine eigene Tankstelle gebaut.
Leise und gleichzeitig umweltschonend fährt der neue Dampfer über die Alster. Er schafft bis zu 14 Stundenkilometer. Für seinen umweltfreundlichen Antrieb sorgen seine Brennstoffzellen: Keinerlei Schadstoffemissionen fallen an, erklärt die Hamburger Umweltbehörde stolz.
Umweltsenatorin Anja Hadjuk taufte den Alsterdampfer auf den Namen „FCS Alsterwasser“. Auch Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) war dabei, als der Sektkorken knallte. „FCS Alsterwasser“ ist laut den Betreibern das weltweit erste Fahrgastschiff mit Brennstoffzellenantrieb, das im Linienverkehr eingesetzt wird.
Wasserdampf statt Abgase
Seit einigen Tagen dreht der rund 25 Meter lange Dampfer auf der Alster seine Rundfahrten. „Zero Emission Ships – Emissionsfrei über die Alster“ prangt in grünen Buchstaben auf seiner Seite. Als Treibstoff dient ihm Wasserstoff, der in den Brennstoffzellen zusammen mit dem Sauerstoff aus der Luft in elektrische Energie umgesetzt wird. Als Abgas entsteht lediglich Wasserdampf, teilt die Umweltbehörde mit.
So können bis zu 100 Passagiere auf dem Dampfer „FCS Alsterwasser“ schadstoff- und auch lärmfreie Fahrten genießen. Zum Auftanken muss das Schiff etwa alle drei Tage an der Wasserstoff-Schiffstankstelle an der Alster halten, die eigens für die „FCS Alsterwasser“ gebaut wurde. Auch diese Tankstelle ist weltweit einzigartig: Sie ist die erste Wasserstoff-Schiffstankstelle.
Prototyp für zwei Jahre
„FCS Alsterwasser“ ist ein Prototyp. Der Dampfer soll nach Angaben der Umweltbehörde in den nächsten zwei Jahren beweisen, dass der Brennstoffzellenantrieb für Schiffe technisch möglich ist. Gleichzeitig soll der Prototyp zeigen, dass er durch die wegfallenden Schadstoffemissionen besonders geeignet für ökologisch sensible Binnengewässer und Häfen ist.
Die Kosten für die "Alsterwasser" betragen der Behörde zufolge etwa 5,2 Millionen Euro, davon stammen 2,4 Millionen aus EU-Fördermitteln. Allerdings gibt es einen kleinen Wermutstropfen: Der Antrieb mit Brennstoffzellen ist nicht immer automatisch völlig umweltfreundlich. Entscheidend ist, wie der Wasserstoff produziert wird. Denn er kann aus fossilen Energien - wie etwa Erdöl - gewonnen werden, aber auch aus Wasser mit erneuerbaren Energien.


