Studie zum Reiseverhalten: Familien geht das Geld für Urlaub aus
zuletzt aktualisiert: 11.09.2008 - 11:32Nürnberg (RPO). Gestiegene Energiekosten und höhere Preise machen es Familien schwer, auch noch eine Urlaubsreise zu bezahlen. Besonders reisefreudig sind dagegen Senionren und Singles. Bei ihnen ist die Reiselust allen Preissteigerungen zum Trotz ungebrochen.
Zwischen November 2007 und April 2008 sind Menschen aus 13,4 Millionen Haushalten in den Urlaub gefahren, das geht aus einer jetzt vorgestellten Studie der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hervor. Das sind 0,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Insgesamt sind in diesem "Tourismushalbjahr", 43,9 Millionen Reisen unternommen worden: 700.000 oder 1,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Dabei sind auch die Ausgaben für Reisen um 0,9 Prozent auf 22,1 Milliarden Euro gestiegen.
Besonders reisefreudig sind laut GfK-Studie Alleinstehende und ältere Menschen. Der Marktanteil an Single-Reisen stieg um 0,7 Punkte auf 10,7 Prozent, bei den über 64-Jährigen legte er um 0,5 Punkte auf 14,8 Prozent zu. Dagegen packen Familien immer seltener die Koffer. Hier sank der Marktanteil auf 21,5 Prozent (minus 1,1 Punkte).
Wichtigster Wachstumstreiber waren Reisen ins Ausland. Ihre Zahl nahm um 500.000 auf 19,8 Millionen zu. Auch die klassischen Skiregionen in der Schweiz, Österreich und Frankreich profitierten mit Wachstumsraten zwischen sechs und sieben Prozent. Beim Badeurlaub verzeichneten die Türkei und Ägypten Zuwächse um jeweils rund zehn Prozent.
Insbesondere Kurztrips ins Ausland mit einer Dauer zwischen einem und vier Tagen waren gefragt: Ihre Zahl nahm im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent zu.
Zweistellige Zuwächse an der Nord- und Ostsee
Während Reisen ins Ausland immer kürzer werden, verbringen die Deutschen laut Umfrage im eigenen Land längere Urlaube. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Reisen mit einer Dauer von mehr als fünf Tagen um 0,8 Prozent auf 8,6 Millionen. Insgesamt unternahmen die Deutschen im Winterhalbjahr damit 24,1 Millionen Reisen im Inland, 200.000 mehr als vor einem Jahr. Die großen Gewinner mit zweistelligen Zuwachsraten seien Bundesländer an Nord- und Ostsee wie Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen.
Für die Studie befragten die Marktforscher 20.000 Haushalte in Deutschland. Die Ergebnisse werden zwei Mal im Jahr veröffentlicht.


