Sehenswertes rund um die körperliche Liebe: Franzose eröffnet Sex-Akademie in London
zuletzt aktualisiert: 27.04.2007 - 20:52London (RPO). Ein Franzose hat der britischen Unterkühltheit den Kampf angesagt: In London hat Johan Rizki eine Sex-Akademie eröffnet, die den Untertanen der Queen einen frischen Zugang zu körperlicher Liebe eröffnen soll.
"Amora", die Akademie für Sex und Beziehungen, öffnete diese Woche in der britischen Hauptstadt die Tore. Sie bietet nicht nur Exponate, sondern auch interaktive Spiele und Modelle zum Anfassen.
"Wir sind ganz bewusst kein Museum: Es geht hier um Sex von heute und morgen - und nicht um den von gestern", sagt Amora-Gründer und Chef Johan Rizki, stolzer Besitzer eines Harvard-Diploms und - Franzose.
Damit will Rizki sich eindeutig von entsprechenden Einrichtungen im Ausland absetzen. "Das Sex-Museum in Amsterdam ist schäbig, das in New York langweilig", winkt er ab. Der Franzose wollte einen Ort, "an dem man über Sex reden kann, aber mit Freude und Interesse". In seiner Akademie könnten sich Interessierte an Therapeuten wenden, es gebe akademische Debatten, Workshops sowie handfeste Ausstellungen mit wissenschaftlichen und inspirierenden Exponaten.
Rizkis neuartige Lehranstalt liegt im Herzen Londons, zwischen Leicester Square und Picadilly Circus. Zwischen roten Wänden, aus denen verführerisches Geflüster tönt, geht der Besucher eine Treppe herunter. Am Eingang wird ihm ein Cocktail mit aphrodisiakischer Wirkung serviert - dann geht es ohne Umschweife zur Sache.
Mit oder ohne Audio-Führer kann der Interessierte sich an Touch-Screens informieren. Anhand eines Dildos oder von Modellen von Vaginas, Brüsten und Hoden kann er viel über die erogenen Zonen bei Männern und Frauen erfahren - oder auch lernen, wie sich Tumor-Knoten ertasten lassen.
An der Ausstellung arbeiteten Wissenschaftler, Ärzte, Psychologen, Beziehungsratgeber und Sextherapeuten mit - was sich in dem Ergebnis deutlich niederschlägt. Neben dem gesundheitlichen Aspekt spielt der Spaß an der körperlichen Liebe bei Amora eine große Rolle. Wer will, kann sich ausführlich über Flirten, Techniken und Fantasien aufklären lassen. Es gibt einen "Sexplorium"-Bereich, in dem pädagogische Videos gezeigt werden, aber auch die "Fantasie- und Fetisch"-Zone, in der der Besucher die Stärke seiner Po-Klapse überprüfen kann.
Die Reaktion der ersten britischen Besucher ist vielversprechend. Die 18-jährigen Londonerinnen Chloe und Hannah kamen in die Akademie, sobald sie im Fernsehen davon gehört hatten. Ihren Nachnamen wollen sie dann aber doch nicht sagen. Bei einigen Exponaten, meint Hannah, "fiel mir einfach die Klappe 'runter". Ein junger Mann, der nicht einmal seinen Vornamen nennen möchte, findet es "wichtig, dass junge Leute alle Information über Sex bekommen, die sie brauchen, um sich entscheiden zu können".
Auf den pädagogischen Ansatz legt Rizki großen Wert. Einige Schulen hätten sich schon bei ihm gemeldet, weil sie sich für den gesundheitlichen Teil der Ausstellung interessierten. Dieser enthält auch äußerst abschreckende Bilder von Menschen, die an Geschlechtskrankheiten oder Aids leiden. Mit der Porno-Industrie will Rizki nichts zu tun haben: Alle Investoren für seine Akademie fand er in der Finanz- und Gesundheitsbranche, wie er betont. "Ich möchte, dass die Welt sexy wird. Ich wünsche mir, dass Menschen den ein oder anderen Tip mit nach Hause nehmen, der ihr Leben verändern kann", verkündet der französische Geschäftsmann.
Zahlen muss der Besucher für diese Lebenslektion immerhin zwölf Pfund (18 Euro). Dafür muss er allerdings vor fünf Uhr nachmittags kommen, danach kostet der Eintritt 15 Pfund (22,50 Euro). Studenten und Rentner bekommen Ermäßigung. Bei Erfolg soll Amora auch nach Deutschland exportiert werden, in die USA - und nach Paris.


