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HafenCity Panorama tmn 2012
  Foto: tmn
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Noch ist es eine Baustelle: Hamburgs HafenCity lockt Touristen an

zuletzt aktualisiert: 04.11.2011 - 08:06

Hamburg (RPO). Spaziergänge an der Elbe gehören für viele Hamburg-Touristen zu den Klassikern. Ein noch vergleichsweise neues Terrain ist die HafenCity - mit immer mehr Möglichkeiten zum Bummeln am Fluss entlang. Im Herbst, wenn die neu gepflanzten Bäume ihr Laub färben und die tiefstehende Sonne die Wasseroberfläche glitzern lässt, hat das noch einmal einen ganz anderen Reiz als im Sommer.

Zu sehen gibt es einiges, auch wenn die HafenCity noch eine Baustelle ist: Das Internationale Maritime Museum beispielsweise ist bereits ein beliebter Anlaufpunkt. Manche kommen auch nur, um zu gucken, wie weit die Bauarbeiten am umstrittensten Gebäude der HafenCity sind: der Elbphilharmonie. Wer etwas Zeit mitbringt, kann sich kostenlosen Führungen anschließen.

Anziehende Sehenswürdigkeiten

Zu den touristischen Highlights gehörte die Umgebung der HafenCity schon lange: Das Deutsche Zollmuseum findet sich hier, das Gewürzmuseum, das Miniatur Wunderland - die "größte Modelleisenbahn der Welt" -, der Hamburg Dungeon und natürlich die Speicherstadt mit ihren vielen ansehnlichen Speicherhäusern aus Backstein, erbaut zu Kaisers Zeiten und seitdem der größte zusammenhängende Lagerhauskomplex der Welt.

Info

Sehenswürdigkeiten: Miniatur Wunderland, Speicherstadt, Deutsches Zollmuseum, Hamburg Dungeon

Für 2013 ist eine Brücke geplant, die von der Hamburger Innenstadt bis in die HafenCity führen soll. Ab Herbst 2012 fährt die neue U-Bahn U4 direkt in das neue Stadtviertel.

Besonderer Blickfang der HafenCity wird die Elbphilarmonie sein, ein 26 Stockwerke hohes Konzerthaus, das 2150 Plätze umfassen soll. Zudem sind Wohnungen, Hotelzimmer und Restaurants geplant.

Mal ganz abgesehen davon, dass es von dort nur ein Katzensprung bis zu den Landungsbrücken in St. Pauli ist. Dort starten die traditionellen Hafenrundfahrten genauso wie die Fleettouren, bei denen man die Speicherstadt auf dem Wasser erkundet.

Nun ist mit der HafenCity ein weiterer Anziehungspunkt hinzugekommen, von dem die Touristiker der Stadt glauben, dass er den Höhenflug der Besucherzahlen noch ankurbeln wird. Schon in den vergangenen Jahren ist Hamburg als Reiseziel immer beliebter geworden. Rund 10 Millionen Gästeübernachtungen werden für dieses Jahr erwartet - 2020 werden es konservativen Schätzungen zufolge 13,5 Millionen sein. Aber auch 18 Millionen seien möglich, glaubt Dietrich von Albedyll, der Chef von Hamburg Tourismus.

Das neue Stadtviertel hat daran seinen Anteil: "Wir rechnen damit, dass 2025 täglich rund 80 000 Touristen in die HafenCity kommen", sagt Susanne Bühler von der HafenCity GmbH. Einige sollen in dem neuen Quartier auch gleich übernachten. Denn weil es Hamburg insgesamt an Hotelzimmern fehlt, sind in der HafenCity mehrere Neubauten geplant. Das Design-Hotel "25hours" hat bereits in diesem Juli eröffnet.

Leben und arbeiten in der HafenCity

Susanne Bühler steht vor dem Internationalen Maritimen Museum, das in den alten Kaispeicher B eingezogen ist, ein Speicherhaus aus dem Jahr 1878. "Es widmet sich 3000 Jahren Schifffahrtsgeschichte und ist schon jetzt eine Touristenattraktion", sagt Bühler. Das Museumsgebäude liegt direkt am Magdeburger Hafen, in den früher die Schiffe von der Elbe kommend einliefen und ihre Ladung löschten. Bis ins Überseequartier ist es nicht weit - Besucher können vom Museum aus zu Fuß dorthin schlendern, ohne privaten Grund zu betreten: 37 Prozent der Flächen in der HafenCity sind öffentlich zugänglich.

Das Überseequartier ist ein Stück fast fertige HafenCity. Es gibt schon grüne Rasenflächen mit Parkbänken, einige Restaurants, eine Grundschule in einem fünfstöckigen Gebäude mit Pausenhof auf dem Dach samt Sonnensegel für heiße Sommertage. Der Schulgong klingelt gerade - die ersten Schüler sind vor zwei Jahren in ihre Klassenräume eingezogen. Die Architektur ist zeitgenössisch, nimmt aber Anleihen an den Backsteinbauten der Kaiserzeit. Die Atmosphäre ist offenbar entspannend: Auf einer Steinfläche zwischen zwei Rasenstücken hat sich ein erschöpfter Besucher zum Ausruhen hingelegt.

Die Gebäude des Quartiers haben klangvolle Namen wie Sumatra-Kontor. Und Bürohäuser stehen gleich neben solchen mit Wohnungen. Das ist typisch für das neue Stadtviertel, das die Hamburger unermüdlich als das größte Städtebauprojekt Europas feiern, und war von Anfang an so geplant: Das Ungewöhnliche an der HafenCity sei die "Nutzungsmischung", sagt Susanne Bühler. Wohnen und Arbeiten ist hier Tür an Tür möglich. "Es sind schon 300 Unternehmen hier, vom 'Spiegel' bis zum Germanischen Lloyd."

Ein Ziel des Projekts sei, das Wohnen in die Innenstadt zurückzuholen. "Geplant sind 5800 Wohnungen für 12 000 Bewohner - heute leben in der Innenstadt 14 000 Menschen." Die HafenCity sei ein klassisches Waterfront-Projekt, erklärt Bühler, "aber mitten in der Stadt, nur 900 Meter vom Rathaus entfernt. Das ist schon etwas Besonderes."

Den Beschluss, mit der HafenCity ein neues Viertel unweit der Elbe entstehen zu lassen, fasste die Hamburger Bürgerschaft schon 1997, Baubeginn war vor gut zehn Jahren. Und gerade erst wurden die Pläne für die Bebauung im Osten vorgestellt, wo bis voraussichtlich 2018 rund 1800 neue Wohnungen entstehen. Eine neue Brücke, über die Bewohner und Besucher aus der Innenstadt in die HafenCity kommen können, soll es schon fünf Jahre früher geben. Die neue U-Bahn U4 fährt ab Herbst 2012 in das neue Stadtviertel.

Planungen noch nicht abgeschlossen

Noch einiges mehr, was Touristen interessieren könnte, ist Zukunftsmusik: Am Grasbrookhafen ist eine Marina geplant, vor dem Marco-Polo-Tower eine "Sansibar", die erste außerhalb von Sylt. Und dann die Elbphilharmonie: Der Bau hat sich immer wieder verzögert, die Kosten explodieren. Noch immer ragen an der Baustelle Kräne in den Himmel. Eigentlich war die Eröffnung für 2010 vorgesehen. Wann das Konzerthaus fertig wird, ist ungewiss, sicher nicht vor 2014. Der Konzertsaal in 50 Metern Höhe soll 2150 Plätze bieten.

In den 26 Stockwerken soll es aber auch Wohnungen, Hotelzimmer und Restaurants geben. Und die Plaza im 8. Stock soll so groß werden wie der Hamburger Rathausmarkt - in 37 Metern Höhe lässt sie sich komplett umrunden. Wer zwischendurch eine Pause einlegen will, hat dazu in mehreren Cafés und Restaurants Gelegenheit. Man muss aber nicht warten, bis sie eröffnet sind: Sonntags gibt es öffentliche Baustellenführungen, bei denen die Besucher mit Helm und Gummistiefeln durch Hamburgs künftiges Wahrzeichen schlendern. Der Blick über die HafenCity ist schon jetzt ganz eindrucksvoll.

Informationen: HafenCity InfoCenter im Kesselhaus, Am Sandtorkai 30, 20457 Hamburg (Tel.: 040/36 90 17 99).

Quelle: dpa-tmn/chk
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