Amsterdam verkleinert Rotlichtviertel: Hotels statt Bordelle
zuletzt aktualisiert: 08.12.2008 - 12:57Amsterdam (RPO). Amsterdam will sein berühmtes Rotlichtviertel sanieren und die Zahl der so genannten Huren-Schaufenster halbieren. Das historische Stadtzentrum solle mit neuen Hotels und Kulturangeboten attraktiver für Touristen werden, erklärte die Stadtverwaltung bei der Vorstellung ihres Plans.
Für bis zu 50 Millionen Euro sollen aus ehemaligen Bordellen Büros, Wohnungen, Hotels, Cafés und Gallerien gemacht werden. Hochklassige kulturelle und gastronomische Angebote sollen die Attraktivität der Wallen als Szene- und Amüsierviertel für Touristen und Einwohner deutlich erhöhen. Insgesamt wird das neue Konzept für den Rotlichtbezirk mehrere hundert Millionen Euro kosten. Die Stadt hofft dabei auf private Investoren.
Binnen zehn Jahren solle die Zahl der Schaufenster, in denen Prostituierte ihre Dienste anbieten, von 482 auf 240 halbiert werden. Auch von den 76 in der Innenstadt gelegenen Coffee-Shops, in denen Cannabis verkauft werden darf, soll die Hälfte geschlossen werden.
Es werde weiterhin Raum für das Sex-Geschäft und die Coffee-Shops geben, allerdings an kontrollierbaren Orten, teilte die Stadt weiter mit. Prostitution und Coffee-Shops sollten das Gebiet nicht mehr dominieren, sie seien "zu massiv" geworden, sagte der stellvertretende Bürgermeister Lodewijk Asscher. "Dies ist eine notwendige Korrektur."
Bordelle, Sex-Shops, Coffee-Shops und weitere Geschäfte, in denen weiche Drogen verkauft werden, seien ein Nährboden für Kriminalität, hieß es in dem Plan der Stadt weiter. Einige Einrichtungen dienten der Geldwäsche. Auch Frauenhandel und Drogenkriminalität seien ein Grund für die neue Strategie.
Die Pläne für Amsterdams Rotlichtbezirk sind das jüngste Beispiel für eine Verschärfung des traditionell liberalen Umgangs in den Niederlanden mit Themen wie Prostitution und weichen Drogen. Anfang Dezember wurden Anbau und Verkauf halluzinogener Pilze, der sogenannten Magic Mushrooms, für illegal erklärt.


