kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Toronto bietet viele Möglichkeiten: Kaufrausch in der Unterwelt

VON JOCHEN LENZEN - zuletzt aktualisiert: 03.06.2003 - 10:23

Bankenviertel und Chinatown, Filmstudios und Autoindustrie, Theaterbühnen und Marktstände Toronto bietet vieles.

Frisch weht der Wind vom Ontario-See die Straßen der kanadischen Metropole Toronto hinauf. Schon wieder kommen uns geschäftigen Schritts Passanten mit geschlossenen Pappbechern entgegen: Heißer Kaffee ist zumindest im Winter offensichtlich das absolute Lieblingsgetränk in Toronto. In jedem einzelnen Block der Millionenstadt bieten wenigstens zwei, drei aufwändig gestaltete Coffee-Stores Tim Hortons, Timothy’s, Second Cup oder Starbucks den röstfrischen, wärmenden Muntermacher in mindestens einem Dutzend Variationen.

Die Kaffeefreunde verschwinden in der Royal Bank of Canada, deren golden schimmernde Glasfassaden sich wirkungsvoll gegen die meeresgrünen Fensterfronten der beiden riesigen Canada Trust Tower absetzen. „Es ist das einzige Gebäude, dessen Wert sich täglich ändert“, sagt die Stadtführerin, „denn das Glas hat tatsächlich einen hohen Anteil an echtem Goldstaub.“

Neben dem Eingang führen blitzsaubere Treppen in die Unterwelt, die das Banken- mit dem Geschäftsviertel verbindet. Über zehn Kilometer erstrecken sich dort die Passagen mit hunderten von Läden, Snackbars und Cafés. Und wer beispielsweise im eleganten Eaton-Center wieder über die Rolltreppen aufwärts fährt, erlebt drei Galerien mit weiteren unüberschaubaren Angeboten vom kitschigen Souvenir bis zu den trendigsten Textilmarken. Ohne auf die winterkalten Straßen treten zu müssen, kann der geneigte Kunde in den Shoppingalleen und -palästen aus Marmor, Glas, Messing und Stahl den ganzen Tag lang alles kaufen, was das Konsumentenherz begehrt.

Ein ehemaliges Bankgebäude, 1845 errichtet, ist gar versetzt und unter einem Gewölbe aus Stahlpalmen in den BCE-Place integriert worden. Knapp draußen vor gelassen haben die Architekten des Eaton-Centers die Trinity-Church von 1847, deren Gemeindemitglieder sich geweigert hatten, ihren Grund und Boden zu verkaufen. Ein anrührender Anblick: das alte, kleine Gotteshaus unter den gigantischen Büro- und Hotelkomplexen.

Selbstbewusster wirkt das backsteinerne „Bügeleisenhaus“ von 1892, in dem die ehemalige Schnapsfabrik Gooderham vor allem in der Prohibitionszeit auch mit Al Capone so gute Geschäfte machte, dass sie gegenüber eine eigene Bank baute. Um das Geld sicher hin- und herbewegen zu können, wurden die Häuser damals schon unterirdisch verbunden. Vier Jahrzehnte älter ist die Halle des in der benachbarten „Altstadt“ gelegenen St.Lawrence-Markts mit seiner Fülle an frischen Lebensmitteln. Samstags ab fünf Uhr bieten Bauern der Umgebung dort Gemüse, Obst und Käse an.

Auf dem Nathan-Phillips-Square zwischen dem alten (1899) und neuen Rathaus (1967) flitzen die Schlittschuhläufer über die Eisfläche. Auf dem großen Thermometer auf dem Canadian-Live-Gebäude leuchten die Lichter von oben nach unten auf und signalisieren so fallende Temperaturen. Gut für das dreitägige Winterfest, das jährlich mit viel Musik, Artistik, Eisbildhauern, Kunstlaufdarbietungen, heißen Suppen und Hot Dogs gefeiert wird. Wer später noch ausgehen will, geht wenige Minuten weiter ins Szene-Viertel der Queen Street West.

Nirgends wird die multikulturelle Gesellschaft der Metropole so deutlich wie hinter dem großen, von Leben und asiatischen Waren überquellendem Chinesenviertel: In einer winzigen Kaffeebude an einer Ecke des „Kensington Market“, dem vormaligen Judenviertel, schmeckt der Cappuccino bei Jazzmusik aus dem Radio. Die Decke ist mit blauem Glanzpapier ausgeschlagen, papiernes Weinlaub umrahmt die kleinen Fenster, zwei Minibänke ruhen auf Baumstümpfen. Der Blick fällt auf das geschäftige Treiben um Ali Baba’s Discount Shoes, ein billiges Factory Clothing Outlet, den Sunwah Fruit Market und als bestes Beispiel für die Multinationalität des Viertels und der ganzen Metropole auf das Restaurant mit der Aufschrift: „The Original Hungary-Thai“ und dem Hinweis „Schnitzel“.

Unweit des 553 Meter hohen CN-Fernseh-Turms entsteht ein riesiger Komplex mit neuen Filmstudios, eine Art „Trostpflaster“ für die abgelehnte Bewerbung für die Olympischen Spiele 2008. Die Filmindustrie gehört im „Hollywood des Nordens“ neben dem Finanzgeschäft, der Automobilindustrie (am Rand von Groß-Toronto mit vier Millionen Einwohnern) und dem Kulturbetrieb zu den bedeutendsten Wirtschaftszweigen. Mit über 40 Live-Theatern liegt die Hauptstadt Ontarios nach New York und London an dritter Stelle in der Welt. Ein immer wichtiger werdender Erwerbszweig im Süden der Provinz, der zunehmend nicht nur Toronto versorgt, ist der Weinbau. Wegen der zahlreichen frostigen Winternächte liefert er Trauben für den neuen Exportschlager, den kanadischen Eiswein.


 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Zweiter Koffer im Flieger wird teurer

Gepäckregelungen der Lufthansa

Zweiter Koffer im Flieger wird teurer

Lufthansa führt neue Regelungen für Gepäck und alleinreisende Kinder ein. Betroffen sind alle Buchungen ab dem 1. Juni. Flugreisende müssen ... mehr 

Erdbeben - die Rechte der Urlauber

Umbuchung und Stornierung

Erdbeben - die Rechte der Urlauber

Nachdem es erneute Nachbeben in der norditalienischen Region Emilia Romagna gegeben hat, sind viele Menschen beunruhigt. Darf eine Reise nac ... mehr 

mehr Reise
Aus der Region

Gepäckregelungen der Lufthansa

Zweiter Koffer im Flieger wird teurer

Umbuchung und Stornierung

Erdbeben - die Rechte der Urlauber

Schönheit auf den zweiten Blick

Ein Streifzug durch Mannheim

Reise nach Großbritannien

Nicht wiedergefundenen Ausweis nutzen

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Kurios: Flugzeuge verhaken sich ineinander

Auf dem Chicagoer Flughafen sind sich zwei sehr ungleiche Flugzeuge ins Gehege gekommen. Eine Boeing 747 wollte sich auf den Weg machen, als ... mehr 

Bilderserien Reise
Mannheim: Schönheit auf den zweiten Blick
Mannheim: Schönheit auf den zweiten Blick
Mannheim ist für viele Touristen und Einwohner erst eine Schönheit auf .. mehr 
 
Mannheim: Schönheit auf den zweiten Blick
Mannheim: Schönheit auf den zweiten Blick
Mannheim ist für viele Touristen und Einwohner erst eine Schönheit auf ..
mehr 
Das war die Reisewelt 2012
Das war die Reisewelt 2012
Die Reisewelt war wie auch schon im Vorjahr ..
mehr 
Das sind die wohl buntesten Zelte der Welt
Das sind die wohl buntesten Zelte der Welt
Das sind die buntesten Zelte der Welt
mehr 
75. Geburtstag der Golden Gate Brücke
75. Geburtstag der Golden Gate Brücke
75. Geburtstag der Golden Gate Brücke
mehr 
 
MEHR

Wie Urlauber Maori-Folklore erleben

Neuseeland: Zum Hangi ein Hongi

Seltsame Dinge tun sich im Bus der 22-köpfigen deutschsprachigen Reisegruppe. In der drittletzten Reihe versucht eine rothaarige Düsseldorferin ausdauernd, mit dem Nasenrücken die gleiche Körperstelle ihres Mannes zu berühren. VON Jürgen Diebäcker  mehr

 
 

Tempel - älter als Stonehenge und die Pyramiden

Malta: Eine Insel ganz in Honiggelb

 

Keine Chance dem Massentourismus

Mauritius: Viel Luxus mitten im Indischen Ozean

 

Traditionelle Osterfeiern auf Zypern

Zum Fest duften die Flaounes

 
Die Länder der Welt
Die Inseln der Welt
Infos auf einen Blick

Deutschlands größte Städte in Zahlen

Auf-dem-Dach-des-Koelner-Doms_1_59524.jpg

Fläche, Einwohnerzahl, bekannteste Sehenswürdigkeiten - hier finden Sie alle Infos über die 15 größten deutschen Städte auf einen Blick.

Riesige-Staubwolke-legt-sich-ueber-Sydney_1_48429.jpg

Mit dem Rucksack um die Welt

Sydney: verregnet, aber großartig

Der Deutsche an sich mag zwei Dinge besonders gerne. Nummer eins: reisen. Darum sind die Hostels in Sydney voll von jungen Bundesbürgern, die das nur noch wenig unerkundete Australien erkunden wollen. Nummer zwei: meckern. VON Christian Spolders  mehr

 

Mit dem Rucksack um die Welt

Melbourne: sonnig, sportlich, szenig

 

Mit dem Rucksack um die Welt

Santiago – zwischen Schnee und Palmen

 
 

Mit dem Rucksack um die Welt

Sandboarden im Tal des Todes

Fluginfo

Alle Informationen auf einen Blick

Gewerkschaft will Frankfurter Flughafen bestreiken

Hier finden Sie alle Informationen zu Abflug- und Ankunftzeiten der Flughäfen in Ihrer Region. mehr 

Top-Services

Interessantes aus aller Welt

Infografiken und Karten von RP ONLINE

Diese-Bauwerke-sind-Weltrekord_5_59378.jpg

Die die größten Seen, die höchsten Bauwerke, die größten Flughäfen - in unseren Karten finden Sie viele spannende Informationen auf einen Blick. mehr