Immer mehr Deutsche entdecken das Baltikum: Lettland bietet Jugendstil, Sandstrand und Natur pur
zuletzt aktualisiert: 28.04.2004 - 08:33Wenn die Deutschen verreisten, richtete sich ihr Blick meistens nach Süden. Doch mit der Erweiterung der Europäischen Union darf der Blick auch durchaus weiter gen Osten schweifen - zum Beispiel in das Baltikum. Viele Deutschen haben dabei Lettland schon als schönes Reiseziel entdeckt.
Rund 150.000 Bundesbürger besuchten im vergangenen Jahr die "mittlere" der drei baltischen Republiken. Das waren über 30.000 mehr als 2002 und 60.000 mehr als 2001. Die Zuwachsraten sollen auch im laufenden Jahr anhalten. Mit 180.000 deutschen Besuchern rechnet die baltische Tourismuszentrale für 2004 in Lettland. Von den meisten deutschen Airports gehen Flieger nach Riga. Von Rostock, Lübeck und Travemünde aus verkehren Fähren nach Lettland.
Erste Anlaufstelle für Touristen ist zweifellos Riga. Die Stadt mit rund 750.000 Einwohnern sieht sich als "Hauptstadt des Baltikums“ und wird gern auch als "kleines Paris des Nordens" bezeichnet. Vor allem in den 20er und 30er Jahren hatte sich Riga diesen Ruf mit einem reichhaltigen Kulturleben erworben. Nach und nach wird die 1201 von Bremer Kaufleuten gegründete Stadt dem Image wieder gerecht. Nicht zuletzt die 800-Jahr-Feiern vor drei Jahren haben dabei kräftig geholfen.
Riga präsentiert sich heute als moderne Stadt mit Nachtklubs, Spielcasinos, Boutiquen und einer international geprägten Gastronomie. Riga ist aber auch eine Stadt mit reichhaltiger Kultur. Die Nationaloper genießt internationalen Ruf, sechs Theater und mehrere Dutzend Museen und Galerien komplettieren das Angebot. Eine lange Tradition haben Sängerfeste im Land. Jüngster Ausdruck der sangesfreudigen Letten war der Sieg von Marie N beim Eurovision Song Contest 2002.
Für Architekturfans ist die Stadt ein Muss. Holzhäuser und Jugendstilviertel haben die Kriegswirren überstanden, seit 1997 zählt die Altstadt zum Weltkulturerbe der Unesco. Die zahlreichen Backsteintürme erinnern manch einen an Lübeck.
Endlose Wälder für Naturfreunde
Doch Lettland hat noch mehr zu bieten. Rund 500 Kilometer sind Küstenstreifen, viele Kilometer sind weißer Sandstrand. Bekannt ist der Badeort Jurmala vor den Toren Rigas. Einst verkehrte hier die High Society Europas, seit Wiedererlangung der Unabhängigkeit wirbt Jurmala westliche Touristen wieder mit seinem sauberen Wasser, Heil- und Schönheitskuren sowie liebevoll restaurierten, 100 Jahre alten Sommervillen. Auch Naturfreunde kommen in Lettland auf ihre Kosten. Endlose Wälder laden zu einsamen Wanderungen ein. Unter den Nationalparks ragt Gauja im Norden mit einem wildromantischen Urstromtal hervor. Zahlreiche Hochmoore können über Holzstege erkundet werden. Viele Flüsse eignen sich für Bootstouren. Im Westen prägen verträumte Fischerdörfer und kleine Städtchen die Szenerie, im Osten dominieren Seenlandschaften. Der Süden ist Heimat vieler Burgen und Schlösser.
Die beste Reisezeit ist von Mai bis September, die Sommer in Lettland sind warm, Frühjahr und Herbst aber nur kurz. Erforderlich ist ein Reisepass, der noch 90 Tage bei Wiederausreise gültig ist. Wer mit dem Auto kommt, muss die grüne Versicherungskarte mitnehmen, der EU-Führerschein wird anerkannt. Wegen der relativ hohen Diebstahlgefahr rät das Auswärtige Amt zu Wegfahrsperren und/oder Alarmanlagen sowie das Abstellen auf bewachten Parkplätzen. Pflicht ist auch eine Reisekrankenversicherung.


