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  Foto: AP, AP
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Ägypten: Letzte Urlauber bald wieder zu Hause

zuletzt aktualisiert: 10.02.2011 - 18:59

Berlin (RPO). Nur noch sehr wenige deutsche Urlauber halten sich am Roten Meer auf. In den kommenden Tagen werden die letzten zurück in Deutschland erwartet. Die deutsche Reisebranche will Ägypten zwar als wichtiges Urlaubsziel behalten, glaubt aber nicht an eine baldige Rückkehr zur touristischen Normalität.

Eine Sprecherin des Deutschen Reiseverbands (DRV) sagte der Nachrichtenagentur AFP am Freitag, die deutschen Reiseveranstalter hätten "kaum noch Gäste" in dem von Protesten erschütterten Land. Deutschlands größter Reiseveranstalter Tui teilte mit, am Sonntag und Montag mit zwei Sonderflügen die letzten knapp 300 Ägypten-Urlauber in ihre Heimat bringen zu wollen. Die Maschinen würden von Hurghada am Roten Meer nach Frankfurt am Main fliegen. Der Ferienflieger Condor will am 14., 17., 21., 24. und 28. Februar noch einmal von Frankfurt/Main und München nach Hurghada und Scheich el Scheich und zurück fliegen.

Tui erklärte, mehr als 90 Prozent der Urlauber, die ursprünglich nach Ägypten hätten reisen wollen, seien auf ein anderes Ziel ausgewichen. Bevorzugte Urlaubsorte seien dabei die Kanarischen Inseln, die Türkei und Mallorca. Viele Gäste seien bereit gewesen, deutlich höhere Preise für ihre Reisen zu zahlen.

Dass dann "alle Leute vor den Reisebüros stehen und nach Ägypten wollen, das glaube ich nicht", sagte Hans-Gustav Koch, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Reiseverbands (DRV) in Berlin, dem dpa-Themendienst.

Es werde Zeit brauchen, bis der Urlaubsreiseverkehr nach Ägypten und ins ebenfalls von Unruhen geschüttelte Tunesien wieder "hochgefahren" worden ist. Derzeit gilt für Ägypten eine Teilreisewarnung des Auswärtigen Amtes. Sie betrifft Kairo, Alexandria und Suez. Von Reisen in andere Landesteile samt der Tourismusgebiete am Roten Meer rät das Ministerium "dringend" ab. Reiseveranstalter wie Tui, Thomas Cook/Neckermann, Alltours, FTI und die Rewe-Pauschaltouristik (ITS, Jahn Reisen, Tjaereborg) haben alle Abflüge bis 28. Februar gestrichen.

Viele bieten darüber hinaus kostenlose Umbuchungen bis kurz vor die Zeit der Osterferien an. Für diesen Freitag hat Ägyptens Opposition erneut einen "Marsch der Million" gegen das Regime von Präsident Mubarak angekündigt. Der Blick der Veranstalter richtet sich für den Fall, dass sich die Lage beruhigt, bereits auf die Wintersaison 2011/12.

Ägypten sei kein typisches Sommerziel, sagte Koch. "Da ist es am Roten Meer sehr, sehr heiß. Aber wir müssen über den Sommer versuchen, gemeinsam mit den Ägyptern und Tunesiern den Tourismus wieder anzukurbeln, so dass wir zumindest im nächsten Winter wieder da sind, wo wir heute waren." Nach Ägypten flogen zuletzt etwa 1,2 Millionen Deutsche pro Jahr.

Die Buchungen hielten sich "im Augenblick natürlich in Grenzen". Es hänge nun "sehr von den Ägyptern selber ab, wie viel Vertrauen sie wieder in ihr Land schaffen können." Grundsätzlich gebe es weiterhin Interesse an Urlaub am Roten Meer und am Nil: "Ägypten ist ein relativ preiswertes Reiseziel. Es gibt im Winter zwar Alternativen, aber das Preisniveau Ägyptens ist schwierig zu erreichen", so Koch.

Millionen Ägypter leben vom Tourismus

Für den Fall, dass die Unruhen weitergehen und die touristischen Einrichtungen am Roten Meer ungenutzt bleiben, werde den Hoteliers "wohl nichts übrigblieben, als die Leute nach Hause zu schicken", erklärte der DRV-Manager. In Ägypten lebten 1,5 Millionen Menschen unmittelbar und 2,5 Millionen mittelbar vom Tourismus, "dann rollt da ein großes soziales Problem auf dieses Land zu." Schwierigkeiten bekämen aber auch deutsche Reiseveranstalter, die in Ägyptens Hotellerie investiert haben: "Hier geht es auch um Geld, das kann man offen sagen."

Trotz des "dringenden" Abratens durch das Auswärtige Amt: In geringer Zahl brechen auch jetzt noch Reisende zu den Zielen am Roten Meer auf, erklärte Condor-Sprecher Johannes Winter. Auch von denen, die schon dort waren, als die Großveranstalter ihre Reisen stoppten, hätte einige wenige bleiben wollen, sagte DRV-Sprecherin Sibylle Zeuch. Wie viele genau es sind, sei aber nicht erfasst worden.

Quelle: tmn/csr

 
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