Residenzen sollen Hotels werden: Lissabon will Paläste versteigern
zuletzt aktualisiert: 19.01.2009 - 10:51Lissabon (RPO). Mit der Versteigerung alter Paläste aus dem 18. und 19. Jahrhundert will die Stadt Lissabon zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Sie will ihre ernormen Schulden abbauen und gleichzeitig Touristen Hotels mit außergewöhnlichem Flair anbieten.
Die portugiesische Hauptstadt hofft auf einen Erlös von 13 Millionen Euro und die Sanierung der alten Residenzen durch die neuen Besitzer. Mit einem Mindestgebot von etwa vier Millionen Euro ist der kunstvoll verzierte Palacio Pancas Palha mit romantischem Garten das teuerste der sechs Objekte aus dem 18. und 19. Jahrhundert, deren Veräußerung die Stadtverwaltung am Dienstag ankündigte.
Ab 400.000 Euro ist aber auch schon ein Palais zu haben. Nach dem Willen der Stadtverwaltung sollen die Paläste, von denen mehrere auf der Weltkulturerbe-Liste stehen, in Luxushotels umgebaut werden. "Es geht nicht nur darum, unser Erbe zu veräußern, es geht um die Erweiterung des Hotelangebots der Stadt", sagte Bürgermeister Antonio Costa.
Die Paläste werden ab Februar meistbietend verkauft, wie Costa ausführte. Er hat es sich zum Ziel gemacht, Lissabon zur "Hauptstadt des Charmes" zu machen. Die Verkäufe sollen es ermöglichen, dass sich bisher unzugängliche und zum Teil ziemlich heruntergekommene Residenzen künftig in neuem Glanz präsentieren.
Viele portugiesische Hotel-Gruppen hätten bereits Interesse an den Gebäuden mit jeweils 15 bis 40 Zimmern angemeldet, sagte der Chef des Lissaboner Tourismusverbandes, Vitor Costa. Mit den erhofften Verkaufserlösen in Höhe von knapp 13 Millionen Euro soll auch der Sparzwang für die portugiesische Hauptstadt verringert werden, die ihre Ausgaben in den vergangenen zwei Jahren bereits um 30 Prozent reduziert hatte.


