Italien zwischen Alpen und Po-Ebene: Lombardei: Mehr als Mailand, Mode und Formel1
VON ISABELLE SCHIFFER - zuletzt aktualisiert: 10.09.2004 - 09:05Düsseldorf (rpo). Ja, ja, die Ferienzeit ist erst mal vorbei und der nächste Urlaub noch in weiter Ferne. Berichte über andere Länder machen Sie im Moment nur neidisch? Wenn Sie aber etwas über Italien und da speziell etwas über die Lombardei lesen, möchten Sie am liebsten eine Reise dorthin planen. Dann fangen Sie doch gleich an, denn die Lombardei ist in jedem Fall eine Reise wert, auch wenn es vorerst nur für ein verlängertes Wochenende ist. Die italienische Region lädt ein zum Entspannen oder Erleben – ganz wie Sie möchten.
Wunderschöne Seen liegen in üppiger Vegetation, mediterranes Klima wechselt sich ab mit kontinentalem Klima, imposante Berge gehen über in sanfte Hügel. Wälder, schier endlose Wiesen und Weiten durch die sich Flüsse ziehen. Kleine Ortschaften und Städte, hier ein gemütlicher Gasthof, dort ein Schloss, eine Burg, ein Herrenhaus oder eine Kirche – das ist die Lombardei. Egal, ob Sie sich einfach nur entspannen möchten oder etwas erleben möchten, die Möglichkeiten hier sind zahlreich. Die Lombardei, reichste, modernste und dichtbesiedeltste Region Italiens, erstreckt sich von den Alpen im Norden bis zur Po-Ebene im Süden. Im Norden grenzt sie an die Schweiz, im Westen an das Piemont, im Süden an die Emilia Romagna und im Osten an Venetien und Südtirol.
Eine Reise durch die Zeit
Begeben Sie sich auf die Spuren der Geschichte, dann wird eine Reise durch die Lombardei zu einer Art Zeitreise. Architektonisch werden Sie hier von der Romanik, der Gotik, der Renaissance, des Barock bis hin zur Gegenwart auf alles stoßen. In jeder der 11 Provinzen haben die verschiedenen Epochen ihre kulturellen und künstlerischen Spuren hinterlassen. Durch ihre Lage zwischen Alpen und Po-Ebene – produktiv und reich – wurde die Lombardei schon in der Vergangenheit von Kelten Römern und Langobarden besiedelt. Viele dieser historischen Zeugnisse findet der Besucher in den mittelalterlichen Stadtkernen von Cremona, Como, Mantua oder Pavia wieder. Romanische Kirchen und Kathedralen, Skulpturen und Fresken begeistern nicht nur Liebhaber der Architektur. Jede Stadt für sich genommen ist schon ein Kleinod an besonderen Bauwerken. In Pavia steht beispielsweise die drittälteste Universität Italiens. Zur Zeit der Langobarden war sie die Hauptstadt des italienischen Reiches, deutsche Kaiser erhielten hier ihre Königskrone. Bis heute sind Straßenzüge aus dem Mittelalter bis hin zum Barock fast vollständig erhalten. Besonders angenehm in Pavia: Die Altstadt ist für Autos gesperrt.
Umgeben von Stadtmauern wird Bergamo, das auf einem Hügel erbaut wurde und während vier Jahrhunderten unter der Herrschaft Venedigs standen. Einige der wichtigsten Bauten stammen aus dem Mittelalter. Kathedrale, Basilika und Kapelle umringen den Piazetta del Duomo. Ober- und Unterstadt sind in jedem Fall einen Besuch wert.
Lombardei – Land der Seen
Wer sich erholen, Sport treiben oder einfach schöne Landschaften genießen möchte, der ist an einem der großen Seen goldrichtig: Im Osten teilt sich die Lombardei den Lago Maggiore mit Piemont, im Westen den Gardasee mit Venetien und Südtirol. Aber auch der für seine Fischspezialitäten bekannte Lago d’Iseo und der Comer See stehen den großen Seen in nichts nach.
Der Comer See mit seinen herrlichen Prachtbauten entpuppt sich schnell als Kleinod. Schöne Uferpromenaden wechseln sich ab mit kleinen harmonischen Dörfern, mit Villen und Burgen. Am See kann man genießen, erleben und Sport treiben. Hier paart sich mediterranes Klima mit hochalpiner Landschaft. So wunderschön, dass manchmal die Worte dafür fehlen. Eines ist allen Seen gemeinsam: Sie bieten eine beschauliche Idylle und die unverfälschte lombardische Lebensart.
Mailand – die heimliche Hauptstadt
Mailand, nach Rom zweitgrößte Stadt in Italien lässt sich eigentlich schwer beschreiben – jedenfalls nicht mit wenigen Worten. Sie ist eine widersprüchliche Stadt: Auf der einen Seite moderne und fortschrittliche Industrie- und Handelsstadt, die auf Mode, Design und Technologie setzt. Auf der anderen Seite wartet sie mit Kunstschätzen unschätzbaren Wertes auf.
Vom Dach des Domes, dem bedeutendsten gotischen Bauwerk, hat man einen Ausblick auf die ganze Stadt bis zu den Alpen. Die Scala, berühmtestes Opernhaus der Welt öffnet in dieser Stadt ihre Pforten. Im Süden der Stadt befinden sich die letzten "Navigli", die mailändischen Grachten. Bei einem abendlichen Bummel fühlt man sich stark an Amsterdam erinnert. Trotzdem: Besucher, die sich beim ersten Anblick der Stadt in sie verlieben, gibt es eher wenige. Vielmehr ist Mailand eine Stadt, die man immer wieder besuchen muss, um alle Ecken zu durchstreifen, um dann eben doch kleine Schätze zu entdecken.
In jedem Fall ist die Lombardei mehr als einen Besuch wert, da sie weit mehr zu bieten hat als nur Mode und Mailand. Machen Sie sich also auf in das Land der Seen, Berge und Städte.


