Wallfahrten als Gelegenheit zur individuellen Sinnsuche: Lourdes, Santiago & Co: Pilgern ist wieder "in"
VON BEATE MÜLLER - zuletzt aktualisiert: 08.04.2004 - 12:07Pilgern - nur etwas für fromme Fanatiker? Mitnichten. Die moderne Form des Pilgerns steht zwar weiterhin in engem Zusammenhang zu Religiosität, aber darüber hinaus bedeuten Pilgerreisen für viele eine individuelle Sinnsuche an heiligen Stätten. Als angenehmer Nebeneffekt lassen sich auf diese Weise fremde Länder "guten Gewissens" erkunden.
Die Definition des Begriffs "Pilger", nämlich als einem Fremden, der eine bestimmte Kultstätte mit einem dort verbundenen Kultobjekt aufsucht, nennt den Ursprung der Pilgerreise. Besonders Heiligenreliquien werden übernatürliche Kräfte nachgesagt. Vor Ort binden die traditionellen Teilnehmer sich an bestimmte Rituale wie Gebete, Gesänge, Prozessionen, Askese und Bußübungen.
Inwieweit dem heute Folge geleistet wird, unterliegt jedoch dem eigenen Gutdünken, vielmehr Gewissen. Denn eine Pilgerreise oder Wallfahrt dient eigentlich dem Sündenablass. Hinzu kommen oft die Bitte um Heilung oder die Erfüllung anderer Wünsche und der Drang, Dankbarkeit für die (vermeintliche) Gnade Gottes auszudrücken.
Zugeständnis an die Moderne: Pauschale Pilgerreisen
Auf den meisten Pilgerreisen geht es inzwischen aber weitaus weltlich zu. Niemand, der nicht möchte, muss mehr zu Fuß über Stock und Stein wandern oder auf hölzernen Pritschen schlafen. Die Organisation komfortabler Pilgerreisen haben sich etliche Touristik-Unternehmen zu eigen gemacht. Anstelle des Verzichts auf Komfort rückt oft der Wille, für die erlebte Heiligkeit viel Geld zu zahlen. Dafür geht es dann in bequemen Reisebussen quer durch Europa, vor Ort sind die Hotelzimmer bereits gebucht, und oft ist auch eine Fremdenführung im Service inbegriffen.
Lesen Sie selbst, welche Orte in Europa als bekannte Pilgerstätten jedes Jahr zahlreiche Menschen anziehen, warum das so ist und was Sie dort erwarten könnte.


