Jungfernflug nach Frankfurt: Lufthansa übernimmt ersten A380
zuletzt aktualisiert: 19.05.2010 - 12:28Hamburg (RPO). Deutschlands größte Fluggesellschaft hat ihren ersten Airbus A380 übernommen. Lufthansa feierte die Premiere des größten Passagierfluges der Welt am Montag in Hamburg. 1000 Besucher und Gäste hatten die Möglichkeit, das Innere des Jets unter die Lupe zu nehmen.
Airbus-Chef Thomas Enders übergab das knapp 350 Millionen Dollar teure Flugzeug am Mittwochvormittag in Hamburg an den Lufthansa-Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Mayrhuber. "Alle freuen sich genauso auf dieses Flugzeug wie unsere Kunden, die bereits gezielt A380-Flüge buchen", sagte Mayrhuber in einer kurzen Ansprache.
Nach der Übergabezeremonie fliegt der Riesenjet vom Hamburger Airbus-Werk zur Taufe nach Frankfurt. Ab dem 11. Juni wird das neue Flaggschiff auf der Strecke Frankfurt-Tokio eingesetzt. Zuvor bringt der mit 526 Sitzen versehene Jet am 6. Juni die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft nach Südafrika, danach besucht das Flugzeug die Luftfahrtausstellung in Berlin.
Die Lufthansa hat insgesamt 15 Flugzeuge des Typs A380 bestellt, in diesem Jahr werden vier Maschinen ausgeliefert. Airbus hat bislang 202 Superjumbos verkauft und 27 Maschinen an Singapore Airlines, Emirates, Qantas und Air France ausgeliefert. Der A380 ist größer als sein Konkurrent, die Boeing 747.
Dennoch soll das Airbus-Modell leiser sein und verbraucht weniger Treibstoff pro Passagier. Lufthansa ist mit 274 Bestellungen für alle Flugzeugtypen des Herstellers der weltweit größte Kunde von Airbus. Passagieren soll die Maschine bisher unerreichten Komfort bieten. Sitze lassen sich bequem in Schlafpositionen stellen. In den höheren Klassen stehen Betten zur Verfügung.
Ab dem 11. Juni bietet die Fluggesellschaft mit ihrem ersten im Linienverkehr eingesetzten A 380 regelmäßig Verbindungen nach Tokio an. Damit nimmt erstmals eine deutsche Fluggesellschaft das Riesenflugzeug in den Dauerbetrieb. Später wird das Angebot mit Zielen wie Johannesburg und Peking allmählich erweitert.
Die logistischen Herausforderungen, ein Flugzeug abzufertigen, das im Vergleich zu den bisher größten Passagierflugzeugen der Flotte mehr als 150 Menschen zusätzlich an Bord nehmen kann, seien enorm. Es habe umfangreiche Vorbereitungen gegeben, betont Michael Lamberty von der Lufthansa.
Für das Einsteigen der Passagiere, die Gepäckbeladung und die technische Versorgung des Flugzeuges am Boden sei in einer mehrjährigen Vorbereitungsphase "eine völlig neue Choreographie" für die Arbeitsabläufe entworfen worden. "Es ist so, als ob man zwei Flugzeuge gleichzeitig abfertigt".



