Studie zur Zukunft des Reisens: Luxushotels und Airlines unter Druck
zuletzt aktualisiert: 22.10.2009 - 17:14Düsseldorf/München (RPO). Airlines werfen Tickets zu Schnäppchenpreisen auf den Markt, Luxushotels senken ihre Preise. All das sind unmittelbare Reaktionen auf die Finanzkrise. Wie aber wirkt sich die Krise längerfristig auf die Zukunft des Reisens aus? Mit dieser Frage hat sich eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte beschäftigt.
Erst stiegen die Energiepreise, dann brach die Krise aus. Allein in den ersten Monaten des Jahres 2009 verloren britische Airports nach Angaben der Civil Aviation Authority (CAA) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 10,4 Prozent ihrer Passagiere.
Besonders dramatisch gingen die Zahlen nach Angaben der Air Transport Association (IATA) im Business-Bereich nach unten, nämlich um fast 25 Prozent. Immer mehr Anzugträger entdeckten aus Kostengründen die Billigflieger.
Geschäftsreisende als eine sprudelnde Geldquelle für Fluggesellschaften sind also Vergangenheit. Nach den Einbrüchen könnten künftig andere Zielgruppen in den Fokus der Airlines geraten, heißt es in der Untersuchung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte.
Bei Privatkunden geht der Trend immer mehr zur Last-Minute-Buchung, aber auch "grünes" Reisen ist zunehmend gefragt. Die Flugbranche muss sich also umstellen, so die Studie. Schon jetzt reagiert sie mit Maßnahmen zur Kostensenkung. Jobabbau gehört dazu, aber auch Maßnahmen wie die Verwendung von Plastikbesteck an Bord, um den Kerosinverbrauch zu senken.
Unabhängig von der Konjunkturentwicklung der nächsten Monate könne die Luftverkehrsbranche auch mittelfristig nicht mit Entspannung rechnen, lautet die nicht allzu rosige Prognose der Studie.
Künftig weniger Luxushotels
Internationale Luxushotels galten lange als krisenresistent. Doch mittlerweile stehen sie ebenfalls vor erheblichen Problemen. Nach dem Boom vergangener Jahre stehen vielerorts Betten leer. Auch hier ist es vor allem der Rückgang von Business-Übernachtungen, der das Überangebot sichtbar macht.
Dass die Branche in Zukunft den Zustand vor der Krise wiederherstellen kann, halten Experten für unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher sei, dass die Luxusklasse schrumpft. Die besten Chancen haben der Studie zufolge diejenigen Anbieter, die ihre Angebote ganz individuell auf die Wünsche der Gäste abstimmen und das Prestige ihrer Marke pflegen. "Hotels und Marken mit einzigartigen, individuellen Luxus behaupten sich trotz Krise gut", so lautet das Fazit.


