Angriff auf "MS Astor": Luxusliner entkommt Piraten
zuletzt aktualisiert: 05.12.2008 - 09:01Potsdam (RPO). Die deutsche Fregatte "Mecklenburg-Vorpommern" hat im Golf von Aden einen Piratenangriff auf das deutsche Kreuzfahrtschiff "MS Astor" vereitelt. Dazu feuerte das Kriegsschiff mehrere Warnschüsse ab.
Das Einsatzführungskommando in Potsdam erklärte am Donnerstag, die "Mecklenburg-Vorpommern" habe sich schützend zwischen zwei verdächtige Schnellboote und das Vier-Sterne-Schiff "MS Astor" gestellt. Eines der Boote habe entgegen der Anweisungen des Marineschiffes die Geschwindigkeit erhöht. Die "Mecklenburg-Vorpommern" habe daraufhin Warnschüsse abgegeben. Danach seien die Schnellboote mit hoher Fahrt in jemenitische Hoheitsgewässer davongefahren.
Der Zwischenfall ereignete sich am vergangenen Freitag. Der Sprecher des Reiseveranstalters Transocean Tours, John Will, sagte, am Vormittag des 28. November hätten sich zwei kleinere Schiffe im Golf von Aden etwa drei Meilen von der "MS Astor" entfernt befunden. Die "Mecklenburg-Vorpommern" habe sich dann zwischen den Booten und dem Kreuzfahrtschiff positioniert. Die 492 Gäste hätten von dem Vorfall, der sich 2,5 Meilen von ihrem Schiff entfernt abgespielt habe, nichts mitbekommen, betonte er.
Auch sei völlig unklar, ob sich an Bord der beiden Boote Piraten oder nur harmlose Fischer befunden hätten, sagte Will. Die "MS Astor" war nach seinen Worten auf der Fahrt von Sharm-El-Sheikh (Ägypten) nach Dubai. Die Kreuzfahrtreise dauerte vom 22. November bis zum 3. Dezember, die Gäste seien inzwischen wieder zu Hause, sagte Will.
Nach Informationen von "Spiegel Online" gibt es über den Vorfall einen vertraulichen Bericht des Bundesverteidigungsministeriums an den Bundestag. Das Papier sei als "Verschluss-Sache" eingestuft worden, hieß es.


