Präsident will neue Heimat kaufen: Malediven: Panik vor dem Untergang
zuletzt aktualisiert: 10.11.2008 - 17:45London (RPO). Klimaerwärmung, Tsunamis, Überschwemmungen: Ein Inselparadies hat Angst vor dem Untergang und sorgt nun vor. Der erste demokratisch gewählte Präsident der Malediven will für seine Landsleute eine neue Heimat kaufen, sollte die südasiatische Inselrepublik eines Tages im Meer verschwinden.
Von den 1200 Inseln der Malediven sind 250 bewohnt, der Großteil liegt nur eineinhalb Meter über dem Meeresspiegel. Sollte dieser weiter ansteigen, würden weite Teile des Archipels überschwemmt, sagt der neue Staatschef Mohamed "Anni" Nasheed.
Vorsorglich werde seine Regierung ab sofort einen Teil der Einkünfte aus dem Tourismusgeschäft beiseite legen, sagte Nasheed am Montag der britischen Zeitung "The Guardian". "Wir können nichts tun, um den Klimawandel zu stoppen, deshalb müssen wir uns gegen das Schlimmste wappnen und woanders Land kaufen", sagte er weiter.
Er habe bereits mit einigen Ländern gesprochen und sei mit seiner Idee durchaus auf Verständnis gestoßen, sagte der 41-Jährige weiter. Als Ausweichmöglichkeiten kämen Indien und Sri Lanka wegen ihres ähnlichen Klimas in Frage, sowie das nur dünn besiedelte Australien.
Selbstverständlich habe er wenig Lust, seine traumhafte Heimat mit ihren mehr als 1000 Inseln, mit ihren Palmen und Sandstränen zu verlassen, sagte Naheed. Doch wolle er auch nicht, "dass wir zu Klimaflüchtlingen werden, die Jahrzehnte lang in Zelten leben müssen". Sollte der Meeresspiegel durch die Klimaerwärmung weiter ansteigen, zählen die Malediven zu den am meisten gefährdeten Inseln.


