Bombenanschlag, Schweinegrippe: Mallorca: Bleiben jetzt die Urlauber weg?
zuletzt aktualisiert: 31.07.2009 - 13:36Düsseldorf (RPO). Deutschlands Lieblingsinsel kämpft mit negativer Publicity. Seit einigen Wochen gilt Mallorca als Importmeister in Sachen Schweinegrippe, am Donnerstag sorgte ein tödlicher Bombenanschlag für Negativ-Schlagzeilen. Ist es aus mit der Vormachtstellung der Baleareninsel?
Das mallorqunische Tourismusministerium, Hoteliers und Reiseveranstalter fürchten um die Auswirkungen des Bombenanschlags auf Mallorca. "Kurzfristig kann das Attentat sicher Buchungen beeinflussen", erklärte Aurelio Vázquez, Vorsitzender der Agrupación de Cadenas Hoteleras (Verbands der Hotelketten) , in der spanischen Zeitung "Diario de Mallorca". Nicht zuletzt die Sensationspresse spiele dabei eine wichtige Rolle. Man dürfe nicht vergessen, dass das Attentat sich nicht gegen Touristen gerichtet habe, betonte Tourismusminister Miquel Nadal.
Schon im Frühling waren die Gästezahlen auf der Insel wegen der Finanzkrise und eines verregneten Saisonstars eingebrochen. Die Zahl der Fluggäste war im März gegenüber dem Vorjahresmonat um 22 Prozent auf rund 405.000 gesunken. Für das gesamte Jahr rechnet das spanische Tourismusministerium nun mit zehn Prozent weniger Urlaubern, bislang kamen 16,6 Prozent weniger Briten, elf Prozent weniger Deutsche ins Land.
Noch keine Umbuchungen
Deutsche Reiseveranstalter schlagen aber auch nach Schweinegrippe und Bombenanschlag ruhige Töne an. "Alles wieder normal", sagte Rewe-Sprecherin Daniela Sauerwald. "Der Informationsbedarf nach dem Anschlag war groß", berichtet Tui-Sprecherin Anja Braun, die Gäste seien aber ruhig geblieben. Stornierung gab es bislang nicht.
Veranstalter Thomas Cook richtete nach dem Anschlag eine Hotline ein. Doch Anrufe gab es nur wenige. "Leute waren nicht ruhig", sagte Unternehmenssprecherin Nina Kreke. Am Freitag flogen alle gebuchten Gäste wie geplant nach Mallorca. Auch Umbuchungen wegen der Schweinegrippe gab es bei Tui und Thomas Cook nur vereinzelt.
Mallorca ist nach wie vor das Reiseziel Nummer eins. Allein Thomas Cook betreut zurzeit 37.000 Gäste auf der Insel. Dass sich das Image der Insel nun nachhaltig zum Negativen verändert, glauben die Veranstalter nicht. "Solange bei einem Anschlag keine Touristen gemeint sind, sind die Auswirkungen allgemein gering", so eine Sprecherin von Thomas Cook. Ein Grund zur Sorge ist aber nach wie vor die Finanzkrise. "Die Buchungen sind hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben", sagte Tui-Sprecherin Anja Braun.


