Oktoberfest: "O'zapft is": München in Feierlaune
VON ISABELLE SCHIFFER - zuletzt aktualisiert: 15.09.2005 - 14:00München (rpo). Volksfest-Liebhaber aus aller Welt fiebern diesem Termin das ganze Jahr entgegen – dem Oktoberfest in München. Dieses Jahr fällt der Beginn auf den 17. September. Und wenn dann Münchens Oberbürgermeister um 12 Uhr das erste Fass ansticht, dann fließt das Bier in Strömen und dem Spaß sind für die nächsten Tage (kaum) Grenzen gesetzt. Gehören Sie zu denjenigen, die das Oktoberfest bisher nur vom Hörensagen kennen? Dann wird es höchste Zeit, diesem Riesen-Rummel mal einen Besuch abzustatten.
Zu verdanken haben die Münchner und der Rest der Welt das Oktoberfest dem Kronprinzen und späteren König Ludwig I., der am 12. Oktober 1810 seine Vermählung mit Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen feierte. Man feierte auf einer, damals noch vor den Toren der Stadt gelegenen, Wiese. Diese trägt seitdem zu Ehren der Braut den Namen „Theresienwiese“. Zum Abschluss der Feierlichkeiten gab es ein Pferderennen - die Tradition des „Oktober“-Festes war geboren. Seit dieser Zeit gibt es – mit ein paar Unterbrechungen und heute ohne Pferderennen – das Oktoberfest. Bei der diesjährigen 171. „Wiesn“ werden über 6 Millionen Besucher aus aller Welt erwartet. Wer seinen ersten Ausflug zum Oktoberfest plant, der sollte ein paar Dinge berücksichtigen, dann wird der Aufenthalt zu einem unvergesslichen Erlebnis – und das im positiven Sinne.
Nicht nur auf der Wiesn ist viel los
Neben den Attraktionen, Bierhallen, Fressbuden und Karussells auf dem Oktoberfest gibt es noch das so genannte Rahmenprogramm. Den Auftakt zum offiziellen Oktoberfestbeginn bildet beispielsweise der Einzug der Festwirte und Brauereien. Blumengeschmückte Kutschen, herausgeputzte Festwagen und prunkvolle Brauereigespanne ziehen auf die Theresienwiese. Angeführt wird der Zug vom Münchner Kindl, dem der Münchner Oberbürgermeister folgt.
Einen Tag später zieht der Trachten- und Schützenzug durch die Stadt zur Wiesn. Knapp 8.000 Mitwirkende zeigen dabei eine Vielfalt von Trachten, Brauchtum und Volkstanz aus den deutschen Bundesländern und aus europäischen Staaten. Musikkapellen, Spielmanns- und Fanfarenzüge wechseln sich mit bunten Fahnenschwingern ab. Angeführt wird der Zug wieder vom Münchner Kindl und vom Oberbürgermeister, dazu gesellt sich noch der bayerische Ministerpräsident.
Auf geht’s zur Wiesn und oans, zwoa, gsuffa!
Viel Platz hat man auf dem Oktoberfest wahrscheinlich nur morgens. Im Laufe des Tages, und vor allem am Wochenende, füllen sich der Platz und die Festzelte oft bis zum Bersten. Draußen geht’s dann nur im Schneckentempo weiter, drinnen wird auf engstem Raum geschunkelt was das Zeug hält. Beührungs- oder Platzangst sollte man hier nicht haben.
Wer es nicht ganz so voll mag, der sollte für seinen Besuch eine relativ frühe Tageszeit wählen und vor allem die Wochenenden auslassen. Außer der etwas größeren Bewegungsfreiheit an den Werktagen gibt es einen weiteren Vorteil, der sich vor allem auf das Budget auswirken kann. Bei der Aktion „Mittagswiesn“ der Schausteller und Marktkaufleute bieten die teilnehmenden Betriebe einen Preisnachlass von 10 bis 30 Prozent an. Das bedeutet, dass man an Fahrgeschäften, Wurf- und Schießbuden und an den meisten Essensständen echte Schnäppchen machen kann. Achtung: Die Teilnahme der Schausteller an dieser Aktion ist grundsätzlich freiwillig, so dass man auf Rabatten nicht bestehen kann.
Die Festzelte: Legendär und meist überfüllt
Wer beim Oktoberfest ist, der muss ins Festzelt – die Stimmung drinnen ist einzigartig und fast unbeschreiblich. Auch hier gilt das gleiche wie im Freien: Platz- oder Berührungsängste sollte man für diese Zeit daheim lassen. Als Wiesn-Besucher hat man es nicht leicht, denn 14 große und 16 kleine und mittlere Zelte stehen zur Auswahl. Zu den großen Zelten gehören zum Beispiel das Hippodrom, das weltberühmte Hofbräu-Festzelt, der Schottenhamel, das Hacker-Festzelt, Käfer’s Wies’n-Schänke oder die Augustiner-Festhalle. Ist ein Besuch mit einer größeren Gruppe geplant, dann ist eine Reservierung in den Großen Zelten unumgänglich. Allerdings sind viele der Plätze schon lange vorher ausgebucht.
Kinder und das Oktoberfest
Wie bei jedem Volksfest kann es gerade für kleine Kinder zur Tortur werden, wenn sich die Massen immer dichter drängen. Dem wurde auf dem Oktoberfest ein Riegel vorgeschoben. Sprich: Kinder haben nicht immer uneingeschränkten Zutritt. Ein generelles Verbot für Kinderwagen gilt immer samstags, da hier ein gutes Durchkommen kaum möglich ist. An Freitagen und Sonntagen können Eltern ihre Kleinsten bis 18 Uhr übers Festgelände schieben. Kinder unter sechs Jahren dürfen ab 20 Uhr nicht mehr ins Festzelt – auch nicht, wenn die Eltern dabei sind.
Wo es so viele – allerdings wirklich sinnvolle – Verbote gibt, muss es auch Extras für die Kleinen geben. Auch in diesem Jahr werden Kinderoasen eingerichtet, in denen Kinder ungestört vom Trubel entspannen können. Außerdem ist immer dienstags von 12 Uhr bis 18 Uhr Familientag mit ermäßigten Fahr-, Spiel- und Eintrittspreisen.


