Einziger Stopp in Deutschland: Orient-Express hält bald auch in Dresden
zuletzt aktualisiert: 15.07.2010 - 07:54Dresden (RPO). Der legendäre Orient-Express macht künftig regelmäßig Halt in Dresden. Die sächsische Landeshauptstadt ist damit der einzige Haltepunkt des Zuges in Deutschland auf seiner Reise von Venedig über Krakau, Dresden und Paris nach London.
"Wir wollen Dresden ab 2011 in unsere Route aufnehmen und jährlich kommen", sagte der Generaldirektor der Betreiberfirma Venice Simplon-Orient-Express, Claude Ginellia, am Dienstag in Dresden. Vor allem das kulturelle Angebot und die Geschichte der Stadt mache Dresden zu einer attraktiven Station auf der Route, sagte Ginellia.
Eine Woche tauchen die Passagiere im luxuriösen Nostalgiezug in eine längst vergangene stilvolle Art des Reisens ein. Nach dem Start in Venedig rollt der Zug durch die spektakuläre Kulisse der italienischen Dolomiten und österreichischen Alpen und erreicht dann Krakau und Dresden. Dort haben die Passagiere jeweils zwei Tage Zeit, die kulturellen Schätze der Stadt zu erkunden, bevor es über Paris nach London weitergeht.
Während der Reise kümmern sich persönliche Stewards rund um die Uhr um die Passagiere. Während die Gäste in einem der Gourmet-Restaurants an Bord speisen, verwandeln sie die mit Holzintarsien dekorierten plüschigen Abteile jeden Abend in einen komfortablen Schlafraum. Die Fahrt im Nostalgie-Ambiente hat allerdings ihren Preis. Die Fahrt im Doppelabteil kostet 3770 Euro (2011: 5010 Euro), eine Suite schlägt sogar mit 3880 Euro (2011: 5280 Euro) zu Buche; Mahlzeiten sind inbegriffen.
160 Reisende finden nach Angaben der Betreiber auf den mehrtägigen Schienenkreuzfahrten in dem Zug Platz. Betreut werden sie von 42 Mitarbeitern. Neben elf Schlafwagen gibt es drei Restaurantwagen, einen Barwagen sowie zwei Waggons für Gepäck. Der Art-Déco-Stil wurde in den Abteilen möglichst originalgetreu beibehalten. Was dem Auge schmeichelt, hat jedoch auch Nachteile. Auf Duschen müssen die Reisenden verzichten, es gibt lediglich Waschbecken mit heißem und kaltem Wasser.
Seine Jungfernfahrt absolvierte der Luxuszug 1883 von Paris zunächst nach Rumänien und Bulgarien. Ab 1888 fuhr er schließlich bis Konstantinopel, dem heutigen Istanbul. In rund 70 Stunden legte der Zug eine Strecke von 3186 Kilometern zurück. Bekannt wurde der durch sein illustres Publikum aus europäischem Hoch- und Finanzadel. Weltruhm erlangte der Zug durch Agatha Christies Roman "Mord im Orient-Express".
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Laufweg des Zuges wegen der Teilung Europas zunehmend eingekürzt. In den 70er Jahren begann der britsch-amerikanische Touristik-Unternehmer James B. Sherwood damit, die alten Wagen aufzukaufen und zu restaurieren. 1982 erweckte er die Zuglegende zu neuem Leben. Seitdem fahren wieder 17 renovierte Original-Waggons des Orient-Expresses auf verschiedenen Routen durch Europa.
Infos Orient-Express:
Der Venice Simplon-Orient- Express fährt auf insgesamt 14 Routen durch Europa. Die Reisen dauern einen Tag bis eine Woche. Die günstigste Reise führt von Paris nach Rom. Die Fahrt dauert rund acht Stunden, Preis: 660 Euro in der Doppelkabine, 1070 Euro in der Suite, Einzelzuschlag 410 Euro.
Fahrten mit Übernachtungen sind deutlich teurer: Beispiel: Der Klassiker von London über Paris, Innsbruck und Verona nach Venedig schlägt mit 2230 Euro in der Doppelkabine und 3530 Euro in der Suite zu Buche.
Der Eastern & Oriental Express durchquert Südostasien auf neun Routen. Bis zu 132 Passagiere reisen in 66 klimatisierten Abteilen. Die Reisen dauern zwei bis sieben Tage. Beispiele: dreitägige Reise von Singapur nach Bangkok, ab 1700 Euro, siebentätige Thailandrundreise: ab 6200 Euro.
Weitere historische Züge sind in Großbritannien, Schottland und Peru unterwegs. Infos zu Routen und Preisen: www.orient-express.com


