Umstrittene Praxis bei mehreren Airlines: Passagiere mit Insektiziden besprüht
zuletzt aktualisiert: 29.05.2009 - 12:15Hamburg (RPO). Auf Überseeflügen werden Touristen bei ihrer Rückkehr nach Europa mit Insektiziden besprüht, um die Einschleppung von Krankheitserregern zu verhindern. Dies ist gängige Praxis mehrerer Airlines und nach Ansicht von Politikern gesundheitsschädlich.
Diese Methode der Schädlingsbekämpfung birgt nach Ansicht der Bundesregierung ein Gesundheitsrisiko für die Kabineninsassen. Das geht aus der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage mehrerer FDP-Bundestagsabgeordneter hervor, die das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" zitiert.
Während die Deutsche Lufthansa nach einer Risikobewertung durch eine Bundesbehörde vor dem Einsteigen in der Kabine Kurzzeitinsektizide aussprüht, praktizierten andere Fluggesellschaften wie die Swiss oder Air France das sogenannte In-flight-spraying. Dabei berufen sie sich auf Anforderungen der Weltgesundheitsorganisation, schreibt das Magazin. Bei diesem Verfahren werden die Reisenden während des Flugs mit den Chemikalien besprüht.
Eine "Informationspflicht" der deutschen Airlines gegenüber den Kunden über die bei der Berieselung in der Kabine verwendeten Stoffe, so die Bundesregierung, sei "nicht vorgesehen".
"Nicht auf Tiere sprühen"
Der Würzburger Medizinrechtler Burkhard Tamm siegte im Frühjahr mit einer Klage gegen Air France. Die Fluggesellschaft musste offenlegen, welche Insektizide auf dem Flug von Kuba nach Paris versprüht wurden. In einem Sicherheitsdatenblatt für das verwendete Insektizid D-Phenothrin heiße es: "Nicht direkt auf Tiere sprühen".


