Raues Klima garantiert: Patagonien - Zwischen Eiswüste und Steppe
zuletzt aktualisiert: 31.12.2002 - 11:01Der Süden Argentiniens ist einsam. Im Winter Eiswüste, herrscht ansonsten das Klima der patagonischen Steppe. Es bestimmt den Gang des Lebens, der Mensch hat die Gegend noch nicht einschneidend geprägt. Trekking ist in dieser kontrastreichen Landschaft eine reizvolle Herausforderung. In der Region im äußersten Süden Amerikas leben wenig Menschen - dafür umso mehr seltene Pflanzen und Tiere.
"Die Weite, die Größe, die Kontraste der Gegend sind enorm." schwärmt die begeisterte Patagonienfahrerin Bea Völkle. "Ein Auto verschwindet darin regelrecht." Patagonien liegt auf den Territorien der Länder Argentinien und Chile. Die Vegetation der chilenischen Seite ist deutlich üppiger als die der kargen patagonischen Steppe Argentiniens. Hier sind Tausende von Kräutern, Kakteen und Flechten zu Hause, aber nur wenige Baumarten. Viele davon sind vom Aussterben bedroht. Einige Exemplare sind bereits über 3.000 Jahre alt. Magische Kraft wird der Blaubeerenart Calafates zugesprochen: Wer einmal von ihr gegessen hat, muss wieder nach Patagonien zurückkehren, so besagt es ein Sprichwort.
Gerissene Tiere verraten den Puma
Die Lebensbedingungen in Patagonien sind für Europäer kaum vorstellbar. Statt bekannter Sehenswürdigkeiten bestimmen Wind und Wetter die Route und den Übernachtungsplatz. Häufig begegnet man Tieren wie Füchsen, Guanakos, Straußen, Gürteltieren und auch Flamingos, die die Ufer kleiner Lagunen in ein rosarotes Band verwandeln. Für viele Besucher ein überraschender Anblick: Gürteltiere "rollen" wie Steine über die Pisten, Guanakos springen aus dem Stand bis zu zwei Meter hoch, und Condore kreisen nur drei Meter über dem Geländewagen. Auch Pumas leben in der Steppe Patagoniens - Reisende werden sie allerdings kaum zu sehen bekommen. Nicht zu übersehen sind dagegen seine Spuren: Sie sind in Flussbetten zu erkennen. Auch die von ihm gerissenen Tiere zeigen, dass im einsamen Patagonien die Vitalität der Tiere ungebrochen ist.
Santa Cruz bietet Eis im Überfluss
Da sich Patagonien im Winter in eine Eiswüste verwandelt, ist eine Reise im Sommer die deutlich bequemere Variante. Dieser dauert in der südlichen Hemisphäre von Dezember bis Februar. Wer Szenarien aus Schnee und Eis liebt, sollte den Perito-Moreno-Gletscher von Santa Cruz erkunden. Der 60 Meter hohe Eisfluss bietet ein bizarres Spektakel aus eingefrorenen Formen. Ähnliches gibt es in Feuerland zu sehen.
Klar ist, dass man sich in so eine Region nur mit warmer und wetterfester Kleidung wagen sollte. Fürs Wandern, Reiten, Angeln und Boot fahren sollte die Ausrüstung Strapazen verkraften können. Die Gesundheit auch - außer den Anstrengungen durch Trekking sind aber keine besonderen gesundheitlichen Risiken zu erwarten. An Imfpungen sind nur Typhus oder Tetanus sinnvoll, sonstiges medizinisches Zubehör ist nicht notwendig. Allerdings sollte man sich durch Sonnencremes und Kopfbedeckung vor zu viel Sonne schützen. Bea Völkle warnt davor, aus Gründen des Tier- und Artenschutzes keine persönlichen Nahrungsmittel (außer Süßigkeiten) ins Land mitzubringen. Chilenische und argentinische Zollbeamte und die Kontrolleure an Pflanzen- und Tierschutzbarrieren inneralb des Landes haben darauf ein wachsames Auge!


