Tarifverhandlungen: Piloten von Air Berlin drohen mit Streik
zuletzt aktualisiert: 17.08.2010 - 12:31Berlin/Frankfurt/Main (RPO). Air Berlin und die Piloten-Vereinigung Cockpit (VC) haben am Dienstag ihre Tarifverhandlungen zu den Arbeitsbedingungen der Piloten fortgesetzt. Ein Airline-Sprecher sagte, die Gespräche verliefen "sehr konstruktiv". Am Vortag hatte eine Urabstimmung über einen Streik bei Air Berlin 99 Prozent und bei LTU 97 Prozent Zustimmung ergeben.
Die Gewerkschaft verlangt die Angleichung an die besseren Bedingungen, wie sie bei der Tochterfirma LTU gelten. In Teilbereichen hätten sich die Parteien angenähert. Der Air-Berlin-Sprecher sagte weiter, es gehe um einen ganzen Strauß von Forderungen, zum Beispiel zu Ruhe- und Urlaubzeiten. Die Firma sei bereit zu Zugeständnissen.
Allerdings habe die Aschewolke im Frühjahr 40 Millionen Euro gekostet. Daher seien Verbesserungen erst nach und nach denkbar. Die Tarifparteien wollten am Mittwoch sowie am 7. und 8. September weiterverhandeln.
Die Gewerkschaft sieht in dem Ergebnis eine letzte Möglichkeit, Bewegung in das Tarifgeschehen zu bekommen. "Falls dies nicht in den kommenden Tagen der Fall sein sollte, werden Arbeitskampfmaßnahmen noch im August wohl unvermeidlich sein", heißt es in der Presseerklärung. Die Forderungen der VC lägen seit Februar 2009 auf dem Tisch.
Trotz monatelanger Verhandlungen sei es nicht gelungen, Einigkeit über die Arbeitsbedingungen wie Flugdienst-, Ruhe- und Bereitschaftszeiten zu erreichen. Weitere strittige Punkte seien die täglichen Änderungen der Dienstpläne des Cockpitpersonals und die von der VC geforderte verstärkte Flugbesatzung bei Langstreckenflügen.
Bei anderen deutschen Gesellschaften sei es üblich, wegen der besonderen Belastung auf bestimmten Langstreckenflügen einen dritten Piloten einzusetzen. Doch Air Berlin fliege mit lediglich zwei Piloten.


