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Unruhen in Kenia: Reiseveranstalter bieten Stornierungen an

zuletzt aktualisiert: 02.01.2008 - 19:08

Hannover/Oberursel (RPO). Die Unruhen nach den Wahlen in Kenia wirken sich auch auf den Tourismus aus. Die großen Veranstalter in Deutschland haben Ausflüge im Land gestrichen und bieten Touristen in Deutschland kostenlose Stornierungen an.

Von Reisen in das ostafrikanische Land gebührenfrei zurücktreten können unter anderem Gäste der Tui, von Dertour und Meier's Weltreisen, Fti sowie Neckermann Reisen und Thomas Cook Reisen. Außerdem verschärfte das Auswärtige Amt in Berlin am Mittwoch nachmittag seinen Sicherheitshinweis: Es rät jetzt "von nicht notwendigen Reisen" nach Kenia "bis auf weiteres dringend ab". In dem Land sind wegen der Ausschreitungen derzeit mehr als 100.000 Menschen auf der Flucht. Fast 300 Menschen kamen nach Schätzungen des Roten Kreuzes und örtlicher Medien binnen weniger Tage ums Leben.

Nach Angaben der Reiseunternehmen gelten für deutsche Urlauber im Einzelnen derzeit die folgenden Umbuchungs- und Storno-Regelungen:

Tui: Gäste, deren Abreise nach Kenia bis zum 13. Januar erfolgen soll, können kostenlos umbuchen oder die Reise ganz absagen. Dies gilt auch für Kunden der TUI-Reisemarken 1-2-Fly und Airtours.

Thomas-Cook-Gruppe: mit Neckermann Reisen: Umbuchungen und Stornos sind gebührenfrei für Abflüge nach Kenia bis zum 11. Januar möglich.

Dertour/Meiers Weltreisen: Umbuchungen zu anderen Urlaubszielen und Stornierungen sind kostenlos für Gäste möglich, deren geplanter Reisestart in die Zeit bis zum 11. Januar fällt. Dies sei bei exakt 173 Touristen der Fall, teilten die Veranstalter in Frankfurt mit.

Fti: Für geplante Abreisen bis zum 11. Januar sind ab sofort kostenlose Umbuchungen und Stornierungen möglich. Gebucht haben für diesen Zeitraum bei der Veranstalter aus München etwa 100 Gäste.

Studiosus: Einzelne Gäste, die für den Januar gebucht haben, besuchen nicht mehr Nairobi, Mombasa und den Westen des Landes. Stattdessen geht es nach Arusha in Tansania und von dort aus in den Amboseli-Nationalpark im Südwesten Kenias. Die nächsten Gruppenreisen stehen erst im Februar an. Ob sie stattfinden, soll bis zum 9. Januar entschieden werden, sagte Studiosus-Sprecher Frano Ilic in München.

Auch auf die deutschen Touristen, die sich derzeit bereits an den Stränden Kenias am Indischen Ozean aufhalten, wirken sich die Unruhen aus. Die Veranstalter bieten derzeit zum Beispiel keine Mombasa-Stadttouren an, Meier's Weltreisen hat außerdem zwei Rundreisen im Lande umgeroutet. "Ansonsten ist die Lage in den Strandhotels aber ruhig", sagte Thomas-Cook-Sprecher Mathias Brandes in Oberursel (Hessen). Auch die Safaris in Kenia gehen weiter, hieß es zum Beispiel beim African Safari Club in Allschwil in der Schweiz.

Nach Angaben des Auswärtige Amtes in Berlin sind von den Unruhen und Ausschreitungen nach der Präsidentenwahl vor allem die Hauptstadt Nairobi, Mathare und Kangemi sowie die Städte Eldoret, Kisumu, Kakamega und Mombasa betroffen. Das Ministerium empfiehlt dringend, Menschenansammlungen, politische Kundgebungen und die betroffenen Wohngebiete und Slumsiedlungen zu meiden. Wer schon eine Reise gebucht hat, solle sich jetzt an seinen Veranstalter wenden.

Kenias Reisebranche sorgt sich derweil um das Image des Landes: Die Unruhen könnten "nach der erfolgreichen Tourismusentwicklung der letzten Jahre ... zu Rückschlägen führen", teilte die Vertretung der Kenya Tourism Federation in Mettmann bei Düsseldorf mit. "Bereits in der Vergangenheit zeigte sich, dass es oft Jahre dauert, die innerhalb von kurzer Zeit entstehenden Imageschäden wieder wett zu machen." Im ersten Halbjahr 2007 war die Zahl der ausländischen Besucher des Landes um 7,6 Prozent auf etwa 877.400 gestiegen. Der Tourismus sei außerdem der wichtigste Devisenbringer des Landes.

Der Sicherheitshinweis ist im Internet zu finden beim Auswärtigen Amt.

Quelle: tmn

 
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