Seeluft und Schokolade: Roter Fels im rauen Meer: Helgoland
zuletzt aktualisiert: 26.04.2005 - 08:19Helgoland (rpo). Das Wahrzeichen lässt sich schon von der Fähre aus erkennen: Die Lange Anna begrüßt die Touristen, die auf Helgoland zusteuern. Das Wahrzeichen aus rotem Sandstein verdeutlicht dabei auch, wie klein Helgoland eigentlich ist. Gerade einmal 1,7 Quadratkilometer misst Deutschlands einziges Hochsee-Eiland.
Damit eignen sich Helgoland und die benachbarte Düne für Tagesausflügler ebenso wie für Urlauber, die sich die frische Seeluft etwas länger um die Nase wehen lassen wollen.
Wer Helgoland als Passagier einer der großen Fähren ansteuert, die aus Hamburg, Bremen oder Cuxhaven kommen, muss kurz vor dem Ziel umsteigen: in eines der hölzernen und mit der grün-rot-weißen Flagge der Insel geschmückten Börteboote. Die Katamarane, die ebenfalls zwischen dem Festland und Helgoland verkehren, können in den Hafen einfahren. In beiden Fällen ist es nicht weit bis zum Unterland, der knapp über dem Meeresspiegel gelegenen Hälfte des Ortes Helgoland.
Die bunten, allesamt in der Nachkriegszeit erbauten Häuser und Hotels rufen die bewegte Geschichte der Insel wach - die 1947 fast zu Ende gegangen wäre: Weil Hitler Helgoland zu einem wichtigen militärischen Stützpunkt gemacht hatte, bombardierten die Briten die Insel mehrfach. Bis heute ist nicht klar, ob sie sie dabei komplett zerstören wollten oder nicht. Die umgesiedelten Bewohner konnten erst 1952 zurückkehren.
Heute leben rund 1600 Menschen auf Helgoland. Zum Oberland, dem ungefähr 30 Meter über dem Meer gelegenen Teil, gelangen Einwohner wie Besucher über eine Treppe oder einen Aufzug. Hier oben steht kurz hinter dem Ortsausgang Helgolands Leuchtturm. Vor allem aber beginnt und endet hier der Klippenrandweg. Wer auf diesem in Richtung Norden zur Langen Anna spaziert, kann an sonnigen Tagen einen herrlichen Blick über die Nordsee genießen.
Kleinstes Naturschutzgebiet der Welt
Helgolands Wahrzeichen entstand im 19. Jahrhundert. Damals wurde die Nordspitze der Insel unterspült und gesprengt - mit einem frei stehenden, nadelförmigen Felsen als Resultat. Hunderte von Vögeln schwirren um die Lange Anna herum, noch mehr lassen sich nur wenige Schritte südlich davon auf dem Lummenfelsen nieder, dem kleinsten Naturschutzgebiet der Welt.
Von der Westseite des Oberlandes aus lässt sich hinunter zum Kurpark Nord-Ost mit seinem Meerwasserschwimmbad und hinüber zur Düne blicken. In wenigen hundert Metern Entfernung von der Hauptinsel befinden sich dort zwei breite Badestrände, ein Campingplatz, einige Bungalows und Helgolands Flugplatz. Zur Düne gelangen Besucher mit einer Fähre.
Neben der attraktiven Lage und der frischen Seeluft dürften viele auch die Einkaufsmöglichkeiten nach Helgoland locken: Auf der Insel muss weder Zoll noch Mehrwertsteuer gezahlt werden. Daher sind zum Beispiel Parfüm, Schmuck, Kleidung, Spirituosen und auch Schokolade günstig erhältlich. Die erste Tafel wird dann oft schon auf der Rückfahrt gegessen.
Informationen: Helgoland Touristik, Lung Wai 28, 27493 Helgoland (Tel.: 01805/64 37 37 für 12 Cent/Min.)


