Tipps für heißen Urlaub: Siesta halten und viel trinken
zuletzt aktualisiert: 29.06.2005 - 14:35Düsseldorf/Frankfurt/Main (rpo). Auch wenn es schwer fällt: Wer seinen Urlaub im heißen Süden verbringt, sollte es langsam angehen lassen. Am besten, man passt sich einfach den Einheimischen an: Siesta halten, körperliche Anstrengungen vermeiden und viel Wasser trinken. Vor allem Kleinkinder sollten sich viel im Schatten aufhalten.
"Wenn es ungewöhnlich heiß ist, lohnt es sich, den Urlaub umzuplanen", rät der Flugmediziner Thomas Küpper vom Centrum für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf: Touristen sollten sich nicht in einen Hitzschlag "reinarbeiten", sondern sich aus organisierten Touren ausklinken und lieber ein paar Stunden im schattigen Straßencafé verbringen.
Gerade um die Mittagszeit könnten Urlauber die Einheimischen zum Vorbild nehmen und eine Siesta halten, schlägt Küppers vor. "Besonders kleine Kinder, alte und kranke Menschen sollten sich besser im Schatten aufhalten." Es sei ratsam, sich den äußeren Bedingungen anzupassen, um die Gesundheit zu schonen.
Erste Anzeichen für einen Hitzekollaps seien Leistungsschwäche, Schwindel und schlechte Laune. "Wenn sich Urlauber nicht gut fühlen, sollten sie sofort raus aus der Hitze", rät Küpper. Sowohl Menschen mit Herz-Kreislauf- oder Schilddrüsen-Beschwerden als auch Lungen- und Nierenkranke müssen bei Hitze besonders aufpassen und viel Flüssigkeit zu sich nehmen, sagt der Reisemediziner.
Aber auch gesunde Menschen sollten bei den heißen Temperaturen über den Durst hinaus trinken, weil das Durstgefühl dem Flüssigkeitsverlust nicht mehr hinterher komme. "Besonders alte Menschen und Kinder vergessen oft zu trinken", erklärt Küpper.
Elektrolyte für Kinder
Für kleine Kinder werde es gefährlich, wenn sie bei der Hitze zusätzlich Reisedurchfall bekommen. Für diesen Fall sollten Eltern Pulver für Elektrolytgetränke in die Reiseapotheke packen. Im schlimmsten Fall helfe nur der Besuch im Krankenhaus.
Den Urlaub absagen müssen Touristen wegen der heißen Temperaturen normalerweise nicht. "Nur wenn sie unter schweren und fortgeschrittenen Herz- oder Lungenkrankheiten leiden, sollten sie über ein kühleres Reiseziel nachdenken", erläutert Küpper.
Eine Reiserücktrittsversicherung greift in solchen Fällen allerdings nicht. "Die Versicherung schließt nur unerwartete Erkrankungen ein", erklärt Gabriele Francke von der Verbraucherzentrale Berlin. Menschen, die schon länger an Herz-Kreislaufproblemen leiden und deswegen derzeit nicht nach Südeuropa reisen wollen, könnten keine Ansprüche geltend machen.
Mängel vor Ort reklamieren
Wird allerdings das Wasser wegen der heißen Temperaturen knapp, können Urlauber in bestimmten Fällen Preisminderungen aushandeln. Wenn im Hotel das Wasser zeitweise abgestellt oder der Pool gesperrt, wird, sollten Touristen die Einschränkungen am Urlaubsort reklamieren und bestätigen lassen, rät Francke. Sie können dann nach dem Urlaub beim Reiseveranstalter eine Preisminderung geltend machen. Die Ansprüche müssen aber spätestens einen Monat nach Ende der Reise angemeldet werden. "Urlauber, die auf eigene Faust in den Urlaub gefahren sind, haben natürlich keine Ansprüche", erklärt Francke.
Bislang müssen Urlauber in den Mittelmeerländern aber nach Auskunft der Tourismusvertretungen noch nicht auf Swimmingpools und kalte Duschen verzichten. Selbst in Italien ist nach Angaben des italienischen Fremdenverkehrsamtes in Frankfurt derzeit nur die Landwirtschaft von der Wasserknappheit betroffen. Auch in Frankreich, Portugal und Spanien war die Wasserversorgung der Touristen nach Auskunft der Fremdenverkehrsämter bislang nicht beeinträchtigt.


