Wilder Karneval in der Toskana: Silvio Berlusconi als Kannibale
zuletzt aktualisiert: 10.02.2009 - 15:08Düsseldorf (RPO). Den Karneval in Venedig kennt jeder, doch auch die Viareggio weiß ihn zu feiern. An fünf aufeinanderfolgenden Wochenenden zieht ein großer Karnevalszug durch die Stadt in der Toskana und macht sich über politische Größen lustig.
Zum Karnevalsbeginn am vergangenen Wochenende standen Silvio Berlusconi und Giulio Andreotti im Zentrum der Kritik. Berlusconi erschien als Kannibale, der seine politischen Gegner verspeist, Andreotti als skrupelloser Machtmensch.
Seit 1873 wird der Karneval in der Stadt in der Nähe von Pisa gefeiert. Er entstand als Protest der Bürger gegen hohe Steuernabgaben. Seit damals gilt Viareggio mit seinen Maskenumzügen und kunstvollen Wagen aus Pappmaché, für deren Herstellung die Narren ein ganzes Jahr benötigen, als Heimat des italienischen Karnevals. Kein Politiker oder Promi, der heute nicht durch den Kakao gezogen wird.
Typisch für den Karneval von Viaregigo ist die traditionelle Maske des Burlamacco, ein Hanswurst, der Kleidungsstücke von verschiedenen anderen italienischen Masken trägt, wie etwa den rot-weiß karierten Clownsanzug des Harlekin.
Heute ist der Umzug eine wichtige Touristenattraktion und zählt zu den originellsten Volksfesten Italiens. 2001 wurde für die Wagenbau-Werkstätten und eine Papiermaché-Schule extra die Karnevals-"Zitadelle" erbaut, die das Karnevalsmuseum und Veranstaltungsräume beherbergt.


