Stornierung von Flugreisen: So knausern Fluglinien bei Kostenerstattung
zuletzt aktualisiert: 28.01.2010 - 11:12Düsseldorf (RPO). Viele Fluglinien behalten einen großen Teil des Ticketpreises, wenn Passagiere ihren Flug stornieren. Das zeigt ein aktueller Vergleichstest des ADAC. Besonders schlecht schnitt Ryanair ab: Die Billig-Airline gibt keinen Cent zurück.
Den reinen Flugpreis bekommt man in keinem Fall zurück, wenn man einen bereits gebuchten Billigflug nicht antreten kann. Doch der Ticketpreis besteht zu einem großen Teil aus Nebenkosten, also Steuern, Gebühren und Zuschlägen. Diese fallen nur an, wenn tatsächlich geflogen wird. Doch auch von diesen Kosten erstatten die Fluggesellschaften im Schnitt nur 56 Prozent zurück.
Das hat der ADAC bei einer Untersuchung von 15 Billigfluganbietern herausgefunden. Am besten schnitten dabei die skandinavische SAS und Spanair ab, die immerhin je 89 Prozent der 91 bzw. 89 Euro teueren Nebenkosten zurückzahlten. Erstattungen über 80 Prozent gab es auch bei Turkish Airlines, TUIfly und Condor.
Nicht einen Cent rückte dagegen Ryanair für den nicht angetretenen Flug heraus. Damit verdient die Gesellschaft an einem Kunden, der storniert, deutlich mehr, als an einem, der fliegt.
Da der Flug selbst nur mit drei Euro zu Buche schlägt, die eingesparten Nebenkosten aber 76 Euro betragen, wird aus dem Draufzahlgeschäft ein satter Gewinn. Der nicht angetretene Flug kann darüber hinaus noch einmal verkauft werden.
Schlechter Kundenservice im Stornofall
Der ADAC kritisiert nicht allein auf die Höhe der Erstattung. Auch das Verfahren, um nach einer Absage wenigstens einen Teil der Kosten zurückzubekommen, ist teuer und schwierig. Während die Buchungen meist schnell und problemlos über das Internet getätigt werden können, ist von Kundenservice im Stornofall meist kaum mehr etwas zu spüren.
Bei der Airline easyJet suchten die Tester lange auf der Homepage, bis sie den Hinweis auf eine 0900-Nummer fanden. Dort war kein Durchkommen und in der Warteschleife wurde empfohlen, eine E-Mail zu schreiben. Doch erst nach der zweiten Mail wurde das Geld erstattet: Gerade einmal zwölf Euro vom Gesamtpreis von rund 77 Euro. Rechnet man noch 8,43 Euro Handykosten für sieben Minuten Hotline ab, bleiben 3,57 Euro übrig.
Im Callcenter von Germanwings erfuhr der Tester – für 99 Cent pro Minute – dass er im Internet ein neunseitiges Formular finde, das er am besten per Einschreiben mit Rückschein an die Gesellschaft schicken solle. Der Erfolg: 33 Euro Erstattung bei einem Gesamtpreis von 144 Euro.
Zudem ergab der Test, dass der Kunde oft nicht ersehen kann, wie sich der Erstattungsbetrag zusammensetzt. Die wenigsten Gesellschaften listen verständlich auf, wie sich dieser zusammensetzt.



