"Air-Goebbels"-Eklat: Spanien entschuldigt sich bei Air Berlin
zuletzt aktualisiert: 11.06.2008 - 13:33Düsseldorf/Barcelona (RPO). Die spanische Regierung hat sich bei der Fluggesellschaft Air Berlin für den Nazi-Vergleich eines katalanischen Politikers entschuldigt. Der Ex-Abgeordnete hatte die Fluggesellschaft als „Air Goebbels“ diffamiert.
Die polemische Auseinandersetzung zwischen Air Berlin und einem katalanischen Politiker ruft die spanische Regierung auf dem Plan. Tourismus-Staatssekretär Biel Mesquida distanzierte sich in einem Telefongespräch mit Air-Berlin-Chef Joachim Hunold von dem Nazi-Vergleich des Ex-Abgeordneten Joán Puig Cordón.
Der Politiker der linksnationalistischen Partei ERC hatte Anfang der Woche in seinem Blog die Fluglinie als „Air Goebbels“ bezeichnet und das Air-Berlin-Logo mit einem Hakenkreuz versehen.
In dem Telefongespräch mit Hunold sagte Staatssekretär Mesquida, das Verhalten von Puig Cordón sei absolut inakzeptabel. Das berichtet die spanische Tageszeitung "El Periódico" in ihrer Online-Ausgabe.
Auslöser für den Streit und den Nazi-Vergleich war eine Aufforderung der Behörden der Balearen-Inseln gewesen, Durchsagen auf den Flügen nach Mallorca in der regionalen Sprache Katalanisch einzuführen. Air-Berlin-Chef Hunold hatte diese Bitte in einem Beitrag im Bordmagazin der Airline als „Rückfall in mittelalterliche Kleinstaaterei“ bezeichnet.
Die Regionalregierung der Balearen hat indes erklärt, es sei nie deren Absicht gewesen, Air Berlin zum Gebrauch der katalanischen Sprache zu zwingen.
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