Münchner Christkindlmarkt: Teuflische Gestalten treiben ihr Unwesen
zuletzt aktualisiert: 09.12.2008 - 08:37München (RPO). Gruselige Gestalten machen den Münchner Christkindlmarkt unsicher: Mit ihren Hörnern, Fratzen und Tierschwänzen sehen sie zum Fürchten aus. Mit Hingabe erschrecken sie Kinder und auch ältere Passanten. Der Krampus-Lauf geht auf eine jahrhundertealte Tradition zurück.
Mit Schwung springt der Krampus auf einen ahnungslosen Besucher des Christkindlmarktes zu – und freut sich riesig, dass er ihm einen Schrecken eingejagt hat. Der Krampus ist wild und böse, im Alpenraum begleitet er den gutmütigen St. Nikolaus. Felle, Schwänze, Hörner und eine furchteinflößende Grimasse verhelfen dem Krampus zu seiner gruseligen Erscheinung.
Während der Nikolaus die braven Kinder beschenkt, werden die unartigen vom Krampus bestraft. Oft hat er eine Rute dabei und rasselt mit seinen Ketten oder Glocken. Ein bisschen ähnelt er Knecht Ruprecht. Allerdings tritt der Krampus am liebsten nicht allein an der Seite des Heiligen Nikolaus’ auf sondern in einer großen Gruppe. Schon zum achten Mal macht die Gruppe „Sparnifankel-Pass“ in der Adventszeit die Münchener Innenstadt unsicher. „Sparnifankel-Pass“ bedeutet auf hochdeutsch soviel wie „Teufelsgruppe“.
Die jungen Erwachsenen schlüpfen in handgenähte Fellkostüme, die locker bis zu sechs Kilogramm schwer sind. Hinzu kommt die Teufelsmaske, die schnell weitere zehn Kilo auf die Waage bringt. Etwa fünf Jahrhunderte ist der Brauch des Krampuslaufs alt. Früher sollte er bei der Abwehr böser Geister und bei der Vertreibung von Dämonen helfen.
Wer die wilden Burschen am Wochenende verpasst hat, bekommt vor Weihnachten eine weitere Gelegenheit, sie in München zu erleben: Auch am Sonntag, 21. Dezember, treibt die Gruppe von 16.30 bis 17.30 Uhr auf dem Christkindlmarkt ihr Unwesen.



