Studie: Türkei beliebter als Italien
zuletzt aktualisiert: 11.02.2010 - 11:14Hamburg (RPO). Die Türkei könnte nach Ansicht von Experten zu einem Gewinner des Reisejahres 2010 werden. Das Land am östlichen Mittelmeer, das mit Istanbul derzeit eine der europäischen Kulturhauptstädte stellt, dürfte Italien von Platz zwei der beliebtesten Auslandsreiseziele der Deutschen verdrängen.
Das sagte Ulrich Reinhardt von der BAT Stiftung für Zukunftsfragen in Hamburg am Mittwoch bei der Vorstellung der neuen Tourismusanalyse. Demnach wollen 4,8 Prozent der Deutschen, die Urlaubsreisen von mindestens fünf Tagen Dauer planen, diesmal die Türkei besuchen. Nach Italien zieht es 4,0, nach Österreich 3,2 und nach Nordafrika 2,6 Prozent.
Als beliebteste Auslands-Destination werde allerdings Spanien mit 9,2 Prozent unangefochten an der Spitze bleiben. Noch deutlich mehr Bundesbürger (22 Prozent) wollen im eigenen Land Urlaub machen. Die Stiftung hatte für ihre Tourismusanalyse insgesamt 4000 Deutsche ab 14 Jahren nach ihren Reiseabsichten befragt. Vorgestellt wurde die Studie zum Start der Messe "Reisen Hamburg" (noch bis 14. Februar).
Im Inland hat Baden-Württemberg im vergangenen Jahr deutlich Reisende hinzugewonnen: Der Anteil des "Ländles" an den Urlaubsreisen der Deutschen stieg von 2,9 auf 3,7 Prozent. Dagegen büßte Bayern mit 8,1 Prozent (2008: 8,7 Prozent) etwas an Popularität ein. Ebenso erging es der Tourismusanalyse zufolge Mecklenburg-Vorpommern, dessen Anteil von 7,3 auf 6,8 Prozent zurückging. Unverändert beliebt waren Schleswig-Holstein (5,6 Prozent) und Niedersachsen (4,3 Prozent).
Untersucht wurden von den Forschern auch die durchschnittlichen Ausgaben pro Reisetag. Hier gab es einige Unterschiede im Inland. So kostete der Tag zwischen Ostseeküste und Seenplatte den Gast in Mecklenburg-Vorpommern im Schnitt 66 Euro. Am Bodensee und im Schwarzwald waren es 77 Euro, in Bayern 75 Euro. In Spanien gaben die Deutschen im Schnitt 82 Euro am Tag aus, in Italien waren es 90 Euro.
Falsch sei die Annahme, dass die Deutschen bereits mehrheitlich im Internet ihre Reisen buchen, erläuterte Reinhardt. Das Web diene überwiegend als Informationskanal zur Reisevorbereitung - gebucht werde aber klassisch im Reisebüro. Selbst die 18- bis 24-Jährigen ziehe es dorthin. Buchungen per Telefon stünden bei Ruheständlern hoch im Kurs, während das Internet bei Singles oder Familien zum Zuge komme. Bei den Urlaubsformen sieht die Stiftung großes Potenzial für All-Inclusive-Angebote. "Aber auch Camping- und Wanderurlaube erleben ein Comeback", sagte Reinhardt.



