Tunesien: Urlauber wieder in Deutschland
zuletzt aktualisiert: 15.01.2011 - 14:15Oberursel/Hannover (RPO). Wegen der blutigen Unruhen in Tunesien haben Reiseveranstalter bis Sonntagabend deutsche Urlauber mit zahlreichen Sonderflügen außer geflogen. Die Veranstalter sagten alle weiteren Reisen vorerst ab. Im Land gehen die Unruhen auch nach der Flucht des Präsidenten weiter.
Das Auswärtige Amt rät wegen der politischen Unruhen in dem Maghreb-Staat, die Staatschef Zine El Abidine Ben Ali zur Flucht veranlassten, weiterhin von Reisen in das Land ab. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) erklärte am Samstagabend, diejenigen, die noch vor Ort seien, sollten sich besonnen verhalten und Ansammlungen vermeiden. Zudem sollte die Rückreise nicht eigenständig, sondern über die Reiseveranstalter organisiert werden. Am Sonntag wurden zwei Konsularbeamte in die Ferienorte Djerba und Hammamet geschickt, um die Ausreise deutscher Staatsbürger zu unterstützen.
Der Reiseveranstalter Thomas Cook hatte bereits bis Samstagabend alle 2000 deutschen Kunden aus Tunesien ausgeflogen. Im Tagesverlauf wurden insgesamt neun Sonderflüge von den Flughäfen in Djerba, Monastir und Enfidha angeboten, wie der Reiseanbieter in Oberursel mitteilte.
Der Tourismusanbieter TUI begann am Samstag damit, seine rund tausend Gäste mit Sondermaschinen auszufliegen. Die Urlauber seien "in der Regel sehr verständig und folgen unserem Rat, nach Hause zu fliegen", sagte Chefreiseleiterin Ulla Buchert. Vereinzelt gebe es jedoch Gäste, die nicht zurückreisen wollten. Diese blieben auf eigenes Risiko und eigene Kosten.
Die letzte TUI-Maschine mit 30 Gästen an Bord sollte am Sonntagabend in Düsseldorf landen, wie der Konzern in Hannover mitteilte. Mit insgesamt sieben Sondermaschinen brachte das Unternehmen die Touristen aus Djerba und Monastir zurück. Die Urlauber wurden nach Hannover, Frankfurt, Nürnberg, München, Stuttgart und Paderborn geflogen. Um die Reisenden in Empfang zu nehmen, stockte TUI seine Flughafenstationen auf.
Auch das Reiseunternehmen Rewe-Touristik brachte am Samstag 1200 Gäste mit sieben Sonderflügen von Monastir und Enfidha zurück. Die Aktion lief bis in die Nacht und wurde durch die hohe Belastung der tunesischen Flughäfen verzögert, wie es hieß. Von 30 Langzeiturlaubern, die die vorzeitige Rückreise zunächst ablehnten, hätten sich 23 nach dem dringenden Appell und dem Hinweis, nur auf eigenes Risiko und eigene Folgekosten bleiben zu können, zur Abreise entschieden.
Am Sonntag setzte Rewe-Touristik fünf weitere Sonderflüge für die Rückholung der Urlauber ein. Bis zum Abend sollten drei Flüge aus Djerba und zwei Flüge aus Enfidha mit weiteren 900 Gästen in Deutschland ankommen. Damit sollte die Rückholaktion für insgesamt 2100 Tunesiengäste des Unternehmens abgeschlossen werden.
Weitere Tunesienreisen sagten die Reiseveranstalter vorerst ab. Thomas Cook strich alle Reisen bis zum 21. Januar, TUI, Rewe und der Reiseanbieter FTI-Group bis zum 24. Januar. Bis Ende Januar bieten die meisten Veranstalter für ihre Kunden kostenlose Umbuchungen an.



