Euroschwäche: Urlaubskosten steigen fast überall
zuletzt aktualisiert: 10.05.2010 - 15:41Frankfurt/Main (RPO). Urlauber müssen ihre Reisekasse in diesem Jahr deutlich aufstocken. Eis, Restaurant, Museumsbesuch und andere Ausgaben erhöhen sich für deutsche Touristen fast überall.
«Tiefer in die Tasche greifen müssen wir vor allem bei Fernzielen, denn die aktuelle Euroschwäche mindert unsere Kaufkraft in den USA und Asien», erklärte der Tourismusexperten der Commerzbank, Rainer Guntermann. Aber auch in den beliebtesten europäischen Ferienländern bekommen die Bundesbürger im Schnitt weniger für ihr Geld als daheim. Diesen Artikel weiter lesen
Wer Hotel, Flug oder Mietwagen schon vor Monaten gebucht habe, habe wegen der Buchungszurückhaltung der Kunden damals noch von günstigeren Währungsverhältnissen und Lockangeboten der Veranstalter profitiert, erklärte Guntermann. Die direkt am Urlaubsort anfallenden täglichen Ausgaben hingegen, also Restaurant, Museum, Eis am Stiel oder Strandliege, seien dann aber alle gleich hoch.
"Die Kaufkraft des Euro, mit dem auch deutsche Urlauber bezahlen, hat in den USA seit Sommer 2009 um etwa 5 Prozent abgenommen, in Australien und Südafrika ist die Kaufkraft sogar um 20 Prozent zurückgegangen", erläuterte Guntermann. Im Austragungsland der Fußballweltmeisterschaft, die vom 11. Juni bis 11. Juli 2010 stattfindet, seien die Preise schon kräftig angestiegen. Dennoch hätten deutsche Besucher am Kap der Guten Hoffnung immer noch einen spürbaren Preisvorteil: Für 1 Euro bekommen sie im Schnitt Waren und Dienstleistungen im Gegenwert von 1,20 Euro, wie Guntermann vorrechnete.
Deutlich weniger erhielten deutsche Urlauber hingegen in den beliebtesten europäischen Ferienländern Spanien, Italien, Frankreich und Österreich. Hier gebe es für 1 Euro durchweg nur eine Gegenleistung von etwa 90 Cent. Grund ist die unterschiedliche Kaufkraft auch bei gleicher Währung, denn in all diesen Ländern gilt ebenfalls der Euro.



