Foto: CDC, Dr. Erskine Palmer
Mit Husten oder Frösteln geht es nach der Rückkehr aus dem Urlaub los. Später sind die Symptome ausgeprägter. Schlagartig wird klar: Der Mückenstich war nicht harmlos und das Essen war wohl doch nicht in Ordnung - irgendetwas haben Sie sich eingefangen. Hier lesen Sie skurrile, bedrohliche und solche Krankheiten, die als "Hitliste" der meistabgerufenen einer Internetseite geführt werden. Dafür verantwortlich ist das Centrum für Reisemedizin mit seiner Seite www.travelmed.de, von der die nachfolgenden Informationen stammen.
Foto: CDC, Dr. Erskine Palmer
Lungenegel
Die Erkrankung kommt in Ostasien, im tropischen Afrika und in Mittel- und Südamerika vor. Die zwittrigen Egel leben in Zysten der Lunge und werden ausgehustet. Die erwachsenen Egel legen Eier. Wenn infizierte Krabben oder Krebse vom Menschen gegessen werden, wandern die Larven aus dem Darm über die Lebervene in die Lunge, wo sie zu erwachsenen Egeln heranreifen und dort 10 bis 20 Jahre überleben können.
Schutz: Krabben- und Krebsarten vermeiden. In Endemiegebieten nur sicher durchgekochte Meerestiere verzehren.
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Orientbeule
Gehört zu den so genannten "Leishmaniasen", die durch Infektionen mit parasitären Einzellern hervorgerufen werden. In diesem Fall wird an der Stichstelle ein chronisches Hautgeschwür verursacht. Der Stich der Mücke wird dabei meist nicht einmal bemerkt. Die Inkubation kann einige Wochen bis mehrere Monate betragen. Allgemeinerscheinungen bestehen nicht. Nach der Abheilung besteht lebenslange Immunität.
Schutz: Mückenschutz nachts ist in Endemiegebieten (Mittelmeerraum, Afrika, Asien, Amerika) die wirksamste Prävention.
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Strongyloidiasis
Die Larven der Strongyloidiasis leben im feuchten Boden und bohren sich durch die intakte, bloße Haut des Menschen. Über den Blutkreislauf gelangen sie zunächst in die Lunge, von dort in den Rachen, werden verschluckt und siedeln sich schließlich im Dünndarm an. Die Infektion verursacht Reizhusten und leichtes Fieber bei Durchwanderung der Lunge. Gefährlich ist das so genannte Hyperinfektionssyndrom, bei dem Würmer in alle Organe, einschließlich das Gehirn, einwandern können. Unbehandelt kann dies tödlich verlaufen.
Schutz: Festes Schuhwerk, geschlossene Kleidung.
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Ulcus molle
Diese bakterielle, sexuell übertragbare Erkrankung, auch weicher Schanker genannt, ist in den Tropen weit verbreitet, insbesondere in Städten mit hoher Promiskuität. Die Erreger verursachen Geschwüre im Genitalbereich. Die Diagnose erfolgt durch den Erregernachweis aus Material der Geschwüre.
Schutz: Geschützter Geschlechtsverkehr.
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Whirlpool-Dermatitis
In schlecht gewarteten Whirlpools oder Schwimmbädern können sich die Bakterien, die diese Erkrankung auslösen, gut vermehren. Nach einer Inkubationszeit von 1 bis 8 Tagen kommt es nach dem Erreger-Kontakt zu einem juckenden Hautausschlag mit Bläschenbildung. Eine Mittelohrentzündung oder andere Entzündungen im Nasenrachenraum sowie Übelkeit und Erbrechen können hinzukommen.
Schutz: Meiden Sie schlecht gewartete Anlagen.
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Wucheria
Die 5-10 cm langen, erwachsenen Würmer leben in den Lymphgefäßen des Menschen. Ihre Larven gelangen in bestimmten Zeitabständen ins Blut. Von dort werden sie wiederum durch Stechmücken aufgenommen und auf diese Weise weiterverbreitet. Bei starkem Befall kommt es zu unförmigen Verdickungen der betroffenen Körperteile (meist Beine oder Arme, sog. Elephantiasis).
Schutz: Geschlossene Kleidung, Repellentien in Endemiegebieten.
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Loa-Loa
Der 3-7 cm lange, fadenförmige Rundwurm wandert unter der Haut umher ("Wanderfilarie") und verursacht vorübergehende, teigige Schwellungen mit Spannungsgefühl und Juckreiz, die nacheinander an verschiedenen Körperregionen (meist Arme, Gesicht) auftreten können. Der Wurm produziert viele kleine Larven (Mikrofilarien), die zwischen 12 und 2 Uhr mittags ins Blut gelangen und von tagaktiven Bremsen aufgenommen werden, die die Krankheit weiterverbreiten.
Schutz: Mückenschutz ist die einzig mögliche Präventionsmaßnahme.
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Affenpocken
Das Affenpocken-Virus kommt in Zentral- und Westafrika vor, das Erregerreservoir sind Nagetiere, vorwiegend Hörnchen. Der Mensch infiziert sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren, die Inkubationszeit schwankt zwischen 7 und 17 Tagen. Die Krankheit ist weniger ansteckend als die echten Pocken. Sie beginnt mit Fieber und Allgemeinerscheinungen, nach 2-4 Tagen bildet sich der typische Pockenausschlag aus.
Schutz: Tierkontakte in Endemiegebieten meiden.
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Algenpest
In den gemäßigten Klimazonen tritt diese vorwiegend in den Sommermonaten auf, in tropischen und subtropischen Gewässern können sie jederzeit stattfinden. Einige der Organismen bilden Gifte, die sich dann in Schalentieren anreichern und beim Verzehr Vergiftungserscheinungen (Lähmungserscheinungen, Magendarm-Krämpfe, Durchfall) hervorrufen können.
Schutz: Nur möglich durch Verzicht auf Verzehr von Schalentieren in Endemiegebieten.
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St. Louis Enzephalitis
Ausbrüche der St. Louis Encephalitis kommen im Süden der USA, Südamerika und Trinidad vor. Mücken übertragen das Virus normalerweise von Wildvogel zu Wildvogel und "versehentlich" auch auf den Menschen. Es kommt zu einer Enzephalitis (Hirnentzündung), oder zu einer Meningitis (Hirnhautentzündung). Bei den schwer Erkrankten liegt die Sterblichkeit bei 10 - 30 Prozent. Kopfschmerzen, Nervosität, leichter Ermüdbarkeit, Sprachstörungen, Geh- und Sehstörungen sind nicht selten.
Schutz: Mückenschutz.
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Und hier die "Hitliste" der meistabgerufenen Krankheiten auf der Website www.travelmed.de des Centrums für Reisemedizin:
1. Hepatitis A
Diese Virusinfektion der Leber ist weltweit verbreitet, besonders in den Entwicklungsländern. Die Erkrankung beginnt mit Grippegefühl, Fieber, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Nach einigen Tagen entwickelt sich eine Gelbfärbung der Haut. Auslöser sind oft Muscheln, Austern und Krebstiere.
Schutz: Aktive Impfung.
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2. Malaria
Die Malaria wird durch bestimmte Stechmücken übertragen. Sie zeigt sich durch Fieber, begleitet von Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost und Schweißausbrüchen. Die gefährlichste Form der Malaria, die Malaria tropica hat eine Inkubationszeit von mindestens 7 Tagen, sie kann aber auch deutlich länger sein. Diese Form kann rasch zu lebensbedrohlichen Zuständen mit Koma, Nierenversagen und Schock führen.
Schutz: Mückenschutz in der Dämmerung und Nachts. Helle, geschlossene Kleidung, Moskitonetz, Repellentien, Chemoprophylaxe.
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3. Typhus abdominalis
Typhusbakterien werden mit verunreinigter Nahrung und Trinkwasser aufgenommen. Nach einer Inkubationszeit von 1 bis 2 (3) Wochen entwickelt sich hohes Fieber mit schwerem Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen und Verstopfung, es kann zu erbsbreiartigen Durchfällen kommen. Komplikationen wie Darmdurchbruch und Bauchfellentzündung können tödlich verlaufen. Weitere Komplikationen sind Hirnhaut-Lungen- Herz- und Knochen-Entzündungen.
Schutz: Aktive Impfung (mit etwa 60-prozentigem Schutz), Nahrungsmittelhygiene.
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4. Gelbfieber
Das Virus, das das Gelbfieber verursacht, wird durch tag- und nachtaktive Stechmücken übertragen. Hauptreservoir des Erregers sind Affen. Die Infektion beginnt plötzlich mit hohem Fieber und allgemeinen Krankheitserscheinungen. Oft heilt die Krankheit danach aus. Es kann jedoch nach einer Woche zu einer dramatischen Verschlechterung mit Gelbsucht und Blutungen kommen, gefolgt von Herz-, Kreislauf-, Leber- und Nieren-Versagen. Diese Komplikationen führen oft zum Tode.
Schutz: Impfung, geschlossene Kleidung, Repellentien in Endemiegebieten.
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5. Hepatitis B
Die Übertragung erfolgt über entsprechende Kontakte; Bluttransfusionen, unsterile Spritzen, Nadeln und Instrumente sowie beim Geschlechtsverkehr. Oft beginnt die Krankheit mit einem allgemeinen Krankheitsgefühl, Fieber, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Nach einigen Tagen wird der Urin dunkel, der Stuhl hell, es kommt zur Gelbfärbung der Haut. In rund 10 Prozent der Fälle geht die Krankheit in einen chronischen Verlauf über, es entwickelt sich eine Leberzirrhose und in vielen Fällen ein Leberkrebs.
Schutz: Aktive Impfung.
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6. Tollwut
Der Mensch infiziert sich mit diesen Viren durch Bissverletzungen von infizierten Tieren, meist von Hunden, Katzen oder Fledermäusen. Auch durch Kontakt mit infiziertem Speichel auf verletzte Hautstellen oder unverletzte Schleimhäute (Augen) wird die Krankheit gelegentlich übertragen. Sie ist immer tödlich. Die Inkubationszeit liegt in der Regel zwischen 1-3 Monaten, sie variiert jedoch stark.
Schutz: Aktive Impfung zur Vorbeugung bzw. sofortige Impfung nach einem tollwutverdächtigen Biss.
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7. Diphtherie
Die Erreger der Diphtherie sind Bakterien, die in der Regel durch Tröpfcheninfektion übertragen werden. Es kommt zu Fieber, einer Rachenentzündung mit grau-weißen Belägen und süßlichem Mundgeruch in Zusammenhang mit einem ausgeprägtem Krankheitsgefühl. In schweren Fällen kann die Halsschwellung zu extremer Luftnot führen. Die von den Bakterien produzierten Gifte verursachen eine Herzmuskelentzündung und Nervenlähmungen. Diese führen oft zum Tod.
Schutz: Impfung.
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8. Darminfektionen
Sammelbegriff für Infektionen, die in der Regel oral übertragen werden und sich klinisch vorwiegend im Darmtrakt auswirken. Dazu zählen: Amöbiasis, Ascariasis, Cholera, Cryptosporidiose, Cyclosporiasis, Diphyllobothriasis, Enterobiasis, Giardiasis, Hakenwurmkrankheit, Norovirus-Erkrankung, Reisediarrhoe, Shigellen-Ruhr, Strongyloidiasis, Taeniasis.
Schutz: fast allen Krankheiten wird durch Nahrungsmittelhygiene vorgebeugt, mitunter durch Impfung oder persönliche Hygiene.
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9. Enterobiasis Synonyme: Oxyuriaris (Madenwürmer)
Der Mensch ist der einzige Wirt dieses Parasiten, der durch Schmierinfektion, kontaminierte Gegenstände (Spielsachen), Nahrungsmittel (Obst, Gemüse) oder auch durch das Einatmen kontaminierten Staubes übertragen werden kann. Die Erkrankung tritt weltweit auf. Betroffen sind insbesondere Kinder. Häufigstes Symptom: Ausgeprägter Juckreiz der Analregion. Scheidenentzündung bei Mädchen. Die Erkrankung heilt von selbst ab kann aber auch chronisch werden.
Schutz: Nahrungsmittelhygiene, persönliche Hygiene.
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10. Japanische Enzephalitis
Diese Virusinfektion tritt gebietsweise in Südostasien auf. Sie kann zu schwerer Hirn- und Hirnhautentzündung führen. Die Sterblichkeit ist sehr hoch, bei Überleben der Infektion bleiben oft Hirnschäden, Epilepsie oder Demenz. Symptome sind hohes Fieber, starke Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Lähmungserscheinungen, Verwirrtheit und Bewußtlosigkeit. Die Übertragung erfolgt durch nachtaktive Stechmücken. Reservoir für das Virus sind Haustiere, insbesondere Schweine, aber auch Nager und Vögel.
Schutz: Impfung, Schutz vor Mücken.