Buchungseinbruch für Ägypten und Tunesien: Veranstalter locken mit Tiefpreisen
zuletzt aktualisiert: 18.02.2011 - 09:30Düsseldorf (RPO). Die Unruhen in Nordafrika beeinträchtigen das Tourismusgeschäft noch bis weit in die Sommersaison hinein. Zu diesem Schluss kommt eine Umfrage unter 1200 Reisebüros. Die Veranstalter setzen indes auf Tiefpreisen für Tunesien und Ägypten.
Seit Anfang Januar würden für beide Länder kaum noch Neubuchungen verzeichnet, teilte das Marktforschungsinstitut GfK am Mittwoch in Nürnberg unter Berufung auf Buchungsdaten von 1200 repräsentativ ausgewählten Reisebüros mit.
Für Tunesien seien die Buchungen auch für die kommenden Monate um 85 Prozent eingebrochen, für Ägypten um 50 Prozent. Als Alternativen entschieden sich zahlreiche Urlauber demnach für Spanien oder die Türkei, aber auch für Urlaubsziele in Italien, Zypern, Bulgarien und Kroatien.
Die großen Touristik-Konzerne haben angekündigt, dass sie nach mehrwöchiger Pause ab Ende Februar wieder Reisende nach Tunesien und Ägypten fliegen wollen. Dazu zählen die Branchengrößen Tui, Thomas Cook/Neckermann, Rewe-Touristik (ITS, Jahn Reisen, Tjaereborg), Alltours und FTI. Zugleich ermöglichen sie Gästen aber weiterhin, bis Mitte April geplante Reisen umzubuchen.
Preisknüller sollen Kunden anlocken
Tui, Deutschlands größter Reiseveranstalter, beobachtet zurzeit noch ein zurückhaltendes Buchungsverhalten. "Das wird sicher noch einige Wochen dauern", meint Presseprecherin Anja Braun. Man sei aber zuversichtlich, dass sich Tunesien und Ägypten als Urlaubsziele vollends erholen würden.
Auch die Rewe-Touristik zeigt sich optimistisch, dass sich die Nachfrage schnell normalisieren wird. "Ein Grund dafür ist das gute Preis-Leistungs-Verhältnis", sagt Pressesprecher Christian Wessels. Die ersten Urlauber starten am 27. Februar ab Düsseldorf nach Ägypten. Ihnen bietet der Veranstalter eine Woche all inclusive im Vier-Sterne-Hotel für 299 Euro.
Auch andere Veranstalter werben mit Sonderangeboten. L'tur bietet sieben Übernachtungen im Vier-Sterne-Hotel in Marsa Alam am Roten Meer mit Halbpension und Flug schon für 399 Euro. Die Thomas Cook-Veranstalter haben eine Woche auf Djerba oder im Badeort Sousse ab 198 bzw. 199 Euro im Programm. "Wir glauben, dass die ersten Urlauber nach ihrer Heimkehr vermitteln, dass es sicher ist und weitere Gäste nach sich ziehen", sagt Presseprecherin Nina Kreke.
Zahlreiche Urlauber haben wegen der Unruhen und der daraufhin erlassenen Reisewarnungen und Reisehinweise des Auswärtigen Amts in der Zwischenzeit jedoch ihre für das Frühjahr und den Sommer geplanten Urlaube bereits storniert beziehungsweise von kostenlosen Möglichkeiten zur Umbuchung Gebrauch gemacht.
Laut GfK fielen die Unruhen in eine für das Tourismusgeschäft besonders wichtige Zeit. So werde üblicherweise fast ein Drittel des Jahresumsatzes für Ägypten im Januar gebucht. Zumindest ein Teil der Urlauber hat sich nun aber schon für andere Ziele entschieden.
Studiosus sagt weitere Ägypten-Reisen ab
Und nicht alle Reiseveranstalter nehmen Anfang März ihre Ägypten-Programme wieder auf. Der Studienreisen-Spezialist Studiosus in München hat am Mittwoch weitere Gruppentouren ins Land der Pharaonen abgesagt und bietet Ägypten-Urlaub jetzt bis zum 22. März nicht an.
Hintergrund ist nach Angaben des Unternehmens, dass das Auswärtige Amt in seinem Sicherheitshinweis weiterhin von "nicht dringend erforderlichen Reisen" in die Städte Kairo, Alexandria und Suez abrät. Kairo-Aufenthalte spielen für Studiosus eine große Rolle.
"Wenn wir nur Reisen ans Rote Meer hätten, würden wir die ebenso durchführen wie die anderen Reiseveranstalter", sagte Edwin Doldi, Sicherheitsmanager des Unternehmens. Viele Kunden seien nicht betroffen, da zahlreiche Gäste bereits das Angebot genutzt hätten, ihre Ägypten-Reisen kostenlos zu stornieren.
Internet: Sicherheitshinweis Ägypten http://dpaq.de/nVR2x.


