Tunesien-Reisen: Veranstalter verlängern Umbuchungsfristen
zuletzt aktualisiert: 18.01.2011 - 12:40Berlin (RPO). Ostern auf Djerba oder Sommerferien am Golf von Hammamet: Wer solche Reisepläne hat, dem raten die Reiseveranstalter nach den schweren Unruhen zum Abwarten. Einige Veranstalter haben Reisen bis zum 15. Februar gestrichen, viele die Umbuchungsfristen bis zum 14. April verlängert.
Die Reiseveranstalter hoffen auf eine Verbesserung der Lage - suchen aber auch schon nach Alternativen. Urlauber mit Buchungen für diese Zeit sollten "Ruhe bewahren", sagte Torsten Schäfer vom Deutschen Reiseverband (DRV) am Montag in Berlin: "Was Ostern ist, weiß noch keiner."
Immer mehr Urlauber mit Reiseplänen nach Tunesien können mittlerweile umbuchen: Nach der Rewe-Pauschaltouristik (ITS, Jahn Reisen, Tjaereborg) und der Tui haben am Dienstag auch Thomas Cook und Alltours ihre entsprechenden Fristen bis kurz vor die Osterferien verlängert.
Wegen der schwierigen Sicherheitslage in Tunesien seien kostenlose Umbuchungen jetzt bei Anreiseterminen bis zum 14. April möglich, teilte der Thomas Cook Konzern in Oberursel (Hessen) mit. Alltours in Duisburg gab am Nachmittag die gleiche Frist bekannt. Seit Montagabend sind Umbuchungen bis 14. April auch bei der Tui und den Rewe-Marken möglich. Am 15. April beginnt Schleswig-Holstein als erstes Bundesland mit den Osterferien.
Wie Thomas Cook mitteilte, bieten die Veranstalter des Konzerns - Neckermann Reisen, Thomas Cook, Bucher Last Minute und Air Marin - außerdem vorerst bis 31. Januar keine Tunesien-Touren mehr an. Damit sind Abreisen in das Land an zehn weiteren Tagen gestrichen worden.
Alltours hat derzeit sämtliche Tunesien-Reisen bis zum 23. Januar gestrichen - ob das reicht, soll am Donnerstag entschieden werden, sagte Firmensprecherin Alexandra Hoffmann dem dpa-Themendienst. Die Tui und die Rewe-Pauschaltouristik haben wegen der weiterhin unübersichtlichen Lage alle Tunesien-Reisen bis 15. Februar abgesagt.
Kein langfristiger Urlauberrückgang befürchtet
Dass Tunesien aufgrund der Unruhen grundsätzlich ein Imageproblem bekommt, erwartet die deutsche Reiseindustrie allerdings nicht. DRV-Sprecher Schäfer verweist auf das Beispiel Thailand: Dort sei die Zahl deutscher Touristen im vergangenen Jahr trotz der Krawalle in Bangkok im April und Mai 2010 sogar gestiegen.
Wenn es der neuen Führung gelingt, die Lage zu stabilisieren, bleibe Tunesien als ein Land mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis interessant für viele, die am Mittelmeer in der Sonne Urlaub machen wollen, erklärte Thomas-Cook-Sprecher Brandes. Es werde jedoch einige Monate brauchen, bis Tunesien bei der Besucherzahl wieder das Niveau vor der Krise erreicht, sagte Tui-Sprecher Köpers.
Wegen der Unruhen vorzeitig nach Hause geflogene Touristen können unterdessen darauf hoffen, Geld für die nicht im Land verbrachten Tage zurückzubekommen. Solche Reisende müssten nur Tage bezahlen, die sie tatsächlich in Tunesien verbracht haben, erklärte Sabine Fischer-Volk von der Verbraucherzentrale Brandenburg in Potsdam.
In einer Ausnahmesituation seien Urlauber, die ihre Reise erst einen oder zwei Tage vor den Warnungen des Auswärtigen Amtes angetreten haben. In diesem Fall müsse geklärt werden, ob der Veranstalter den späteren Reiseabbruch hätte absehen können und ob er die vergebliche Anreise hätte verhindern müssen. Da der Urlauber bei so wenigen Reisetagen im Prinzip keine Erholung hatte, seien auch Fälle denkbar, in denen der Veranstalter den gesamten Reisepreis erstatten müsse, sagte Fischer-Volk.
Internet: Reisehinweise Auswärtiges Amt http://dpaq.de/GHoWf.



