kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Althaus-Drama: Wie gefährlich Skifahren wirklich ist

VON MAIKE SCHULTE - zuletzt aktualisiert: 02.01.2009 - 15:30

Düsseldorf (RPO). Ist Skifahren ein gefährlicher Sport? Diese Frage drängt sich nach dem schweren Unfall des Thüringer Ministerpräsidenten Dieter Althaus (CDU) auf. Der 50-jährige Politiker war am Donnerstag in der Obersteiermark mit einer Skifahrerin kollidiert. Er erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma, Prellungen und eine Fraktur des Gesichts, die 41-jährige Frau erlag kurz darauf ihren schweren Kopfverletzungen. Experten geben dennoch Entwarnung. Das Risiko, sich auf der Piste zu verletzen, liege bei 0,17 Prozent, sagt Michael Berner, Sicherheitsexperte des Deutschen Skiverbands (DSV).

Die Zahl der Verletzungen sei in den vergangenen Jahren rückläufig, sagt auch David Schulz, Leiter der Auswertungsstelle für Skiunfälle (ASU) in Düsseldorf. Jedes Jahr erstellt Schwarz die Unfall-Statistik aus den Angaben verunfallter Skifahrer. Insgesamt vier Millionen Skifahrer gibt es in Deutschland. 43.000 bis 45.000 Brettl-Sportler wurden in der Skisaison 2006/2007 verletzt, 6500 davon schwer, ein Rekord-Tiefstand. Die meisten Unfälle, nämlich 85 Prozent, sind übrigens selbst verschuldet.

„Kopfverletzungen nahmen im vergangenen Jahr leicht zu, haben sich aber insgesamt auf einem niedrigen Niveau eingependelt“, erklärt Schulz. Ihr Anteil lag im vergangenen Jahr bei 10,2 Prozent. Zum Vergleich: Knieverletzungen machten ein Drittel aller Verletzungen aus, Oberarm- und Schulterverletzungen 23,9 Prozent.

Glücklichweise trug Althaus einen Kopfschutz, der ihm möglicherweise das Leben gerettet hat. Bei einer Kollision verringert sich die Schwere der Verletzung damit auf jeden Fall. „Der Helm reduziert die Kräfte, die auf den Schädel einwirken“, sagt Schulz. Diese Kräfte können gewaltig sein, geübte Skifahrer rasen mit bis zu 80 Stundenkilometer die Pisten hinunter.

Gerade auf Pistenkreuzungen erhöht sich, wie im Fall des verunglückten Ministerpräsidenten, das Unfallrisiko noch einmal zusätzlich. „Viele Skifahrer schauen bei der Abfahrt nur nach vorn, übersehen dabei von rechts oder links kommende Fahrer“, sagt Schulz. Gerade die modernen Carving-Ski ermöglichen es aber, in sehr engen Kurven quer zum Hang zu fahren. Viele fehlsichtige Sportler seien außerdem mit Skibrillen ohne Korrekturgläser und ohne der Witterung angepasste Filter unterwegs. Dennoch gibt die ASU in puncto Kollisionen auf der Piste Entwarnung. In der vergangenen Skisaison sank die Zahl der Zusammenstöße pro 1000 Skifahrer mit 0,75 auf den niedrigsten Stand seit 1979/80.

Männer öfter an Pistenunfällen beteiligt

Das Unfallrisiko ist übrigens bei Männern deutlich höher als bei Frauen. 60 Prozent der Unfallbeteiligten zählen zum starken Geschlecht, an Pistenkollisionen sind sie sogar überproportional mit 70 Prozent beteiligt. Anders als es gängige Vorurteile vermuten lassen würden, spielt Alkohol bei Unfällen keine nennenswerte Rolle, dafür aber mangelnde Kondition und Konzentration, so der DSV.

Hier setzt auch die Unfall-Prophylaxe an. Die Regeln dafür sind denkbar einfach. Die Pisten„Skigymnastik, Gleichgewichts- und Ausdauertraining sind extrem wichtig, bevor man auf die Piste geht“, sagt David Schulz. Leider sieht die Realität anders aus. Nur 23 Prozent der Frauen und 27 Prozent der Männer steigen nach guter Vorbereitung auf die Ski.

Helm ist ein Muss

Und ohne Helm sollte man die Bretter erst gar nicht unterschnallen, darin sind sich die Sicherheitsexperten einig. Jedoch geht nur rund ein Viertel der erwachsenen Skifahrer behelmt auf die Piste, viel zu wenig. „In Deutschland müssen noch einige Werbekampagnen her. In Österreich und der Schweiz sieht man deutlich mehr Skifahrer mit Kopfschutz“, sagt Schulz. Rücken- oder Handgelenksprotektoren empfehlen sich dagegen vor allem für den Gelände- und Rennsport.

Und genau wie auf der Straße sollten sich Skifahrer unbedingt an die Verkehrsregeln der FIS (Fédération Internationale de Ski) halten. Dazu zählen Rücksichtsnahme, eine angepasste Fahrweise sowie das Überholen mit eingehaltenem Sicherheitsabstand. Wer diese Regeln fahrlässig missachtet, leidet nach einem Unfall nicht nur körperlich, sondern auch finanziell. Haftpflichtversicherungen können nämlich die Zahlung verweigern.


 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Reise-Tipps für die Europameisterschaft

Polen und Ungarn

Reise-Tipps für die Europameisterschaft

In wenigen Tagen beginnt die Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine. Touristen sollten bei aller Freude über das Fußball-Fest ... mehr 

Streik im Seeverkehr

Kreuzfahrtschiffe können norwegische Häfen nicht anlaufen

In den größten Häfen Norwegens streiken derzeit die Lotsen - zahlreiche Kreuzfahrtschiffe müssen deshalb einen Bogen um das Land machen. In ... mehr 

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Tragischer Unfall: 400 Schafe fallen auf Autobahn

Hunderte Schafe sind in der Nacht zu Freitag auf eine Straße in Melbourne gefallen, als ein Tiertransporter auf einer Brücke umkippte und ... mehr 

Bilderserien Reise
Das ultimative EM-Lexikon
Das ultimative EM-Lexikon
Das ultimative EM-Lexikon mehr 
 
Das ultimative EM-Lexikon
Das ultimative EM-Lexikon
Das ultimative EM-Lexikon
mehr 
Streifzug durch die EM-Gastgeberländer Polen und Ukraine
Streifzug durch die EM-Gastgeberländer Polen und Ukraine
Streifzug durch die EM-Gastgeberländer Polen und Ukraine
mehr 
Mannheim: Schönheit auf den zweiten Blick
Mannheim: Schönheit auf den zweiten Blick
Mannheim ist für viele Touristen und Einwohner erst eine Schönheit auf ..
mehr 
Das war die Reisewelt 2012
Das war die Reisewelt 2012
Die Reisewelt war wie auch schon im Vorjahr ..
mehr 
 
MEHR

Thailand: Mutmaßlicher Täter gefasst

Deutsche Touristin erwürgt

Eine deutsche Touristin ist auf einer thailändischen Insel tot am Stand gefunden worden. Die Polizei nahm am Montag nach eigenen Angaben den mutmaßlichen Täter fest. Er habe gestanden, die 46-Jährige im Rausch erwürgt zu haben, sagte ein ... mehr

 

Schneechaos in Madrid

Tausende sitzen am Flughafen fest

 

Zehn neue Luxusliner am Start

Die Traumschiffe 2009

 

14 Tote bei Erdbeben in Costa Rica

300 Touristen sitzen fest

 

Viele Urlauber wollen einfach nur Ruhe

Selbstfindung statt Sauforgie

 
Die Länder der Welt
Die Inseln der Welt
Infos auf einen Blick

Deutschlands größte Städte in Zahlen

Auf-dem-Dach-des-Koelner-Doms_1_59524.jpg

Fläche, Einwohnerzahl, bekannteste Sehenswürdigkeiten - hier finden Sie alle Infos über die 15 größten deutschen Städte auf einen Blick.

Riesige-Staubwolke-legt-sich-ueber-Sydney_1_48429.jpg

Mit dem Rucksack um die Welt

Sydney: verregnet, aber großartig

Der Deutsche an sich mag zwei Dinge besonders gerne. Nummer eins: reisen. Darum sind die Hostels in Sydney voll von jungen Bundesbürgern, die das nur noch wenig unerkundete Australien erkunden wollen. Nummer zwei: meckern. VON Christian Spolders  mehr

 

Mit dem Rucksack um die Welt

Melbourne: sonnig, sportlich, szenig

 

Mit dem Rucksack um die Welt

Santiago – zwischen Schnee und Palmen

 
 

Mit dem Rucksack um die Welt

Sandboarden im Tal des Todes

Fluginfo

Alle Informationen auf einen Blick

Gewerkschaft will Frankfurter Flughafen bestreiken

Hier finden Sie alle Informationen zu Abflug- und Ankunftzeiten der Flughäfen in Ihrer Region. mehr 

Top-Services

Interessantes aus aller Welt

Infografiken und Karten von RP ONLINE

Diese-Bauwerke-sind-Weltrekord_5_59378.jpg

Die die größten Seen, die höchsten Bauwerke, die größten Flughäfen - in unseren Karten finden Sie viele spannende Informationen auf einen Blick. mehr