Noch keine Reisewarnung: Ägypten-Reisen nicht kostenlos stornierbar
zuletzt aktualisiert: 28.01.2011 - 14:59Hannover (RPO). Bislang hat das Auswärtige Amt nach den jüngsten Unruhen weder eine Reisewarnung abgegeben, noch von Ägypten-Reisen abgeraten. Veranstalter bieten ihren Gästen bislang auch keine kostenlosen Stornierungen und Umbuchungen an.
Das sagte Torsten Schäfer vom Deutschen Reiseverband (DRV) in Berlin am Freitag dem dpa-Themendienst. Auch sei noch keine Reise abgesagt worden. Derzeit lassen sich nur wenige Urlauber von den Unruhen abschrecken, hat Schäfer beobachtet: "Es gibt keine über das Normalmaß hinausgehenden Stornierungs- oder Rückreisewünsche."
Angesichts der Unruhen in Ägypten bieten mehrere deutsche Reiseveranstalter derzeit keine Ausflüge nach Kairo mehr an. Dazu gehören neben Thomas Cook/Neckermann und der Rewe Touristik auch die Tui und Alltours, wie Sprecher der Unternehmen am Freitag bestätigten.
Auch bei Besichtigungstouren nach Alexandria müssen Urlauber mit Einschränkungen rechnen. Über das Ausflugsprogramm werde derzeit von Tag zu Tag entschieden, sagte Nina Kreke von Thomas Cook in Oberursel. Das Unternehmen hat am Freitag Kurztrips in die ägyptische Hauptstadt gestrichen, nachdem es solche Touren am Donnerstag seinen Gästen zunächst weiter angeboten hatte. Nach derzeitigem Stand werde es Ausflüge nach Kairo frühestens wieder am Montag geben, sagte Kreke.
Die Rewe Touristik, zu der ITS, Jahnreisen und Tjaereborg gehören, hat bis einschließlich 4. Februar alle Tagesausflüge nach Kairo und Alexandria ausgesetzt. Das bestätigte Unternehmenssprecher Christian Weßels am Freitag.
Bei der Tui wird es bis einschließlich Sonntag keine Ausflüge nach Kairo und Alexandria geben, sagte Sprecherin Anja Braun in Hannover. Es hätten sich aber ohnehin zu wenige Urlauber für Trips in diese Städte angemeldet. Über neue Ausflüge werde erst kommende Woche entschieden.
Bei Alltours ist bislang noch nicht absehbar, wann den Urlaubern wieder Besichtigungstouren in die ägyptische Hauptstadt angeboten werden. "Die Ausflüge nach Kairo haben wir bis auf Weiteres gestoppt", erklärte Sprecherin Alexandra Hoffmann in Duisburg.
Zehntausende bei Protesten
Zehntausende Ägypter haben nach dem Freitagsgebet in Ägypten gegen die Regierung und gegen Präsident Husni Mubarak protestiert. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin richten sich die Ausschreitungen derzeit aber nicht gegen Touristen.
In den Reise- und Sicherheitshinweisen der Behörde hieß es am Freitagnachmittag, dass Urlauber Massenansammlungen und Demonstrationen weiträumig meiden sollten. Außerdem empfiehlt das Amt Urlaubern in Ägypten, sich über die dortigen Medien über die Lage im Land informieren.
Nach Angaben des Deutschen Reiseverbandes (DRV) in Berlin reisen jedes Jahr etwa 1,2 Millionen Bundesbürger nach Ägypten. Weit mehr als 90 Prozent von ihnen machten Urlaub am Roten Meer in Regionen wie Hurghada, Marsa Alam und Sharm-el-Sheikh.
Internet: Auswärtiges Amt zu Ägypten http://dpaq.de/nVR2x



