Spionkameras und Spendentaste: Diese Gefahren lauern am Geldautomaten
zuletzt aktualisiert: 16.07.2009 - 10:08Den Haag/Wiesbaden (RPO). Abgezockt im Urlaub: Auch in den Lieblingsferienländern der Deutschen ist "Skimming" ein verbreitetes Phänomen. Betrüger buchen mit Daten, die sie am Geldautomaten ausgespäht haben, hohe Beträge vom Konto ab. Experten verraten, wie Sie sich schützen können.
Schnell beschleicht einen in der fremden Umgebung das Gefühl, hier werde möglicherweise mit noch ganz anderen Tricks die Bankkarte ausgelesen. Und in der Tat gibt es das "Skimming", wie Fachleute das Ausspähen von Kontodaten und PIN-Nummer nennen, auch in den klassischen Urlaubsländern. "Das ist die Taktik in Europa derzeit: Mit einer Spionkamera wird die PIN bei der Eingabe von oben abgefilmt", erläutert ein Europol-Sprecher in Den Haag.
Wo Urlauber besonders vorsichtig sein sollten, lässt sich ihm zufolge allerdings schwerlich genau sagen: Es gebe keine Verpflichtung der EU-Mitgliedsländer, die Daten oder Auffälligkeiten an die Zentralbehörde weiter zu geben. Es werde vielmehr bei der Verfolgung der Betrüger zusammengearbeitet.
Eine Zahl wurde jüngst allerdings erhoben: Laut dem Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden wurden 2008 insgesamt 514 Geldautomaten oder Lesegeräte im Handel festgestellt, an denen deutsche Kartendaten abgegriffen wurden. Im Jahr davor waren es 332. Vor allem in der Türkei und in Südafrika sei das vorgekommen. In Deutschland selbst zählte das BKA 809 Fälle im Vergleich zu 459 im Jahr 2007.
In den klassischen europäischen Urlaubsländern der Deutschen - etwa Spanien oder Italien - seien Datensammlungen durch manipulierte Automaten weniger häufig dokumentiert worden. Allerdings läuft der Betrug mit den abgefischten Daten sehr wohl auch mitten in Europa.
Die Schwerpunktländer für den Einsatz gefälschter Debitkarten von Kunden aus Deutschland sind laut BKA Italien, Rumänien, die Niederlande, Frankreich und die Türkei - in diesen Ländern wurden den Angaben nach 75 Prozent aller gefälschten Debitkarten eingesetzt.
Internet: www.polizei-beratung.de, www.kartensicherheit.de



