Verschärfte Sicherheitschecks: Längere Wartezeiten für USA-Reisende
zuletzt aktualisiert: 28.12.2009 - 09:04Frankfurt/Main (RPO). Wegen verschärfter Sicherheitschecks müssen USA-Reisende mit längeren Schlangen bei der Abfertigung rechnen. Sie sollten möglichst drei Stunden vor dem Start am Flughafen sein, empfiehlt ein Lufthansa-Sprecher.
"Wir schauen noch genauer auf die Fluggäste mit Ziel USA", sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Deshalb bitte man die Reisenden, sich auf strengere Kontrollen und mehr Wartezeit einzustellen.
Ein Lufthansa-Sprecher in Frankfurt am Main sagte der Nachrichtenagentur DAPD, eine frühzeitige Anreise zum Flughafen sei auf jeden Fall empfehlenswert. Zu Verzögerungen bei den Starts sei es zunächst nicht gekommen: "Wir konnten die zusätzlichen Maßnahmen mit mehr Personal abfedern." Auch an Bord habe die Airline zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Wie diese im Detail aussehen, wollte Lufthansa nicht mitteilen.
Am Samstagabend hatte die Bundespolizei erklärt, das in Detroit knapp vereitelte Attentat werde auch in Deutschland zum Anlass genommen, den "hohen Sicherheitsstandard zielgerichtet durch zusätzliche Kontrollmaßnahmen zu ergänzen". Dieser Schritt gelte aber nicht für alle Flüge, sagte eine Sprecherin auf DAPD-Anfrage. Außerdem erklärte die Bundespolizei, man stehe im engen Kontakt mit den Experten der amerikanischen Luftsicherheitsbehörde TSA.
Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums erklärte auf Anfrage: "Wir gehen nach wie vor von einer hohen Gefährdung für Deutschland aus, aber wir sehen keine Veränderung der aktuellen Sicherheitslage."
"Nicht Folge einer Sicherheitshysterie"
Der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU), warb um Verständnis für verschärfte Personen- und Handgepäckkontrollen. "Die Durchsuchungen an den Flughäfen sind nicht Folge einer Sicherheitshysterie, sondern leider notwendig", sagte er dem "Hamburger Abendblatt" (Montagausgabe).
Jetzt müsse die Frage beantwortet werden, wie es habe passieren können, dass Sprengmittel an Bord gebracht wurden. Für "gesetzgeberischen Aktionismus" gebe es keinen Grund: "Es ist Aufgabe technischer Forschung, Durchsuchungsgeräte zu entwickeln, die Tatmittel leichter erkennbar machen, ohne dabei die Privat- und Intimsphäre der Passagiere zu verletzen. Die sogenannten Nackt-Scanner erfüllen diese Voraussetzungen bislang nicht", sagte Bosbach.
Der Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, forderte eine Weiterentwicklung technischer Durchsuchungsmöglichkeiten. "Die technischen Möglichkeiten bei der Entdeckung chemischer Substanzen müssen immer auf der Höhe der Zeit sein. Sparen wäre hier im höchsten Maßen verantwortungslos." Freiberg warnte davor, "die Sicherheit zum Opfer drohender Haushaltskonsolidierungen zu machen". Die Sensibilität für Terrorgefahren habe in der Politik nachgelassen.
Am Ersten Weihnachtstag hatte ein Nigerianer laut Behördenangaben kurz vor der Landung in Detroit versucht, einen Airbus in die Luft zu sprengen. Er gab an, im Auftrag des Terrornetzwerks Al Kaida gehandelt zu haben. Der Mann wurde von Mitreisenden überwältigt und festgenommen.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.



