Rhein oder Rhône?: So finden Sie das richtige Flussreiseziel
zuletzt aktualisiert: 23.01.2010 - 11:07Köln/Rostock (RPO). Wer eine Kreuzfahrt auf dem Fluss machen will, hat die Qual der Wahl. Von Rhein und Donau über Rhône und Douro bis zu Jangtsekiang und Nil reicht die Auswahl in den Katalogen der Reedereien. Wir helfen Ihnen bei der Entscheidung.
"Wie komme ich zum Ausgangshafen?" und "Wie sehen die Landausflüge aus?" sind dann nur zwei von vielen Fragen, die sich jeder Urlauber stellen sollte, bevor er eine Kabine an Bord eines Flussschiffes bucht.
Ein wichtiger Punkt ist die Anreise. Viele Ältere schätzen zum Beispiel einen möglichst kurzen Weg zum Ausgangshafen - und entscheiden sich eher für eine Rhein- als für eine Jangtse-Tour. Auch wer auf dem Nil in Ägypten oder auf Wolga und Don in Russland kreuzen möchte, muss in Deutschland erstmal in ein Flugzeug steigen. Deshalb ist auf diesen Schiffen tendenziell ein jüngeres Publikum anzutreffen als in heimatnahen Gewässern, sagt Ekkehard Beller, Geschäftsführer von Nicko Tours in Stuttgart. Auch bei Frankreich-Flussreisen führt der erste Reiseabschnitt häufig durch die Luft - zum Beispiel nach Paris, wenn es auf die Seine geht, oder bei Rhône-Reisen nach Lyon.
Fast 383.700 deutsche Passagiere verbrachten gut 2,93 Millionen Nächte an Bord eines Flusskreuzfahrtschiffes - so lautete die Bilanz der Branche im Jahr 2008. Laut der Kreuzfahrtenstudie des Deutschen Reiseverbandes (DRV) lag die Passagierzahl damit um 14,8 Prozent über dem Niveau des Jahres 2007. Im Schnitt waren die Flussreisenden 58 Jahre alt und gaben 1154 Euro pro Person für ihre Tour aus. Gut zwei Drittel (68,3 Prozent) waren mindestens 56 Jahre alt, der Anteil der unter 41-Jährigen an Bord betrug 11,2 Prozent.
Mehr oder weniger Landausflüge?
Beim Studieren der Reiseverläufe sollte auch beachtet werden, wie sich die Zeit auf das Bord- und das Landprogramm verteilt: Es gibt Touren, bei denen die Schiffe vor allem nachts von A nach B fahren und zwischen Frühstück und Abendessen fast immer an einem Anleger festgemacht sind. Dann steht im Vordergrund, viele Stunden in spannenden Städten zu verbringen. Bei anderen Flussreisen werden auch tagsüber viele Kilometer auf dem Wasser zurückgelegt - weil die Strecken so lang sind oder es den Gästen nicht zuletzt darum geht, Naturlandschaften an sich vorbeigleiten zu sehen.
Als "Städtereise ohne Hotelwechsel" bezeichnet Ekkehard Beller die typische Flusskreuzfahrt auf vielen europäischen Wasserstraßen. Auf dem nördlichen Rhein und seinen Nebenflüssen in Deutschland, Belgien und den Niederlanden zum Beispiel gebe es meist "an jedem Tag zwei Besichtigungen und nicht ganz so viel Flussfahrt". Das muss man wissen - und viele Gäste wollen es auch gar nicht anders erleben. Wer dagegen vor allem das Fahren mit dem Schiff durch die Natur schätzt, sei zum Beispiel auf der Wolga besser dran, wo die täglichen Strecken länger sind. Auch die Donau biete zum Teil solche längeren Etappen.
Weniger Freizeitangebote an Bord
Letztlich entscheide weniger die Schiffsausstattung als das Fahrtgebiet über die Buchung einer Flussreise, ist die Beobachtung des Kreuzfahrtexperten Helge H. Grammerstorf aus Hamburg. Anders als bei Hochseereisen, wo mit Kletterwänden oder Eislaufbahnen oft viele Alternativen zum Landausflug geboten werden, seien die Möglichkeiten auf Flussschiffen begrenzt. Im Wesentlichen gebe es nur zwei Klassen: die 110 Meter und die 135 Meter langen Schiffe. "Sie sind eigentlich alle 11,40 Meter breit und 6,50 Meter hoch", sagt Grammerstorf.
Umso wichtiger ist für viele Anbieter, was sie jenseits der Reling präsentieren können. "Aktivprogramme wie geführte Fahrradtouren sind sehr beliebt", sagt Lara Vitzthum von A-Rosa Flussschiff in Rostock. "Man muss an jedem Tag einen Höhepunkt gestalten, und das versuchen wir an Land", erklärt Guido Laukamp, Geschäftsführer von Viking Flusskreuzfahrten in Köln, der nicht zuletzt von den Möglichkeiten überzeugt ist, die der Rhein in dieser Hinsicht seinen Gästen bietet.



