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Deutsche könnten vor allem in Ländern Südeuropas in unangenehme Situationen hinein geraten. Mit manchen Gesten riskiert man schnell eine dicke Backe. Welche Handzeichen Sie in anderen Kulturen in Schwierigkeiten bringen können, verraten wir hier. Mit dem Zeigefinger auf jemanden zu deuten, wird zum Beispiel in den meisten Kulturen als Unhöflichkeit angesehen. Sehr schlimm ist es in Thailand, mit den Fingern auf jemanden zu zeigen. In Südafrika kann diese Geste sogar als Angriff gewertet werden.
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Mehrdeutig ist auch, mit der Faust in die offene Handfläche zu schlagen. Während Menschen in weiten Teilen Europas und Nordamerikas damit Ärger ausdrücken, signalisiert die Geste im Nahen Osten eine Aufforderung zum Sex. In Chile wird das Schlagen der rechten Faust in die linke offene Handfläche als obszön empfunden. In Westafrika bedeutet der Schlag in die Handfläche "Einverstanden".
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Der "Stinkefinger" ist eindeutig: Dass der ausgestreckte Mittelfinger kein lieber Gruß sondern eine vulgäre Beleidigung ist, versteht weltweit wohl jeder.
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Der nach hochgereckte Daumen wird in Mitteleuropa weithin als Zeichen der Tramper für eine Mitfahrgelegenheit benutzt. Darüber hinaus sendet er ein positives Signal im Sinne von "Prima!". Wird der Daumen auf- und abbewegt, ist er allerdings in vielen Mittelmeerländern, in Russland, im Mittleren Osten sowie in Teilen von Afrika und Australien eine obszöne Beleidigung und Aufforderung zum Sex. Besonders in der Türkei gelte die Geste außerdem als Einladung zu homosexuellen Praktiken.
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Jemandem den Vogel zu zeigen gilt in Deutschland als Beleidigung. In Nordamerika dürfen deutsche Besucher ohne Bedenken den Vogel zeigen. Das Tippen an die Stirn signalisiert dem Mitmenschen ohne große Worte, dass er klug gehandelt hat und für intelligent gehalten wird.
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Das bei uns in Europa und Nordamerika geltende OK-Zeichen ("Super!"), bei dem Zeigefinger und Daumen einen Ring bilden, kann Sie anderswo in Schwierigkeiten bringen. In Frankreich und Südeuropa, wie Spanien und Griechenland sowie in Rußland, sei "der Ring" eine obszöne Geste und symbolisiere eine menschliche Körperöffnung. In Belgien, Frankreich und Tunesien könne die Geste auch so aufgefasst werden, dass das jeweilige Gegenüber als "Null" oder "wertlos" beschimpft werde. In Japan ist es ein Symbol für "Geld".
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Das Victory-Zeichen gilt fast weltweit als Symbol für "Sieg" und "Frieden". Berühmt wurde es durch Winston Churchill, der so die Siegesgewissheit der Alliierten über den Nationalsozialismus demonstrieren wollte, um seinen Landsleuten Mut zu machen. In Misskredit geraten ist das Zeichen durch die Geste des Deutsche-Bank-Chefs Ackermann vor Gericht.
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Unfreiwillig komisch war, als Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) nach gewonnener Wahl seinen Sieg durch das "Victory-Zeichen" unterstreichen wollte. Denn...
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...wer die Hand dabei verkehrt herum hält, kann in Großbritannien, aber auch auf Malta oder in Australien arge Probleme bekommen. Zeigt der Handrücken beim V-Zeichen zum Gegenüber, heißen gespreizter Zeige- und Mittelfinger dort so viel wie "Steck Dir zwei Finger ins Gesäß!" und "Du kannst mich mal!". Das kann unter Umständen sogar beleidigender und rüder sein als der gereckte Mittelfinger.
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Leicht zu verwechseln mit dem V-Zeichen ist die Schwurhand, bei der Daumen, Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand gestreckt werden und die als Symbol für wahrheitsgemäße Aussage steht.
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Das Handhorn, bei der Zeigefinger und kleiner Finger von der Faust abgespreizt werden und der Daumen auf den gebeugten Fingern liegt, ist eine Geste aus der amerikanischen Gebärdensprache. Sie bedeutet: "Ich liebe Dich/Euch". Zunehmend bedienen sich auch Politiker und Popstars der Liebesgeste.
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Aber: In jedem Fall vermeiden sollten Touristen in Spanien gegenüber Männern die "Hörnergeste". Damit bezichtigt man laut Müller sein Gegenüber als betrogenen ("gehörnten") Ehemann und verhöhnt ihn.
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Positiver ist diese Botschaft (Zeigefinger auch gebeugt) dagegen auf Hawaii. Der "Hang Loose"-Gruss bei dem die Hand leicht nach links und rechts gedreht wird, ist eine Aufforderung zum Locker-Sein. Der häufig in der Surfer-Szene benutzte Gruss ist nicht nur ein sichtbares Zeichen, sondern eine Lebenseinstellung. Frei übersetzt heisst es: das Leben genießen, es aktiv gestalten und auch mit einfachen Dingen zufrieden sein!
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In Deutschland unterstreicht man mit gestikulierenden geöffneten Händen als nonverbale Kommunikationsmittel das gesprochene Wort und gibt diesem dadurch mehr Bedeutung. In Südamerika wird diese Geste für das Andeuten der Größe der männlichen Geschlechtsorgane gebraucht.
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Typisch italienisch: die "Cosa fai"-Geste, bei der die Fingerkuppen aufeinandergedrückt und das Handgelenk auf- und abbewegt werden, ist ebenfalls nicht einfach zu deuten. Ursprünglich soll mit dieser Handbewegung Unverständnis und Ärger ausgedrückt werden. Dagegen versteht man sie in Griechenland und der Türkei eher als Zustimmung.
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Eine genau entgegengesetzte Absicht verfolgt man mit diesem Zeichen auf Malta. Zeigt man hier diese Geste zum Beispiel im Autoverkehr, wenn man sich ärgert, wird sich der Autofahrer freuen. Hier besagt sie nämlich: "Ausgezeichnet!"
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Legt man die beiden Zeigefinger seitlich aneinander und bewegt diese nicht, symbolisiert dies im Nahen Osten zwei Personen, die sich (geschäftlich) geeinigt haben. In Nordafrika hingegen bedeuten die Finger zwei enge Freunde. Dass es sich dabei um eine sexuelle Beziehung handelt, ist nicht zwangsläufig aber manchmal der Fall. Auf jeden Fall ist die Geste nicht beleidigend gemeint.
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Der Finger der einen Hand zeigen nach oben, die andere Hand liegt flach darauf. Gemeinsam bilden die Hände ein "T". Ursprünglich aus dem amerikanischen Football und für "Time out" (Auszeit) stehend wurde das Zeichen in den Alltag übernommen. In Italien hält sich jedoch noch eine andere Bedeutung: Freunde werden damit zu einem gemeinsamen Spiel zusammengerufen und aufgefordert.
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In europäischen Ländern sowie in Nordamerika wird ein Händedruck zur Begrüßung sehr geschätzt und gehört zum guten Benehmen. Ein kraftvoller Händedruck sollte es in Südafrika und Costa Rica sein, um Herzlichkeit zu vermitteln.
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In Asien ist Händeschütteln nicht die Regel - Ausnahmen bilden Bali, China und Vietnam. Eine kleine Verbeugung ersetzt in den anderen asiatischen Ländern den Hand-Shake. In arabischen Ländern reicht man, wenn man sich begrüßt, niemals die linke "unreine" Hand. Deshalb wird auch nur mit der rechten Hand gegessen. Mit Handschlag wird eine arabische Frau nur dann taktvoll begrüßt, wenn sie die Initiative dazu ergreift. Generell sollte man mit einer Berührung zur Begrüßung vorsichtig sein, denn in Saudi-Arabien zum Beispiel gilt der Händedruck als unangebrachte Annäherung.
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Ausländische Gäste in Japan, Thailand oder Sri Lanka sollten sich Körperberührungen gänzlich sparen. Das Schulterklopfen ist hier absolut verpönt. Ebenso das Streicheln über das Haar eines Kindes. Tabu sind übrigens auch Küsse und Berührungen zwischen Mann und Frau in der Öffentlichkeit.
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Anders als in Deutschland signalisieren sich die Menschen in einigen anderen Ländern Zustimmung/Ablehnung. Abweichende Gesten für das Verneinen gibt es etwa in Indien, Bulgarien, Griechenland und Süditalien. Ein "Ja" wird dort durch das Links-Rechts-Wackeln des Kopfes ausgedrückt. Das "Nein" dagegen ist kein Kopfschütteln, sondern eine Kopfbewegung aus der neutralen Position nach oben und hinten. Auch das kann für Missverständnisse mit Einheimischen sorgen.
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"Probleme kann es immer dann geben, wenn dieselbe Geste unterschiedliche Bedeutungen hat", sagt die Linguistin Cornelia Müller von der Internationalen Gesellschaft für Gestenforschung in Berlin. Vieles sei gar nicht so unterschiedlich, wie häufig angenommen wird.