Currenta RWE Stadtwerke Düsseldorf
| 15.18 Uhr

Umweltschutz
Gefahrenbeseitigung in der Natur

Das Grundwasser im Düsseldorfer Norden ist mit dem organischen Schadstoff PFT verunreinigt. Der Stoff wurde als Bestandteil des Löschschaums von der Düsseldorfer Flughafenfeuerwehr eingesetzt. Das Projekt zur Bodenreinigung wird noch lange andauern. Von Henri Breker, 7b , Suitbertusgymnasium Düsseldorf

Mitte November ist die Grundwasser-Reinigungsanlage des Düsseldorfer Flughafens in Betrieb genommen worden, um die Belastung des Grundwassers mit Perfluorierten Tensiden (PFT) zu beheben. Ist die Gefahr für die Umwelt damit beseitigt? Können Anwohner im Düsseldorfer Norden im Sommer ihre Gemüsegärten wieder mit den eigenen Grundwasserbrunnen wässern?

Im Jahr 2007 wurden erstmals bei routinemäßigen Kontrollen erhöhte PFT-Werte im Grundwasser des Düsseldorfer Nordens festgestellt. Betroffen waren die Stadtteile Lohausen und Kaiserswerth. Die festgestellte Konzentration von PFT im Grundwasser betrug bis zu 57 000 Nanogramm pro Liter und übertraf damit den gesetzlichen Richtwert um das Tausendfache.

Während man zunächst glaubte, dass Löscharbeiten im Rahmen von Dreharbeiten zu der beliebten TV-Serie "Alarm für Cobra 11" der Auslöser für die Belastung waren, ergaben die Ermittlungen der Umweltbehörde, dass die Flughafen-Feuerwehr in den vergangenen Jahren mit einem Löschschaum gearbeitet hat, der eine hohe Konzentration von PFT enthielt. Dementsprechend sind Flächen, an denen eine große Menge des Löschschaums eingesetzt wurde, besonders kontaminiert. Etwa am Ende der Startbahn, wo 2005 eine Boeing 747 von Atlas Air ausgebrannt ist.

Da PFT unter dem Verdacht steht, hochgradig krebserregend zu sein, hat man sofort Gegenmaßnahmen ergriffen, das Löschmittel wurde ausgetauscht und ein neues Feuerwehrfunktionsbecken gebaut. Gleichzeitig wurden 34 zusätzliche Grundwassermessstellen eingerichtet und 1200 Wasserproben ausgewertet. Doch erst fünf Jahre nach der ersten Messung, im Jahr 2012, konnte man die Belastung des Grundwassers in einer Flächendarstellung verdeutlichen. Diese zeigte, dass die verunreinigte Fläche die Größe von 170 Fußballfeldern, nämlich 8,5 Quadratkilometer, umfasst. Lange Zeit wusste man nicht, wie man PFT aus dem Grundwasser herausfiltern kann.

Nun testet der Flughafen als Verursacher der Verunreinigung eine PFT-Sanierungsanlage. Das Grundwasser wird in drei Phasen gereinigt: Zunächst wird das verschmutzte Grundwasser aus einer Tiefe von zehn Metern abgepumpt, von einer Anlage gereinigt und wieder zurückgeführt. Die endgültige Reinigungsanlage wird erst gebaut, wenn sich die Pilotanlage bewährt hat und die Verunreinigung von 57 000 Nanogramm pro Liter auf 300 senken konnte. Mindestens 14 Jahre lang werden anschließend jede Stunde 38 500 Liter Grundwasser gereinigt. Anschließend wird eine Bodensanierung notwendig sein.

Die Kosten für die Reinigung werden wohl in den mehrstelligen Millionenbereich gehen. Festzuhalten bleibt, dass die Gefahr noch nicht beseitigt ist und die Bewohner noch lange auf die Verwendung ihrer eigenen Brunnen verzichten müssen.