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| 11.30 Uhr

Schule
Kommentar: G8-Versuchskaninchen

Düsseldorf. Erst 9 Jahre bis zum Abi, dann 8 Jahre, bald wieder 9 Jahre. Ein Kommentar zu der Versuchsreihe Abitur. Von Bianca Tilger (8c, Theodor-Fliedner-Gymnasium

Da die meisten Schulen wieder zur neunjährigen Schulzeit auf dem Gymnasium (G9) wechseln, verschwindet G8 wieder aus dem Konzept vieler Schulen. Natürlich hat G8 viele Vorteile. So können die Schüler durch die kürzere Schulzeit schneller in das Arbeitsleben einsteigen. Sie können damit auch  schneller selbstständig werden und früher ihr eigenes Geld verdienen. Doch den Vorteilen von G8 stehen auch viele Nachteile gegenüber. 

So sehen es viele Eltern und auch Schüler, die die Rückkehr zu G9 begrüßen. Ein wesentlicher Nachteil ist ihrer Meinung nach, dass die alten Lehrpläne beim Wechsel zum G8 nicht ausreichend gekürzt wurden. Die Folge davon ist, dass die Schüler in acht Jahren nahezu genauso viel Stoff lernen müssen, wie zuvor in neun Jahren. Gerade in der Oberstufe kommt es dann zu vielen Wochenstunden im Unterricht. Dazu kommen die Zeiten für die Vor- und Nachbereitung des Stoffes. In der Summe können das 50 Stunden in der Woche sein. Das finden viele Schüler zu viel. Denn ihnen bleibt dann wenig Freizeit. Sie müssen häufig auf Zeit mit Freunden, Sport oder andere Hobbys verzichten. Dazu kommt, dass auch viele Schüler mit der Menge des Unterrichtsstoffes überlastet sind. Sie kommen dann im Unterricht nicht mehr so gut mit. Entweder müssen dann die Eltern sie unterstützen oder sie brauchen Nachhilfe. 

Diese Nachteile haben viele Politiker erst nicht akzeptieren wollen. Sie wollten daher lange an G8 festhalten. Inzwischen haben sich aber in vielen Bundesländern die Eltern und auch Schüler mit ihren Wünschen durchgesetzt. 

Man hat als Schüler im G8 daher das Gefühl, das man an einem Experiment teilgenommen hat. Die Absicht war vielleicht gut. Aber die Umsetzung hätte besser sein können. Das Ergebnis sind viele verunsicherte Schüler, Lehrer und Eltern.