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Zeist
20 Meter Abstand für Eltern

Oranje erlebt Debakel gegen Island
Oranje erlebt Debakel gegen Island FOTO: afp, JT/AG/MM
Zeist. In der Provinz Limburg kicken die Kleinsten ab sofort ohne Unparteiischen. Von Simon Janssen

Freistoß? Elfmeter? Ball im Aus? Die Klärung solcher Fragen gehört im Fußball üblicherweise zum Hauptaufgabenbereich eines Schiedsrichters. Der niederländische Verband KNVB beschreitet nun jedoch neue Wege und geht in der Provinz Limburg mit interessanten Regeländerungen in die neue Saison. So sollen Bambini in Zukunft ihre Spiele ohne Unparteiischen bestreiten. Um selbst entscheiden zu können, lernen die Mädchen und Jungen das Regelwerk im Training vorher kennen und sollen es eigenständig anwenden. "Unser Ziel ist, dass die jüngsten Spieler das Fußballspiel wieder spontan und natürlich ausüben", beschreibt der KNVB das neue Konzept.

"Es freut mich, dass die Niederländer es jetzt auch so machen", sagt Peter Frymuth, DFB-Vizepräsident Spielbetrieb und Fußballentwicklung, "in Deutschland gibt es das Spiel ohne Schiedsrichter in manchen Kreisen sogar bis zu E-Jugend." Die Kinder sollen laut Frymuth ein Gefühl dafür entwickeln, was regelkonform ist und was nicht. "Der pädagogische Aspekt und der Fair-Play-Gedanke stehen dabei besonders im Vordergrund", sagt Frymuth.

Der KNVB belässt es jedoch nicht bei dieser einen Regeländerung: Zur neuen Saison müssen Eltern von Bambini-Spielern mindestens 20 Meter Abstand zum Spielfeld halten. Die Einmischung von Vätern und Müttern hatte in der Vergangenheit teilweise Spielabbrüche verursacht. Ab sofort müssen Eltern die Entscheidungen, die ihre Kinder selbst fällen, akzeptieren.

In Deutschland gibt es eine ähnliche Bestimmung - der Pflicht-Abstand der Eltern zum Spielfeld wird vom DFB jedoch nicht in Metern angegeben. "Die Eltern dürfen seit der Umsetzung des Masterplans Amateurfußball nicht mehr direkt auf dem Platz stehen, wie es vorher manchmal der Fall war", sagt Frymuth. Die Festlegung eines bestimmten Abstandes sei jedoch schwierig, weil Eltern auf manchen Plätzen dann quasi von der Anlage verbannt würden.

Die Problematik mit übermotivierten Müttern und Vätern ist dem DFB nicht neu. So gibt es auf der Internetpräsenz des Verbandes einen Aufruf an Eltern, der Verhaltensregeln am Spielfeldrand beinhaltet. "Eltern, die ständig hereinrufen, kritisieren und Anweisungen geben, helfen ihren Kindern nicht. Im Gegenteil: Sie hemmen sie in ihrer Spielfreude und setzen sie nur unnötigem Stress aus", heißt es in dem Schreiben - anfeuern sei jedoch erlaubt. Laut Frymuth habe der DFB die Problematik, die ohnehin nur einen kleinen Teil der Eltern betreffe, mit den Änderungen eingedämmt.

Quelle: RP
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