Rennen auf dem Nürburgring: 210 Autos 24 Stunden lang untwerwegs
zuletzt aktualisiert: 23.05.2001 - 17:54Nürburgring (rpo). Spektakuläre Rennen, ein bunt gemischtes Teilnehmerfeld, Lagerfeuerromantik und viele bunte Vögel - das traditionelle 24-Stunden-Rennen auf der berühmten Nordschleife des Nürburgrings bietet den Fans über vier Tage Motorsport zum Anfassen.
Mit zwei Auftritten der neuen V8STAR-Serie am Donnerstag und Samstag und einem Rennen der Deutschen Tourenwagen-Challenge werden die Zuschauer auf die Jagd durch die "Grüne Hölle" eingestimmt, die am Samstag um 17.00 Uhr beginnt.
210 Autos und rund 750 Teilnehmer werden sich dann auf die lange Reise über die Nordschleife machen, die Fahrer und Material extrem beansprucht. Angefeuert werden sie dabei voraussichtlich von mehr als 100.000 Zuschauern, die rund um den Ring die Nacht zum Tag machen werden. "Zum ersten Mal haben die für den Vorverkauf gedruckten Karten nicht ausgereicht", sagt Organisationschef Peter Geishecker und hofft, mit dem Absatz an den Tageskassen die 116.000 Zuschauer des Vorjahres noch zu übertreffen: "Wir mussten noch Tickets nachdrucken."
Kein Wunder, bei einem Preis von 100 Mark für das ganze Wochenende, inklusive Zutritt zum Fahrerlager. Dafür bekommen die Fans insgesamt neun Rennen und 1.500 Fahrer zu sehen, womit das 24-Stunden-Rennen mit seinem Rahmenprogramm zur wohl größten Motorsportveranstaltung der Welt wird.
Freuen können sich die Zuschauer zum Beispiel auf das Duell des im Vorjahr siegreichen Phoenix-Teams, das zwei Porsche 911 GT3 RS einsetzt, mit der Chrysler Viper des Zakspeed-Teams, zu dem der einzig im Feld verbliebene Vorjahressieger Michael Bartels (Plettenberg) wechselte. Gemeinsam mit Bartels werden der frühere Formel-1-Pilot Pedro Lamy (Portugal) und Teamchef Peter Zakowski persönlich die Viper steuern. Der 29 Jahre alte Lamy, letztmals 1996 für Minardi-Ford in der Formel 1 tätig, ersetzt dabei den ursprünglich vorgesehenen Marcel Tiemann (Soltau).
Phoenix setzt auf die Porsche-Werksfahrer Christian Menzel (Kehlberg) und Lucas Luhr (Koblenz), die sich mit dem Franzosen Emmanuel Collard ein Cockpit teilen, sowie DTM-Pilot Christian Abt aus Kempten ("Eine schöne Abwechslung"), der zusammen mit Porsche-Junior Timo Bernhard (Miesau), Jürgen von Gartzen (Wehrheim) und dem Journalisten Horst von Saurma-Jeltsch (Stuttgart) antritt. Gute Chancen werden auch dem Alfa-Werksteam mit den italienischen Ex-Formel-1-Piloten Alessandro Nanini, Nicola Larini und Stefano Modena eingeräumt. Insgesamt hatten 248 Teams gemeldet, in zwei Trainingssitzungen am Freitag werden die maximal 210 Startplätze vergeben.
Gleich zweimal können die Zuschauer die 450-PS-Boliden aus der V8STAR-Serie bewundern, die auf der GP-Strecke zwei einzelne Rennen ausfahren (Donnerstag, 11.40 Uhr, und Samstag, 13.10 Uhr), die allerdings zusammen gewertet werden. Dabei wird sich erstmals der Ex-DTM-Pilot Kris Nissen aus Dänemark in einem First-Choise-Audi in die Riege der Jäger von Spitzenreiter Johnny Cecotto (Venezuela) einreihen. Der frühere Motorrad-Weltmeister führt mit der Idealpunktzahl 78 das Feld an, fährt aber nach einer unkorrekten Aktion zuletzt auf dem EuroSpeedway Lausitz, als er eine gelbe Flagge missachtete, wie auch Ex-Formel-1-Pilot Karl Wendlinger aus Österreich "unter Bewährung."
Auch für das Fernsehen bedeutet das 24-Stunden-Rennen einen Großeinsatz. Das DSF überträgt mehr als zehn Stunden live, darunter natürlich den Start und den Zieleinlauf.
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