"Grüne Hölle" lockt Masse und Klasse: 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring
zuletzt aktualisiert: 23.06.2000 - 12:02Nürburgring (sid). Die "Grüne Hölle" lebt: 210 Teams starten am Samstag um 16.00 Uhr zur 28. Auflage des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring, Rekord für die Dauertortur rund um die Uhr auf der berühmt-berüchtigten Nordschleife. Insgesamt wollten sich sogar 363 Teams aus der ganzen Welt der härtesten Prüfung im Motorsport stellen, wegen des Riesen-Andrangs wurde die Starterzahl noch einmal um 15 auf 210 erhöht.
Die Masse garantiert Klasse und ein paar Exoten. Einige Stars aus der mit großem Erfolg wiederbelebten DTM sind auf dem "Ring" dabei. Eine Woche nach den ersten beiden DTM-Siegen in Oschersleben ist Opel sogar mit einem Werksteam am Start. Opel-Sportchef Volker Strycek setzt sich persönlich ans Steuer eines Opel Astra, ihm zur Seite stehen DTM-Spitzenreiter Manuel Reuter aus Mainz und Rallye-Werkspilot Niki Schelle aus Hohenpeißenberg.
"Dieses Rennen ist einzigartig, die Nordschleife eine Hochburg der Opel-Fans. Daher wollten wir unbedingt wieder dabei sein", erklärt Strycek. Andere Opel-DTM-Piloten gehen in der Eifel fremd. Uwe Alzen (Betzdorf) und Michael Bartels (Plettenberg) starten mit einem Porsche des Phoenix-Teams, der Italiener Stefano Modena bildet mit seinem Landsmann Nicola Larini und RTL-Formel-1-Kommentator Christian Danner ein schlagkräftiges Trio in einem Alfa Romeo 156. Alle drei bringen Formel-1-Erfahrung mit.
Einen alternativen Weg geht das Kemptener Abt-Team. Die DTM-Truppe aus dem Allgäu will mit einem Audi A4 im wahrsten Sinne des Wortes richtig Gas geben. Nach der Weltpremiere im Vorjahr starten sie erneut mit einem Rennwagen mit Erdgasantrieb, der rund 300 PS leistet. Am Steuer sitzen drei Fahrer aus der DTM: die Abt-Piloten Christian Abt (Kempten) und Kris Nissen (Dänemark) sowie Opel-Pilot Christian Menzel (Kelberg).
In einem offenen Honda-Roadster S 2000 will ein Damen-Team der männlichen Konkurrenz einheizen. Ellen Lohr aus Mönchengladbach, die als einzige Frau einmal ein DTM-Rennen gewann, fährt gemeinsam mit der früheren Audi-STW-Pilotin Tamara Vidali aus Italien, Sabine Schmitz (Pulheim) und der Belgierin Yanina Ickx, Tochter des früheren Formel-1-Piloten und Le-Mans-Siegers Jacky Ickx. Rallye-Amazone Jutta Kleinschmidt aus Köln startet mit Klaus Niedzwiedz (Unna) in einem Mitsubishi.
Nicht fehlen darf im Reigen der über 30 teilnehmenden Marken natürlich der Vorjahressieger: Die Chysler Viper des Zakspeed-Teams wird bei der Titelverteidigung von Peter Zakowski (Niederzissen), Marc Duez (Belgien) und Patrick Huisman (Niederlande) gefahren. Nach dem überlegenen Sieg 1999 muss die "Giftschlange" in diesem Jahr aber 400 kg mehr Gewicht mitschleppen.
Neben der Viper setzt Zakspeed auch ein Volvo-C70-Coupe ein. Der Renner wurde eigentlich für die DTM entwickelt, erhielt aber wegen der fehlenden Freigabe durch Volvo keine Zulassung. Nach einem leichten Umbau auf die Besonderheiten der Nordschleife und mit 150 kg Mehrgewicht gegenüber dem DTM-Reglement starten die früheren DTM-Piloten Jörg van Ommen (Moers), Roland Asch (Ammerbuch) und Philipp Peter (Österreich).
Für einen guten Zweck ist Schwimm-Weltrekordler Mark Warnecke aus Essen unterwegs. Für jede Runde, die sein VW Golf GTI auf der Nordschleife dreht, spenden Sponsoren 60 Mark für die Organisation "Kinder in Not".
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