Massensturz: 6. Etappe: Bernucci siegt vor Winokurow
zuletzt aktualisiert: 07.07.2005 - 17:00Nancy (rpo). Lorenzo Bernucci hat die sechste Etappe der 92. Tour de France gewonnen. Der Italiener vom Rennstall Fassa Bortolo setzte sich nach 199 km zwischen Troyes und Nancy im Schlussspurt vor Kasachstans Meister Alexander Winokurow vom T-Mobile-Team und Robert Förster aus Markkleeberg vom Team Gerolsteiner durch.
Im Regen von Nancy hat Alexander Winokurow den ersten Etappensieg für das T-Mobile-Team knapp verpasst. Der Kasache belegte auf der sechsten Etappe von Troyes nach Nancy über 199 km den zweiten Platz hinter dem Italiener Lorenzo Bernucci, sicherte sich aber wertvolle 28 Sekunden im Kampf um das Gelbe Trikot. Den dritten Platz belegte Gerolsteiner-Profi Robert Förster im Sprint des heranfahrenden Hauptfeldes.
Nach einem von Christophe Mengin ausgelösten Massensturz kurz vor dem Ziel wurde das Feld geteilt. Ullrich erreichte das Ziel in der ersten, Lance Armstrong in der zweiten Gruppe. Armstrong verteidigte damit sein Gelbes Trikot erfolgreich, liegt im Gesamtklassement aber nur noch 53 Sekunden vor Winokurow.
Auch Ullrich holte zwölf Sekunden auf und ist nun 1:24 Minuten zurück Neunter. Jens Voigt (1:04) ist als Fünftplatzierter bester Deutscher. Damit wurde erstmals in diesem Jahr eine Tour-Etappe nicht im Massensprint entschieden.
"Das ist optimal gelaufen. Ich habe mich irgendwie durchgemogelt. Eigentlich wollte ich mich an dem Sprint gar nicht beteiligen, weil ich dazu gar nicht mehr in der Lage war. Aber dann sah ich den Haufen da liegen und bin innen durchgefahren", sagte Förster zu seinem glänzenden dritten Platz.
Bereits bei Kilometer 30 war eine fünfköpfige Gruppe um den Franzosen Mengin aus dem Feld ausgerissen und hatte zwischenzeitlich einen Vorsprung von 8:30 Minuten herausgefahren. Dabei fuhr der Italiener Mauro Gerosa, der im Gesamtklassement 4:22 Minuten hinter Armstrong liegt, zwischenzeitlich im virtuellen Gelben Trikot. Außerdem befanden sich der viermalige Etappensieger Jaan Kirsipuu (Estland), Ex-Henninger-Turm-Gewinner Karsten Kroon (Niederlande) und Stephane Auge (Frankreich) in der Fluchtgruppe.
Als im Feld die Sprinter-Teams Quick Step und Davitamon-Lotto auf das Tempo drückten, schmolz der Vorsprung zunehmend dahin. Zunächst wurden beim letzten Anstieg Kroon und Auge, dann Kirsipuu und Gerosa eingefangen. Zwei Kilometer vor dem Ziel war schließlich auch der Ausreißversuch von Mengin bei einem Sturz unterbunden. Immerhin sicherte sich Kroon das Gepunktete Trikot, der Niederländer holte sich auf den vier Bergwertungen der vierten Kategorie insgesamt sieben Punkte.
Am Freitag kommt die Tour erstmals nach drei Jahren wieder nach Deutschland. Auf der 228,5 km langen Etappe von Luneville nach Karlsruhe wird 39 km vor dem Ziel bei Wintersdorf die Grenze zu Deutschland überschritten. Das Teilstück kommt dabei den Sprintern entgegen. So wartet im Finish eine vier Kilometer lange Zielgerade, die längste der Tour-Geschichte.
T-Mobile-Kapitän Jan Ullrich freut sich bereits auf den Abstecher nach Deutschland und spricht von einem "Gänsehaut-Erlebnis". "Ich freue mich auf Deutschland. Es ist immer schön, in der Heimat zu fahren. Ich weiß noch, wie toll die Stimmung beim letzten Mal war", erinnert sich Ullrich. Erst zum 14. und 15. Mal macht die Tour Station in Deutschland. Karlsruhe und Pforzheim werden zum zweiten Mal in der Historie der Frankreich-Rundfahrt angesteuert, letztmals war dies 1987 der Fall.
Radsport, 92. Tour de France, 6. Etappe über 199 km von Troyes nach Nancy:
1. Lorenzo Bernucci (Italien/Fassa Bortolo) 4:12:52 (47, 2 km/h),
2. Alexander Winokurow (Kasachstan/T-Mobile) gleiche Zeit,
3. Robert Förster (Markkleeberg/Gerolsteiner) 0:07 Minuten zurück,
4. Angelo Furlan (Italien/Domina),
5. Thor Hushovd (Norwegen/Agricole),
6. Kim Kirchen (Luxemburg/Fassa),
7. Gianluca Bortolami (Italien/Lampre),
8. Egoi Martinez (Spanien/Euskatel),
9. Gerrit Glomser (Österreich/Lampre),
10. Kurt Asle Arvesen (Norwegen/CSC),
11. Laurent Brochard,
12. Jerome Pineau (beide Frankreich/Bouygues),
13. Massimo Giunti (Italien/Fassa),
14. Oscar Pereiro (Spanien/Phonak),
15. Xavier Zandio (Spanien/Balears),
16. Bobby Julich (USA/CSC),
17. Pieter Weening,
18. Erik Dekker (beide Niederlande/Rabobank),
19. Jan Ullrich (Rostock/T-Mobile),
20. Salvatore Commesso (Italien/Lampre),
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