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FC Bayern München
6:1 - der FC Bayern stürmt ins Halbfinale

Guardiola reißt gegen Porto die Hose
Guardiola reißt gegen Porto die Hose FOTO: ap, FO
München. Nach der ersten Halbzeit der Champions-League-Partie führt der deutsche Meister durch Robert Lewandowski (2), Thiago, Jerome Boateng und Thomas Müller mit 5:0. Der FC Porto, im Hinspiel mit 3:1 siegreich, ist lange nur ein Spielball.

Der FC Bayern München hat zum vierten Mal in Folge das Halbfinale der Champions League erreicht. Mit einer in der ersten Halbzeit begeisternden Vorstellung setzte sich der Bundesliga-Spitzenreiter gegen den FC Porto mit 6:1 (5:0) durch. Kein Vergleich zu dem schwachen Spiel vor einer Woche in Porto, als sich die Mannschaft von Trainer Pep Guardiola durch die 1:3-Niederlage mächtig unter Druck gesetzt hatte. Kopfballtreffer von Thiago, Jerome Boateng und Robert Lewandowski sorgten für die 3:0-Führung, die schon etwas beruhigte. Ein abgefälschte Schuss von Thomas Müller und nochmals Lewandowski sorgten dafür, dass die Gastgeber mit 5:0 in die Kabinen gingen - begleitet vom Applaus der Zuschauer in der ausverkauften Arena, die sich von ihren Sitzen erhoben hatten.

Aufgrund der anhaltenden Personalprobleme stellte sich die Mannschaft des FC Bayern mehr oder weniger von selbst auf. Nur eine Änderung hatte Trainer Pep Guardiola im Vergleich zum Hinspiel vorgenommen: Holger Badstuber rückte für den in Porto und am Samstag in Hoffenheim unsicher wirkenden Dante in die Innenverteidigung.

Der deutsche Fußball-Rekordmeister machte von Beginn ordentlich Betrieb. Philipp Lahm spielte dabei beinahe einen Rechtsaußen. Obwohl Porto wie im Hinspiel früh und aggressiv versuchte, den Spielaufbau der Gastgeber zu stören, waren die Münchner sofort die eindeutig dominierende Mannschaft. Unter anderem, weil die Portugiesen diesmal wesentlich tiefer standen. Und auch, weil die Bayern allesamt erkennbar wild entschlossen waren, das Hinspiel vergessen zu machen.

Zehn Minuten waren gespielt, da erstarb dem begeisterter als sonst mitgehenden Münchner Publikum erstmals der Torschrei auf den Lippen. Zunächst war Thomas Müller nach einem Sprint über 40 Meter an Torhüter Fabiano gescheitert, der Nachschuss des bedrängten Lewandowski landete am Pfosten. Vier Minuten später gab es dann kein Halten mehr in der Arena, als der nur 1,74 Meter lange Thiago nach einer Flanke des starken Juan Bernat per Kopf den Führungstreffer erzielte.

Porto wirkte beeindruckt. Die Bayern hielten sich nicht lange mit Feiern auf und schnürten den Meister Portugals, der im Hinspiel so überzeugend und selbstbewusst aufgetreten war, weiter in dessen Hälfte ein. Vor allem hatten die Münchner die Lufthoheit: Badstuber verlängerte den Ball nach einem Eckball per Kopf zu Boateng, und der Weltmeister ließ Torwart Fabiano mit seinem Kopfball keine Chance. Fünf Minuten später war Lewandowksi zur Stelle. Dem Treffer ging eine Traumkombination über Thiago, Philipp Lahm und Thomas Müller, der die Flanke seines Kapitäns direkt verlängert, voraus.

Trainer Pep Guardiola, dessen Hose bei einer Kniebeuge am Spielfeldrand nach rund 20 Minuten eingerissen war, konnte zufrieden sein. Der Rücktritt des langjährigen Bayern-Mannschaftsarztes Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt hatte ihn in die Kritik gebracht. Der Erfolg tat ihm sichtlich gut. "Ich verstehe auch den Mull nicht. Jetzt wird er fast 73 Jahre und reagiert dort so beleidigt. Da warte ich doch ab und treffe nicht in der Nacht noch die Entscheidung. Und wenn ich immer noch Zweifel habe, dann schlafe ich noch eine Nacht darüber und kann dann immer noch die Entscheidung treffen", sagte Bayerns Ehrenpräsident Franz Beckenbauer.

Die Fußballprofis sorgten jedenfalls für gute Stimmung, obwohl sie es nach der Pause ruhiger angehen ließen. Porto, im Hinspiel aus der Rolle des Außenseiters in jene des gefährlichen Rivalen geschlüpft, hatte mehr Raum und Zeit, sich zu zeigen. Jackson Martinez traf zum 1:5 und verfehlte wenig später nur knapp das Tor. Als Marcano nach Foul an Thiago vom Platz musste (87.) und Xabi Alonso den Freistoß verwandelte, waren letzte Zweifel verflogen

(sid/RP)
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