Thomas Voeckler bleibt in Gelb: 7. Etappe: Pozzato setzt Sprinter matt
zuletzt aktualisiert: 10.07.2004 - 20:30Saint-Brieuc (rpo). Mit dem Ausgang der 7. Etappe der 91. Tour de France hatten die Sprinter nichts zu tun, obwohl wenige Kilometer vor dem Ziel das Feld noch zusammen war. Der Italiener Filippo Pozzato nutzte die Gunst der Stunde einer mehrköpfigen Ausreißergruppe.
Der Teamgefährte des am Freitag ausgeschiedenen Sprintstars Alessandro Petacchi setzte sich im Schlussspurt einer dreiköpfigen Spitzengruppe vor den Spaniern Iker Flores (Euskatel) und Francisco Mancebo (Illes Balears) durch. Zehn Sekunden zurück musste sich Zabel mit dem elften Rang begnügen, zeitgleich kamen die Topstars Jan Ullrich und Lance Armstrong auf den Plätzen 30 und 35 an.
Wenige Kilometer vor dem Ziel hatte sich Pozzato in einer siebenköpfigen Gruppe abgesetzt, das Hauptfeld mit den Sprintstars um Zabel kam nicht mehr heran. "Wir haben alles versucht, das Feld zusammen zu halten, aber einige Teams haben nicht mitgemacht", meinte ein enttäuschter Zabel, während Tour-Neuling Pozzato überglücklich war: "Das ist mein größter Erfolg. Viele Leute haben an mich geglaubt."
Bei der von einem erfolglosen Ausreißversuch geprägten Fahrt an die nordfranzösische Küste verteidigte Thomas Vockler das Gelbe Trikot erfolgreich. Der junge Elsässer hat 3:01 Minuten Vorsprung vor dem Australier Stuart O'Grady, der das Grüne Trikot erfolgreich verteidigte. Der fünfmalige Tour-Sieger Lance Armstrong ist mit 9: 35 Minuten Rückstand Sechster, sein Herausforder Jan Ullrich liegt 10:30 Minuten zurück auf Platz 22.
Die beiden Topfavoriten blieben am Samstag auf der Hut, als das Hauptfeld nach einer Attacke der CSC-Mannschaft auf den letzten 50 km auseinanderriss. Auf den regennassen Straßen in der Schlussphase des Rennens blieben beide in der ersten Gruppe und kamen mit zehn Sekunden Rückstand auf ds Spitzentrio in der ersten Hauptgruppe an. "Wir haben gewusst, das es am Ende der Etappe sehr windig wird. Deshalb haben wir das Rennen schnell gemacht, um zu sehen, was passiert," sagte CSC-Teamdirektor Bjarne Riis.
Das Trikot des Berg-Königs verteidigte der Italiener Paolo Bettini auf der Falchetappe mit nur zwei kleineren Bergwertungen erfolgreich.
Erneut nicht von Stürzen verschont bliebt das Team Gerolsteiner. Bei Kilometer 129 stürzte der Schweizer Sven Montgomery über den Lenker und schied einen Tag nach dem schweren Crash seines Teamkollegen Rene Haselbacher mit Verdacht auf Schlüsselbeinbruch aus.
Für Haselbacher, der sich beim Finale der sechsten Etappe in Angers drei Rippenbrüche und eine Nasenbeinfraktur zugezogen hatte, gab es am Samstag Entwarnung. Dem Österreicher bleibt die wegen einer Knochenspitze in der Lunge befürchtete Notoperation erspart, vermutlich kann er bereits am Montag das Krankenhaus in Richtung Heimat verlassen.
Der Ausflug in die Bretagne hatte am Samstagmittag mit einem Blitzstart begonnen. Die Fahrer legten enormes Tempo vor, hatten die ersten 10 km schon nach zwölf Minuten absolviert und hielten fast zwei Stunden einen Schnitt von rund 50 km/h. Dabei hatten zunächst viele Angreifer vergeblich ihr Glück versucht.
Erst nach dem vom Niederländer Karsten Kroon (Rabobank) in Goven gewonnenen ersten Sprintpreis bei Kilometer 52,5 gelang einem Ausreißerduo die erfolgreiche Flucht über insgesamt rund 110 km. Mit dem niederländischen Meister Erik Dekker (Rabobank) an der Seite nahm der Franzose Thierry Marichal (Lotto) die Fahrt durch die Heimat des fünfmaligen Tour-Siegers Bernard Hinault in Angriff. Hinaults Wohnort Calorguen und sein Geburtsort Yffinac waren am Samstag Tour-Stationen.
Am Sonntag endet die "Woche der Sprinter", wobei die Tour-Karawane den westlichsten Punkt der Frankreich-Rundfahrt 2004 erreicht. Auf der relativ kurzen Etappe quer durch die Bretagne stehen zwischen Lamballe und Quimper nur 168 km an, damit der Tour-Tross rechtzeitig das Flugzeug nach Limoges erreichen kann. Dort steht am Montag der erste von zwei Ruhetagen an.
ERGEBNISÜBERSICHT:
7. Etappe (204,5 km) von Chateaubriant nach Saint-Brieuc:
1. Filippo Pozzato (Italien/FAS) 4: 31:34 Stunden (45,2 km/h)
2. Iker Flores (Spanien/EUS)
3. Francisco Mancebo (Spanien/IBB) beide gleiche Zeit
4. Laurent Brochard (Frankreich/A2R) 0:10 Minuten zurück
5. Sebastien Hinault (Frankreich/CA)
6. Michele Scarponi (Italien/DVE)
7. Paolo Bettini (Italien/QSD)
8. Thor Hushovd (Norwegen/CA)
9. Scott Sunderland (Australien/ALS)
10. Stuart O'Grady (Australien/COF)
11. Erik Zabel (Unna/TMO)
12. Tom Boonen (Belgien/QSD)
13. Robbie McEwen (Australien/LOT)
14. Danilo Hondo (CH-Ascona/GST)
15. Allan Davis (Australien/LIT)
16. Baden Cooke (Australien/FDJ)
17. Matcus Ljungqvist (Schweden/ALB)
18. Kim Kirchen (Luxemburg)
19. Matteo Tosatto (Italien/beide FAS)
20. Jerome Pineau (Frankreich/BLB)
...
25. Andreas Klöden (CH-Kreuzlingen)
30. Jan Ullrich (CH-Scherzingen/Beide TMO)
43. Thomas Voeckler (Frankreich/BLB)
55. Lance Armstrong (USA/USP) alle gleiche Zeit
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